Eine verschraubte Krone ist eine Krone, die sich nicht nur herausziehen, sondern zusätzlich fest ins Gehäuse einschrauben lässt. Sie sitzt dann bündig und verschlossen an der Gehäuseseite. Der Zweck ist klar: Die Verschraubung erhöht die Wasserdichtigkeit deutlich und macht die Krone zu einer der wichtigsten Abdichtungen einer Uhr. Deshalb findest du sie vor allem an Taucheruhr-Modellen und robusten Sportuhren.
So funktioniert die Verschraubung
Am Gehäuse sitzt ein kurzes Gewinderöhrchen, der sogenannte Tubus. Die Krone trägt ein passendes Innengewinde und wird darauf festgeschraubt. Beim Zudrehen presst sie eine oder mehrere Dichtung-Ringe zusammen, die den Durchgang zur Aufzugswelle abdichten. Erst diese zusammengepressten Dichtungen halten das Wasser zuverlässig ab.
Solange die Krone verschraubt ist, kannst du die Uhr weder aufziehen noch stellen. Um an diese Funktionen zu kommen, drehst du die Krone zunächst gegen den Uhrzeigersinn los, bis sie herausspringt. Danach lässt sie sich wie eine gewöhnliche Krone bedienen. Anschließend drückst du sie wieder an und schraubst sie im Uhrzeigersinn fest, bis sie sicher sitzt. Genau dieser letzte Schritt stellt die volle Wasserdichtigkeit wieder her.
Warum die verschraubte Krone die Dichtigkeit erhöht
Die Krone ist eine bewegliche Öffnung im ansonsten geschlossenen Gehäuse. Bei einer einfachen, nur eingesteckten Krone liegt die Dichtung locker an und muss den Wasserdruck allein abhalten. Bei einer verschraubten Krone werden die Dichtungen dagegen mechanisch angepresst, ähnlich wie beim Schraubboden auf der Rückseite der Uhr. Dadurch entsteht eine wesentlich stabilere Barriere gegen eindringendes Wasser.
Für hohe Druckbelastungen setzen einige Hersteller Kronen mit mehreren übereinanderliegenden Dichtungen ein. Historisch prägte Rolex das Prinzip bereits 1926 mit dem wasserdichten Oyster-Gehäuse, dessen verschraubte Krone die Armbanduhr erstmals alltagstauglich gegen Wasser schützte. Heute gehört die verschraubte Krone bei nahezu jeder ernsthaften Taucheruhr zum Standard und wird oft mit einem Kronenschutz kombiniert, der die herausstehende Krone zusätzlich vor Stößen bewahrt.
Worauf du im Alltag achten solltest
Der wichtigste Punkt: Schraube die Krone nach jedem Aufziehen oder Stellen wieder vollständig fest. Ist sie nur angelehnt und nicht eingeschraubt, ist die angegebene Wasserdichtigkeit nicht gewährleistet – auch dann nicht, wenn die Uhr sonst dicht wäre.
Gehe beim Zuschrauben behutsam vor. Setze die Krone gerade an und drehe ohne Kraft, bis das Gewinde sauber greift. Verkantest du sie, kann das feine Gewinde beschädigt werden, was teuer zu reparieren ist. Solltest du beim Zudrehen einen Widerstand spüren, bevor die Krone bündig sitzt, drehe lieber ein Stück zurück und setze neu an.
Bedenke außerdem, dass Dichtungen altern. Gummi wird mit den Jahren spröde und verliert an Elastizität. Deshalb prüft ein Uhrmacher bei jeder Revision die Kronendichtung und tauscht sie bei Bedarf aus. Wenn du regelmäßig mit der Uhr schwimmst oder tauchst, lohnt sich eine regelmäßige Kontrolle der Wasserdichtigkeit besonders.
Grenzen der verschraubten Krone
Eine verschraubte Krone ist ein zentraler Baustein der Dichtigkeit, aber nicht der einzige. Auch Glas, Boden und deren Dichtungen müssen intakt sein. Eine hohe Wasserdichtigkeit auf dem Papier nützt wenig, wenn eine Dichtung porös ist oder die Krone nicht sauber verschraubt wurde. Die verschraubte Krone entfaltet ihren Nutzen also nur im Zusammenspiel mit dem übrigen Gehäuse und einer intakten Wartung.
Verschraubte Krone, Drücker und Boden
Die verschraubte Krone steht selten allein. Bei robusten Taucheruhren und wasserdichten Chronographen wird sie oft mit weiteren verschraubten Bauteilen kombiniert. Manche Chronographen besitzen zusätzlich verschraubte Drücker, die sich vor dem Bedienen ebenfalls losdrehen lassen und danach wieder dicht verschlossen werden. Zusammen mit einem verschraubten Boden entsteht so ein rundum abgedichtetes Gehäuse.
Nicht jede wasserdichte Uhr braucht zwingend eine verschraubte Krone. Für geringere Anforderungen genügen oft gut sitzende, eingesteckte Kronen mit intakten Dichtungen. Die Verschraubung kommt vor allem dort zum Einsatz, wo hohe Wasserdichtigkeit gefragt ist und die Krone auch unter Druck sicher verschlossen bleiben muss. Sie ist damit ein Merkmal, das du besonders häufig an ausgesprochenen Wasser- und Sportuhren findest.
Häufige Fragen (FAQ)
Muss ich die verschraubte Krone jedes Mal wieder festschrauben?
Ja. Nach dem Aufziehen oder Stellen musst du die Krone immer vollständig einschrauben. Nur im verschraubten Zustand erreicht die Uhr ihre angegebene Wasserdichtigkeit. Eine nur angelehnte Krone lässt im Ernstfall Wasser eindringen.
Woran erkenne ich, dass die Krone richtig sitzt?
Die Krone lässt sich bis zum spürbaren Anschlag eindrehen und liegt danach bündig und ohne Spiel am Gehäuse an. Sie sollte sich leichtgängig verschrauben lassen. Spürst du früh einen harten Widerstand, ist das Gewinde vermutlich verkantet – dann zurückdrehen und neu ansetzen.
Macht eine verschraubte Krone eine Uhr automatisch tauchtauglich?
Nein. Die verschraubte Krone ist eine wichtige Voraussetzung, aber allein nicht ausreichend. Erst zusammen mit einem dichten Boden, passendem Glas, intakten Dichtungen und einer ausreichend geprüften Wasserdichtigkeit ist eine Uhr für den Wassereinsatz geeignet.