Uhren-Lexikon · Norm & Abkürzung

Wasserdichtigkeit (ATM/Bar)

Angabe des geprüften Drucks; 1 ATM ≈ 1 bar ≈ 10 m. Ein Labor-Prüfwert, keine reale Tauchtiefe.

◷ 3 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Die Wasserdichtigkeit gibt an, welchem Wasserdruck eine Uhr im Test standhält. Angegeben wird sie meist in ATM, in bar oder in Metern, wobei die drei Angaben praktisch gleichgesetzt werden: 1 ATM entspricht rund 1 bar und etwa 10 Metern Wassersäule. Entscheidend ist von Anfang an das richtige Verständnis – es handelt sich um einen im Labor geprüften Druckwert, nicht um die Tiefe, in der du mit der Uhr gefahrlos schwimmen oder tauchen kannst.

Was die Wasserdichtigkeit genau angibt

Hinter der Zahl steht ein genormter Prüfdruck. Der Hersteller setzt die Uhr unter kontrollierten Bedingungen einem definierten Druck aus und prüft, ob Wasser eindringt. Besteht sie diesen Test, trägt sie die entsprechende Angabe – zum Beispiel 10 bar oder „100 m". Diese Meterzahl ist also ein rechnerischer Wert, der aus dem Prüfdruck abgeleitet wird, und keine Aussage darüber, wie tief du tatsächlich tauchen darfst.

Der Grund liegt in der Art der Prüfung. Sie erfolgt in der Regel statisch, mit ruhendem Wasser oder Luftdruck und bei gleichbleibender Temperatur. Auf dem Gehäuseboden findest du dieselbe Information häufig als englische Angabe Water Resistant, oft ergänzt um eine Meter- oder ATM-Zahl.

Warum die Meterzahl nicht die Tauchtiefe ist

Im Alltag wirken auf eine Uhr Kräfte, die der ruhige Labortest nicht abbildet. Springst du ins Wasser, schwimmst kräftig oder hältst die Uhr unter einen Wasserstrahl, entsteht kurzzeitig ein deutlich höherer Druck als der statische Prüfwert. Auch Temperatursprünge belasten die Dichtungen – etwa der Wechsel von der warmen Hand ins kalte Wasser oder der Gang in Sauna und heiße Dusche, was ohnehin gemieden werden sollte.

Dazu kommt die Alterung. Dichtungen werden mit den Jahren spröde, und eine nicht sorgfältig verschlossene Krone öffnet dem Wasser Tür und Tor. Deshalb versteht sich die angegebene Wasserdichtigkeit als Sicherheitsreserve und nicht als Einladung, die genannte Tiefe auszureizen.

Welche Angabe wofür reicht

Als grobe Orientierung haben sich in der Branche Richtwerte etabliert. Sie sind keine verbindlichen Normen, helfen dir aber bei der Einschätzung:

  • 3 ATM (30 m): Schutz gegen Spritzwasser und Regen, nicht zum Schwimmen.
  • 5 ATM (50 m): gelegentliches Schwimmen möglich, kein Tauchen.
  • 10 ATM (100 m): Schwimmen und Schnorcheln in der Regel unproblematisch.
  • 20 ATM (200 m) und mehr: für höhere Belastungen bis hin zum Tauchen geeignet.

Wer wirklich tauchen möchte, sollte zu einer echten Taucheruhr greifen, die zusätzliche Anforderungen nach der Norm ISO 6425 erfüllt. Konstruktiv tragen eine verschraubte Krone und ein Schraubboden spürbar dazu bei, dass die Uhr dem Druck dauerhaft standhält.

Worauf du achten solltest

Die Wasserdichtigkeit ist kein Zustand für die Ewigkeit. Sie hängt an intakten Dichtungen, und die altern. Nach einem Batteriewechsel, einer Reparatur oder einem Sturz kann die Dichtigkeit beeinträchtigt sein, ohne dass du es von außen siehst. Bei einer Servicierung werden deshalb die Dichtungen erneuert und die Uhr anschließend erneut auf Dichtigkeit geprüft.

Zwei einfache Regeln helfen im Alltag: Betätige die Krone nie im Wasser, und schraube eine verschraubte Krone nach jedem Stellen wieder fest an. So bleibt die geprüfte Wasserdichtigkeit möglichst lange erhalten. Insgesamt beschreibt die Angabe damit weniger eine feste Tauchtiefe als vielmehr, wie viel Belastung eine intakte Uhr im Neuzustand verträgt.

Häufige Fragen (FAQ)

Was bedeutet 5 bar Wasserdichtigkeit?

5 bar entsprechen rund 5 ATM oder etwa 50 Metern Prüfdruck. Nach gängiger Faustregel ist damit gelegentliches Schwimmen möglich, solange die Uhr korrekt verschlossen und die Dichtungen intakt sind. Zum Tauchen ist dieser Wert nicht gedacht.

Kann eine wasserdichte Uhr mit der Zeit undicht werden?

Ja. Dichtungen werden spröde, und schon eine nicht ganz verschlossene Krone lässt Wasser eindringen. Auch Stöße oder ein geöffnetes Gehäuse können die Dichtigkeit beeinträchtigen. Deshalb sollte sie bei jedem Service erneuert und überprüft werden.

Darf ich mit 3 ATM duschen?

Besser nicht. 3 ATM sind für Spritzwasser und Regen gedacht, nicht für den direkten Wasserstrahl der Dusche. Warmes Wasser und Temperaturwechsel belasten die Dichtungen zusätzlich, sodass Duschen die Uhr auf Dauer gefährden kann.