Der Kloben ist ein Bauteil im Uhrwerk, das ein Lager trägt und dabei nur an einer Seite befestigt ist. Anders als eine beidseitig verschraubte Brücke ist der Kloben also einseitig aufgelegt und ragt frei über das darunterliegende Bauteil. Am bekanntesten ist der Unruhkloben, der das obere Lager der Unruh hält.
Was ist ein Kloben?
Ein Kloben besteht im Kern aus einem Metallarm mit einem Fuß. Dieser Fuß wird auf der Platine verschraubt und häufig zusätzlich verstiftet, sodass der Arm exakt und stabil in Position bleibt. Am freien Ende sitzt das Lager, meist mit einem Rubinenstein als reibungsarmem Lagerstein. Weil nur ein Ende befestigt ist, spricht man von einer einseitigen Lagerung. Der Kloben überbrückt so den Raum über einem Rad oder der Unruh und hält deren Welle sicher an ihrem Platz. Trotz der einseitigen Befestigung muss er präzise justiert sein, denn schon geringe Abweichungen in der Lagerhöhe wirken sich auf den Gang aus.
Kloben und Brücke – der Unterschied
Kloben und Brücke erfüllen eine ähnliche Aufgabe, unterscheiden sich aber in der Befestigung:
- Ein Kloben ist nur an einem Ende fixiert und liegt mit dem anderen Ende frei über dem Bauteil.
- Eine Brücke ist an beiden Enden mit der Platine verschraubt und dadurch beidseitig abgestützt.
Dieser Unterschied ist mehr als eine Feinheit der Fachsprache: Er bestimmt, wie das Lager abgestützt wird. Im Sprachgebrauch werden beide Begriffe zwar gelegentlich vermischt, korrekt bezeichnet der Kloben aber immer die einseitig befestigte Variante.
Der Unruhkloben
Die wichtigste Rolle spielt der Kloben als Unruhkloben. Er trägt das obere Lager der Unruh und ist damit ein zentrales Bauteil des Gangreglers. Oft ist genau hier eine Incabloc- oder eine andere Stoßsicherung untergebracht, die die empfindliche Unruhwelle bei Stößen schützt. Am Unruhkloben sitzt in vielen Werken auch der Rücker, mit dem sich der Gang fein justieren lässt. Der Unruhkloben ist damit nicht nur ein Lagerträger, sondern ein Ort, an dem mehrere wichtige Funktionen zusammenkommen – und ein Bauteil, das der Uhrmacher beim Zerlegen und Regulieren besonders behutsam behandelt.
Kloben in der Werkarchitektur
Wie ein Werk aufgebaut ist, prägt auch das Erscheinungsbild seiner Kloben und Brücken. Historische englische Werke setzten oft auf eine durchgehende Platte, aus der nur der Unruhkloben herausragte. In der Glashütter Tradition ist die große Dreiviertelplatine verbreitet, während viele Schweizer Werke die Lager auf mehrere einzelne Brücken und Kloben verteilen. Was auch immer die Bauweise ist: Der Unruhkloben bleibt fast überall ein einzeln gefertigtes, gut sichtbares Bauteil. Genau deshalb wird ihm bei der Gestaltung eines Werks besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
Verzierung und Verarbeitung
Weil der Kloben – besonders der Unruhkloben – auf der Werkrückseite gut sichtbar ist, war er über die Jahrhunderte ein bevorzugter Ort für Verzierungen. In historischen Taschenuhren wurden die Kloben oft aufwendig graviert. Bei hochwertigen Uhren finden sich bis heute sorgfältig gefertigte Kanten mit einer Anglage, also einer angeschrägten und polierten Kante, als Zeichen feiner Handarbeit. Ein schön ausgeführter Kloben gilt deshalb als Qualitätsmerkmal und wird bei Uhren mit Sichtboden gerne bewusst in Szene gesetzt.