Uhren-Lexikon · Norm & Abkürzung

Bar

Druckeinheit der Wasserdichtigkeit; 1 bar ≈ 1 ATM ≈ 10 m Wassersäule. Sagt, welchem Prüfdruck die Uhr standhält.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Bar ist eine Druckeinheit, mit der bei Uhren die Wasserdichtigkeit angegeben wird. Ein bar entspricht dabei ungefähr einer Atmosphäre und rund zehn Metern Wassersäule. Die Angabe sagt dir, welchem Prüfdruck eine Uhr im Test standhält. Wichtig ist die richtige Deutung: Es handelt sich um einen unter Idealbedingungen gemessenen Druck, nicht um eine reale Tauchtiefe.

Was Bar bei Uhren bedeutet

Physikalisch ist bar eine Einheit für den Druck. Ein bar liegt sehr nahe am durchschnittlichen Luftdruck auf Meereshöhe, weshalb sich die Einheit gut für Alltagsangaben eignet. Für Uhren gilt die praktische Faustregel: 1 bar entspricht etwa 1 ATM und etwa 10 Metern Wassersäule. Mit jedem zusätzlichen bar steigt der Druck also rechnerisch um weitere rund zehn Meter Wassertiefe.

Findest du auf einer Uhr die Angabe 10 bar, wurde sie einem Prüfdruck ausgesetzt, der rechnerisch etwa 100 Metern Wassersäule entspricht. Diese Zahl steht häufig auf dem Gehäuseboden, manchmal zusammen mit dem englischen Zusatz Water Resistant. Sie beschreibt die Belastbarkeit der Dichtungen und des Gehäuses unter kontrollierten Bedingungen.

Wie Bar, ATM und Meter zusammenhängen

Bar, ATM und die Meterangabe beschreiben denselben Sachverhalt in unterschiedlichen Einheiten. Da 1 bar, 1 ATM und 10 Meter für die Beurteilung einer Uhr gleichgesetzt werden, lassen sich die Werte leicht umrechnen. Eine Uhr mit 5 bar entspricht damit etwa 5 ATM oder rund 50 Metern Prüftiefe, eine Uhr mit 20 bar entsprechend etwa 200 Metern.

Streng physikalisch gibt es zwischen bar und ATM winzige Unterschiede, doch für die Praxis sind diese ohne Bedeutung. Entscheidend ist, dass alle drei Angaben denselben geprüften Druck ausdrücken. Welche Einheit ein Hersteller wählt, ist letztlich eine Frage der Kennzeichnung und ändert nichts an der Aussage.

Warum Bar kein Maß für die Tauchtiefe ist

Der in bar angegebene Wert stammt aus einem statischen Test mit ruhendem Wasser oder Luftdruck bei gleichbleibender Temperatur. Im Alltag treten jedoch Belastungen auf, die dieser Test nicht abbildet. Beim Sprung ins Wasser, bei kräftigen Schwimmbewegungen oder unter einem Wasserstrahl entsteht kurzzeitig ein deutlich höherer Druck als der statische Prüfwert.

Hinzu kommen Temperaturwechsel, die den Dichtungen zusetzen, und die natürliche Alterung des Dichtungsmaterials. Auch eine nicht sauber verschlossene Krone hebt den Schutz auf. Deshalb ist der Bar-Wert bewusst als Reserve zu verstehen. Wer eine Uhr wirklich zum Tauchen nutzen möchte, greift zu einer Taucheruhr, deren Aufbau mit verschraubter Krone und passendem Boden auf dauerhaften Druck ausgelegt ist.

Welche Bar-Angabe im Alltag ausreicht

Als grobe Orientierung haben sich in der Branche einige Richtwerte durchgesetzt. Sie sind keine festen Normen, helfen aber bei der Einschätzung: 3 bar schützen gegen Spritzwasser und Regen, sind aber nicht zum Schwimmen gedacht. 5 bar erlauben gelegentliches Schwimmen, 10 bar in der Regel Schwimmen und Schnorcheln. Ab 20 bar sind höhere Belastungen möglich.

Damit die angegebene Wasserdichtigkeit dauerhaft erhalten bleibt, sollten die Dichtungen regelmäßig geprüft und bei einem Service getauscht werden. Ein stabiler Schutz hängt zusätzlich von einem soliden Gehäuse ab, etwa mit einem verschraubten Boden. So bleibt der auf dem Gehäuse angegebene Bar-Wert auch nach Jahren aussagekräftig.

Häufige Fragen

Wie viel Bar brauche ich zum Schwimmen?

Nach gängiger Faustregel eignen sich Uhren ab etwa 5 bar für gelegentliches Schwimmen, wenn sie korrekt verschlossen und die Dichtungen intakt sind. Für regelmäßiges Schwimmen und Schnorcheln sind 10 bar die sicherere Wahl. Zum Tauchen ist eine speziell dafür ausgelegte Taucheruhr sinnvoll.

Ist 1 bar dasselbe wie 1 ATM?

Für die Wasserdichtigkeit von Uhren werden 1 bar und 1 ATM gleichgesetzt, beide entsprechen rund 10 Metern Wassersäule. Streng physikalisch bestehen minimale Unterschiede, die für die Beurteilung einer Uhr jedoch keine Rolle spielen.

Bedeuten 10 bar, dass ich 100 Meter tief tauchen kann?

Nein. Die 100 Meter sind ein rechnerischer Prüfdruck unter Idealbedingungen, keine reale Tauchtiefe. Bewegung, Temperaturwechsel und gealterte Dichtungen erzeugen im Alltag zusätzliche Belastungen, sodass die tatsächlich sichere Tiefe deutlich geringer ausfällt.