Als Servicedichtung bezeichnet man die neuen Dichtungen, die bei einer Wartung der Uhr gegen die alten ausgetauscht werden. Dichtungen sorgen dafür, dass kein Wasser und kein Staub ins Gehäuse gelangen. Weil sie mit der Zeit altern, werden sie bei jedem Service erneuert – nur so bleibt die Uhr auch nach der Wartung zuverlässig dicht. Der Begriff fasst also all jene Dichtungen zusammen, die im Rahmen eines Service planmäßig ersetzt werden.
Was eine Servicedichtung ist
Eine Uhr hat mehrere Stellen, an denen Wasser eindringen könnte: den Gehäuseboden, die Krone, das Glas und – falls vorhanden – die Drücker. An jeder dieser Stellen sitzt eine Dichtung, meist ein feiner Ring aus einem gummiartigen Material, ein sogenannter O-Ring. Er wird beim Verschließen des Gehäuses zusammengepresst und schließt den Spalt ab, durch den sonst Feuchtigkeit eindringen würde.
Diese Ringe sind Verschleißteile. Bei einer Servicierung werden sie nicht einfach wiederverwendet, sondern durch neue ersetzt. Genau diese frischen Ringe sind die Servicedichtungen. Zusammen mit einer anschließenden Prüfung stellen sie sicher, dass die Uhr die vom Hersteller angegebene Wasserdichtigkeit wieder erreicht.
Warum Dichtungen altern
Das gummiartige Material der Dichtungen bleibt nicht dauerhaft elastisch. Mit den Jahren trocknet es aus, wird spröde und verliert seine Spannkraft. Wärme, Hautfett, Schweiß, Sonnencreme und der bloße Alterungsprozess setzen dem Material zu. Eine ausgehärtete Dichtung schmiegt sich nicht mehr sauber an und kann feine Wege für Feuchtigkeit freigeben.
Deshalb ist die Wasserdichtigkeit einer Uhr kein Zustand für die Ewigkeit, sondern hängt vom Zustand der Dichtungen ab. Selbst wenn eine Uhr nie im Wasser war, altern die Ringe allein durch die Zeit. Aus diesem Grund empfehlen Hersteller, die Dichtigkeit regelmäßig prüfen zu lassen und die Dichtungen bei Bedarf zu erneuern.
Wann Dichtungen getauscht werden
Der häufigste Anlass ist der reguläre Service. Wird das Werk gewartet, gehört der Austausch der Dichtungen fest zum Ablauf. Ein zweiter, oft unterschätzter Anlass ist jedes Öffnen des Gehäuses. Sobald der Boden abgenommen wird – etwa für einen Batteriewechsel bei einer Quarzuhr – wird die Bodendichtung gestört. Sie sollte danach ersetzt und die Uhr erneut auf Dichtigkeit geprüft werden.
Auch ein Wechsel von Krone oder Glas ist ein guter Moment, die zugehörigen Dichtungen zu erneuern. Grundsätzlich gilt: Immer wenn ein abgedichteter Bereich geöffnet wurde, ist der bisherige Dichtsitz nicht mehr garantiert. Ein sauberer Neuaufbau mit frischen Servicedichtungen ist dann der verlässlichere Weg.
Warum das für die Wasserdichtigkeit wichtig ist
Für die Dichtigkeit einer Uhr sind die Dichtungen entscheidend. Eine einzige spröde oder falsch sitzende Dichtung kann ausreichen, damit Feuchtigkeit eindringt. Dringt Wasser ins Gehäuse, kann das Zifferblatt fleckig werden und das Werk Schaden nehmen – ein Problem, das oft teurer ist als der eigentliche Service.
Nach dem Einsetzen neuer Dichtungen wird die Uhr üblicherweise einem Druck- oder Dichtigkeitstest unterzogen, um zu bestätigen, dass sie wieder dicht ist. Besonders wichtig ist das bei einer Taucheruhr oder bei Uhren mit Schraubboden, bei denen ein sicherer Dichtsitz zur Grundfunktion gehört. Beachte außerdem: Die Angabe auf dem Gehäuseboden, etwa als Water Resistant, beschreibt einen Zustand mit intakten Dichtungen. Sind die Dichtungen gealtert, sagt die aufgedruckte Zahl wenig über die tatsächliche Dichtigkeit im Alltag aus.