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Verschraubte Krone: richtig bedienen, Dichtungen schonen, dicht bleiben

◷ 6 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Wenn du eine Taucheruhr oder eine robustere Alltagsuhr trägst, hast du sie mit hoher Wahrscheinlichkeit: die verschraubte Krone, auch Schraubkrone genannt. Sie sitzt fester am Gehäuse als eine normale Krone und lässt sich nicht einfach herausziehen, sondern muss erst aufgeschraubt werden. Für viele ist das anfangs ungewohnt, und genau da passieren die typischen Fehler.

Die verschraubte Krone ist ein kleines, aber wichtiges Bauteil, denn an ihr entscheidet sich ein großer Teil der Dichtheit deiner Uhr. Falsch bedient, wird sie schnell zur Schwachstelle: ein verkantetes Gewinde, eine überdrehte Schraubverbindung oder eine im Wasser gezogene Krone reichen, damit Feuchtigkeit ins Werk gelangt.

In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie die verschraubte Krone funktioniert, wie du sie richtig auf- und zuschraubst, worauf du bei den Dichtungen achten solltest und welche Regel beim Thema Wasser unbedingt gilt.

Was eine verschraubte Krone ist und wofür sie gut ist

Bei einer normalen Krone steckt der Aufzugsstift in einem Rohr im Gehäuse, abgedichtet nur durch eine oder mehrere Dichtungen. Bei einer verschraubten Krone kommt eine mechanische Verriegelung dazu: Die Krone trägt ein Gewinde, das auf ein Gegengewinde am Gehäuserohr geschraubt wird. Zugeschraubt presst sie ihre Dichtung fest an und verschließt den Durchgang zusätzlich mechanisch.

Der Vorteil liegt auf der Hand. Die Krone ist die am häufigsten bewegte und damit am stärksten beanspruchte Öffnung der Uhr. Eine reine Steckverbindung dichtet gut, kann aber bei Druck oder unabsichtlichem Ziehen nachgeben. Die Verschraubung sorgt dafür, dass die Krone sicher an ihrem Platz bleibt und sich nicht versehentlich herausziehen lässt. Deshalb findest du sie vor allem bei Uhren mit höherer Wasserdichtigkeit, etwa bei Taucher- und Sportuhren.

So schraubst du die Krone richtig auf

Zum Einstellen musst du die Krone zuerst lösen. Drehe sie dazu gegen den Uhrzeigersinn, also in Richtung, in der sich eine Schraube löst. Nach einigen Umdrehungen spürst du, wie das Gewinde freikommt und die Krone leicht nach außen springt oder sich locker anfühlt. Erst jetzt lässt sie sich wie eine gewöhnliche Krone herausziehen, um Zeit und Datum zu stellen oder die Uhr aufzuziehen.

Wende dabei keine Gewalt an. Die Krone soll sich leichtgängig drehen lassen. Klemmt es, hast du entweder noch nicht die richtige Stellung erreicht oder du drehst in die falsche Richtung. Zwing sie nie mit Kraft heraus, denn das belastet Gewinde und Aufzugsstift unnötig. Wenn du unsicher bist, wie du deine Uhr von hier aus korrekt weiterstellst, hilft dir unser Ratgeber zum Thema Uhr richtig einstellen.

So schraubst du die Krone richtig zu, ohne zu überdrehen

Das Zuschrauben ist der Schritt, bei dem die meisten Fehler passieren, denn hier lässt sich das Gewinde am leichtesten beschädigen. Drücke die Krone zuerst sanft mit dem Finger gegen das Gehäuse, sodass sie flach anliegt. Dann kommt ein kleiner, aber entscheidender Trick: Drehe die Krone unter leichtem Druck zunächst ein kleines Stück gegen den Uhrzeigersinn, bis du spürst, wie die Gewindegänge sauber ineinandergleiten. Erst dann drehst du im Uhrzeigersinn zu.

Dieser Kniff verhindert, dass sich das Gewinde verkantet. Ein verkantetes oder quer eingedrehtes Gewinde ist eine der häufigsten Ursachen für undichte und beschädigte Kronen, und die Reparatur ist aufwendig. Drehe die Krone nur so weit zu, bis sie handfest sitzt und sich nicht mehr weiterdrehen lässt, ohne dass du Kraft aufwenden musst. Handfest reicht vollkommen.

Überdrehen bringt keine bessere Dichtheit, sondern richtet Schaden an. Wer die Krone mit Gewalt anzieht, quetscht die Dichtung, ruiniert das feine Gewinde und riskiert, dass der Aufzugsstift Schaden nimmt. Die Abdichtung entsteht durch die zusammengedrückte Dichtung, nicht durch rohe Kraft.

Das solltest du tun Das solltest du vermeiden
Krone leicht andrücken und beim Zuschrauben spüren, wie das Gewinde fasst Die Krone einfach draufsetzen und blind zudrehen
Zum Fassen des Gewindes erst kurz zurückdrehen Mit Kraft eindrehen, wenn es hakt
Nur handfest anziehen Fest anknallen für vermeintlich mehr Dichtheit
Vor Wasserkontakt prüfen, ob die Krone ganz zu ist Die Uhr mit gelöster Krone ins Wasser bringen

Die Dichtungen: klein, aber entscheidend

Auch bei einer verschraubten Krone übernimmt am Ende eine Dichtung die eigentliche Abdichtung. In der Krone sitzt ein kleiner Dichtungsring, meist aus Gummi, der beim Zuschrauben zusammengepresst wird und den Durchgang wasserdicht verschließt. Diese Dichtung ist ein Verschleißteil und leidet mit der Zeit, weil die Krone ständig bewegt, gedreht und gedrückt wird.

Schweiß, Hautfett, Sonnencreme und Chlor greifen das Material an, dazu kommt der mechanische Verschleiß beim Auf- und Zuschrauben. Eine harte, rissige oder platt gedrückte Kronendichtung dichtet nicht mehr zuverlässig, selbst wenn die Krone äußerlich sauber zugeschraubt ist. Deshalb gehören die Dichtungen im Rahmen einer regelmäßigen Revision kontrolliert und erneuert. Wenn du deine Uhr im Wasser trägst, ist das keine Kür, sondern Pflicht.

Verschraubte Krone und Wasserdichtigkeit: der Zusammenhang

Die Verschraubung entfaltet ihren Nutzen nur, wenn sie auch wirklich zu ist. Eine offene oder nur halb zugeschraubte Krone macht selbst die beste Wasserdichtigkeit zunichte, denn dann steht der Weg ins Werk offen. Genau hier liegt der häufigste Anwenderfehler: Man stellt schnell das Datum und vergisst, die Krone anschließend wieder zuzuschrauben.

Mach es dir deshalb zur festen Gewohnheit, nach jedem Einstellen zu prüfen, ob die Krone vollständig eingedreht ist, bevor die Uhr mit Wasser in Berührung kommt. Das gilt beim Händewaschen genauso wie am Pool oder unter der Dusche. Bei einer Automatikuhr mit verschraubter Krone kommt hinzu, dass du sie nach dem gelegentlichen Handaufzug ebenfalls wieder sauber verschließt. Die beste Dichtung nützt nichts, wenn die Verriegelung offen bleibt.

Die wichtigste Regel: Krone niemals unter Wasser ziehen

Es gibt eine Regel, die du dir unbedingt merken solltest: Ziehe oder öffne die Krone niemals, wenn die Uhr nass ist oder sich unter Wasser befindet. Sobald du die verschraubte Krone löst und herausziehst, ist die Abdichtung offen, und Wasser findet ungehindert seinen Weg ins Gehäuse. Was an der Luft nur ein kurzer Handgriff ist, wird im Wasser zum sicheren Wassereinbruch.

Das betrifft nicht nur den Tauchgang. Auch beim Schwimmen, Duschen oder Abspülen solltest du die Krone in Ruhe lassen. Stelle die Uhr immer erst dann, wenn sie trocken ist, schraube die Krone wieder zu und geh erst danach ins Wasser. Diese eine Angewohnheit verhindert einen großen Teil aller Feuchtigkeitsschäden, die uns in der Praxis begegnen.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob meine Uhr eine verschraubte Krone hat?

Wenn sich die Krone nicht direkt herausziehen lässt, sondern du sie erst gegen den Uhrzeigersinn drehen musst, bis sie freikommt, handelt es sich um eine verschraubte Krone. Oft, aber nicht immer, ist das bei Uhren mit höherer Wasserdichtigkeit der Fall.

Wie fest muss ich die Krone zuschrauben?

Nur handfest. Die Krone soll ohne Kraftaufwand zum Anschlag kommen. Die Dichtheit entsteht durch die zusammengedrückte Dichtung, nicht durch festes Anknallen. Überdrehen beschädigt Gewinde und Dichtung.

Was mache ich, wenn sich die Krone nicht zuschrauben lässt?

Setze nie mit Gewalt an, sonst verkantet das Gewinde. Löse die Krone wieder, drücke sie leicht an und drehe erst kurz zurück, bis das Gewinde sauber fasst, dann zu. Klappt es weiterhin nicht, lass die Krone in der Werkstatt prüfen.

Verliert meine Uhr die Wasserdichtigkeit, wenn die Krone offen steht?

Ja. Eine gelöste oder nur teilweise zugeschraubte Krone hebelt die Dichtheit vollständig aus. Vor jedem Wasserkontakt gilt: prüfen, ob die Krone ganz zugeschraubt ist.

Darf ich die Krone unter Wasser bedienen?

Nein, auf keinen Fall. Wird die Krone im nassen Zustand oder unter Wasser gezogen, ist der Weg ins Werk offen und Wasser dringt ein. Stelle die Uhr nur trocken und schraube die Krone zu, bevor sie ins Wasser kommt.

Wie oft sollten die Kronendichtungen erneuert werden?

Die Kronendichtung ist ein Verschleißteil und wird üblicherweise im Rahmen der regelmäßigen Revision geprüft und getauscht. Wer die Uhr im Wasser trägt, sollte die Dichtungen und die Wasserdichtigkeit zusätzlich in kürzeren Abständen kontrollieren lassen.

Recherchiert und geschrieben von der Redaktion von Uhren-Experte – unabhängig, werbefrei und ohne Marketing-Sprech.