Uhren-Lexikon · Komplikation

Tachymeter

Eine Skala (oft auf der Lünette), mit der sich zusammen mit dem Chronographen Geschwindigkeiten messen lassen.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Ein Tachymeter ist eine Skala an der Uhr, mit der sich zusammen mit einem Chronographen eine Geschwindigkeit ablesen lässt. Meist ist sie auf der Lünette angebracht, seltener am äußeren Rand des Zifferblatts. Die Skala rechnet eine gestoppte Zeit über eine feste Strecke in eine Geschwindigkeit um – ganz ohne dass du selbst rechnen musst.

Was genau ein Tachymeter ist

Der Tachymeter ist keine eigene mechanische Funktion, sondern eine feststehende Skala, die den Chronographen ergänzt. Du brauchst also eine Uhr mit Stoppfunktion, deren Sekundenzeiger sich per Drücker starten und anhalten lässt. Die Zahlen auf der Skala sind so angeordnet, dass der Stoppsekundenzeiger nach einer gemessenen Strecke direkt auf die Geschwindigkeit zeigt.

Die Skala ist auf eine feste Bezugsstrecke ausgelegt, üblicherweise auf einen Kilometer oder eine Meile. Sie läuft nicht gleichmäßig, sondern wird zu höheren Werten hin immer enger – eine Folge davon, dass Zeit und Geschwindigkeit in einem umgekehrten Verhältnis zueinander stehen.

Wie du mit dem Tachymeter misst

Das Prinzip ist einfach. Du startest den Chronographen in dem Moment, in dem das gemessene Objekt eine Startlinie passiert, und stoppst ihn, sobald es die feste Strecke – zum Beispiel einen Kilometer – zurückgelegt hat. Der Stoppsekundenzeiger zeigt dann auf der Tachymeterskala unmittelbar die Durchschnittsgeschwindigkeit in Einheiten pro Stunde an.

Dahinter steckt eine feste Rechnung: Die Skala teilt 3.600 – die Zahl der Sekunden einer Stunde – durch die gestoppten Sekunden. Braucht ein Auto für einen Kilometer 30 Sekunden, zeigt der Zeiger auf 120, also 120 km/h. Bei 60 Sekunden steht er auf 60, bei 45 Sekunden auf 80. Du liest das Ergebnis also direkt ab, statt es auszurechnen.

Grenzen und worauf du achten solltest

Der Tachymeter hat klare Grenzen. Weil der Stoppsekundenzeiger für eine volle Runde 60 Sekunden braucht, lassen sich nur Vorgänge messen, die kürzer als eine Minute dauern. Für die Bezugsstrecke von einem Kilometer bedeutet das: Geschwindigkeiten unter 60 km/h liegen außerhalb der Skala. Sehr langsame Vorgänge kannst du auf diese Weise nicht erfassen.

Außerdem misst der Tachymeter stets nur eine Durchschnittsgeschwindigkeit über die gesamte Strecke, keine Momentangeschwindigkeit. Und du brauchst eine bekannte, feste Distanz als Bezug. Im Alltag ist der praktische Nutzen daher gering – kaum jemand stoppt heute die Zeit über einen Kilometer. Der Tachymeter ist vor allem ein charakteristisches Gestaltungselement geblieben.

Einordnung: Tachymeter und andere Skalen

Der Tachymeter gehört zu den klassischen Zusatzskalen des Chronographen und ist eng mit dessen Geschichte verbunden. Bekannt ist er vor allem von Renn- und Motorsport-Chronographen, bei denen die Skala oft auf einer auffälligen Lünette sitzt und den sportlichen Charakter unterstreicht.

Neben dem Messen von Geschwindigkeiten lässt sich dieselbe Skala auch anders nutzen: Wer stoppt, wie lange ein einzelner Arbeitsschritt dauert, kann daran ablesen, wie viele Stück pro Stunde entstehen würden. Statt an einer festen Lünette findet man vergleichbare Skalen manchmal auch am inneren Rand des Zifferblatts, dem Rehaut. In jedem Fall gilt: Der Tachymeter funktioniert nur zusammen mit einem laufenden Chronographen.

Häufige Fragen

Wie funktioniert ein Tachymeter?

Du startest den Chronographen an einer Startlinie und stoppst ihn nach einer festen Strecke, meist einem Kilometer. Der Stoppsekundenzeiger zeigt dann auf der Tachymeterskala direkt die Durchschnittsgeschwindigkeit in Einheiten pro Stunde an. Die Skala teilt dafür 3.600 durch die gestoppten Sekunden.

Wozu braucht man einen Tachymeter noch?

Im Alltag kaum – nur wenige messen heute die Zeit über eine feste Strecke. Der Tachymeter ist vor allem ein gestalterisches Merkmal vieler Chronographen geblieben, besonders solcher im Motorsport-Stil. Nutzen lässt er sich außerdem, um aus der Dauer eines Vorgangs eine Stückzahl pro Stunde abzuschätzen.

Warum beginnt die Tachymeterskala oft erst bei 60?

Weil der Stoppsekundenzeiger für eine volle Umdrehung 60 Sekunden braucht. Vorgänge, die länger dauern, lassen sich nicht in einer Runde messen. Bei einer Bezugsstrecke von einem Kilometer entspricht die längste messbare Zeit von 60 Sekunden genau 60 km/h – langsamere Geschwindigkeiten liegen außerhalb der Skala.