Der Rehaut ist der schräge Ring, der zwischen dem Zifferblatt und dem Uhrglas verläuft. Er bildet den inneren Übergang vom Blatt hinauf zum Glasrand und wird deshalb auch Innenlünette, Höhenring oder Reduktionsring genannt. Oft fällt er kaum auf – dabei erfüllt er sowohl gestalterische als auch praktische Aufgaben.
Was genau ist der Rehaut?
„Rehaut" ist ein französischer Fachbegriff. Gemeint ist der ringförmige, meist leicht abgeschrägte Absatz, der das Zifferblatt umgibt und den Raum zwischen Blattrand und Glas überbrückt. Weil das Zifferblatt etwas tiefer im Gehäuse liegt als der obere Rand, füllt der Rehaut diese Höhendifferenz und fasst das Blatt sauber ein.
Je nach Uhr ist der Rehaut schlicht gehalten oder trägt Beschriftungen und Skalen. Er kann sich farblich vom Zifferblatt abheben oder ihm angeglichen sein. In beiden Fällen rahmt er das Blatt und gibt ihm optisch Tiefe. Technisch kann der Rehaut ein separat eingesetzter Ring sein oder baulich in Zifferblatt und Gehäuse übergehen. Im Englischen wird ein beschrifteter Rehaut, der eine Skala trägt, oft als „chapter ring" bezeichnet.
Welche Aufgaben er übernimmt
Häufig trägt der Rehaut die Minuterie – also die feine Skala mit den Minuten- und Sekundenmarkierungen. Sie auf den schrägen Ring zu setzen, schafft Platz auf dem eigentlichen Zifferblatt und trennt die genaue Ablesung optisch von den Stundenindizes. Bei manchen Uhren finden sich auf dem Rehaut auch andere Skalen, etwa ein Tachymeter oder eine Pulsskala. Bei einfacheren Modellen bleibt er dagegen ein glatter, unbeschrifteter Ring, der allein die Höhendifferenz überbrückt.
Darüber hinaus hat der Ring eine gestalterische Funktion. Ein hoher, glänzender Rehaut lässt eine Uhr tiefer und aufgeräumter wirken, während ein flacher Ring das Zifferblatt größer erscheinen lässt. Unter einem gewölbten Saphirglas kann der Rehaut je nach Blickwinkel unterschiedlich stark ins Bild rücken.
Der gravierte Rehaut von Rolex
Besondere Bekanntheit hat der Rehaut durch Rolex erlangt. Die Marke versah ihre Modelle ab Mitte der 2000er-Jahre mit einem gravierten Rehaut, auf dem der Schriftzug „ROLEX" ringförmig immer wieder erscheint. Bei der Sechs ist zusätzlich die Seriennummer der Uhr eingraviert.
Diese Gravur dient zwei Zwecken: Sie erschwert Fälschungen, weil die feine, umlaufende Beschriftung schwer sauber nachzuahmen ist, und sie liefert ein zusätzliches Echtheits- und Identifikationsmerkmal. Wer eine solche Uhr prüft, kann die eingravierte Nummer mit der Referenznummer und den übrigen Angaben abgleichen. Der gravierte Rehaut ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie ein zunächst rein technisches Bauteil zum Erkennungszeichen einer Marke werden kann.
Worauf du achten solltest
Beim genauen Betrachten einer Uhr lohnt sich der Blick auf den Rehaut. Sitzt die Minuterie exakt zu den Indizes ausgerichtet? Sind Gravuren sauber und gleichmäßig ausgeführt? Gerade bei Modellen mit graviertem Rehaut sind unscharfe oder schief stehende Zeichen ein Warnsignal, das auf eine Fälschung oder eine unsachgemäße Bearbeitung hindeuten kann.
Vom Rehaut zu unterscheiden ist die außen liegende Lünette, also der sichtbare Ring oberhalb des Glases. Der Rehaut sitzt dagegen innen, unter dem Glas, und ist nur beim Blick auf das Zifferblatt zu sehen. Beide rahmen das Blatt, gehören aber zu verschiedenen Bauteilen der Uhr.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Rehaut einer Uhr?
Der Rehaut ist der schräge Ring zwischen Zifferblatt und Glas, auch Innenlünette genannt. Er überbrückt die Höhendifferenz zwischen dem etwas tiefer liegenden Zifferblatt und dem Glasrand, fasst das Blatt ein und trägt häufig die Minuterie oder eine andere Skala.
Warum ist bei Rolex der Rehaut graviert?
Rolex graviert seit Mitte der 2000er-Jahre einen umlaufenden „ROLEX"-Schriftzug sowie die Seriennummer bei der Sechs in den Rehaut. Das erschwert Fälschungen und dient als zusätzliches Echtheits- und Identifikationsmerkmal, das sich mit den übrigen Angaben der Uhr abgleichen lässt.
Was ist der Unterschied zwischen Rehaut und Lünette?
Die Lünette ist der sichtbare Ring oberhalb des Glases und außen am Gehäuse. Der Rehaut liegt dagegen innen, unter dem Glas, und umgibt direkt das Zifferblatt. Beide rahmen das Blatt ein, gehören aber zu verschiedenen Teilen der Uhr.