GMT bezeichnet eine Komplikation, mit der eine Uhr neben der normalen Ortszeit eine zweite Zeitzone anzeigt. Dafür besitzt sie einen zusätzlichen Zeiger, der einmal in 24 Stunden umläuft und auf einer 24-Stunden-Skala steht. Der Name geht auf die Greenwich Mean Time zurück, die lange als weltweite Bezugszeit diente. Heute ist die technische Bezugsgröße die UTC, die koordinierte Weltzeit.
Was eine GMT-Uhr genau anzeigt
Eine normale Uhr hat einen Stunden-, einen Minuten- und oft einen Sekundenzeiger. Bei einer GMT-Uhr kommt ein vierter Zeiger hinzu, der GMT-Zeiger. Er ist meist deutlich abgesetzt, etwa durch eine andere Farbe oder eine Pfeilspitze, und läuft nur halb so schnell wie der normale Stundenzeiger: Für eine volle Runde braucht er 24 statt zwölf Stunden.
Weil der GMT-Zeiger einmal am Tag umläuft, lässt sich an seiner Position ablesen, ob es in der zweiten Zone Vormittag oder Abend ist. Die zugehörige 24-Stunden-Skala kann auf dem Zifferblatt, auf dem inneren Rand (dem Rehaut) oder auf einer Lünette angebracht sein. So erkennst du auf einen Blick zwei Zeiten gleichzeitig, zum Beispiel die Zeit am Aufenthaltsort und die Zeit zu Hause.
Wie du eine zweite und dritte Zeitzone abliest
Der GMT-Zeiger zeigt auf die 24-Stunden-Skala und nennt dir so die zweite Zeit. Ist die Skala fest, bleibt es bei zwei Zonen. Sitzt die 24-Stunden-Skala dagegen auf einer drehbaren Lünette, kannst du sie verstellen und damit sogar eine dritte Zeitzone im Blick behalten: Der GMT-Zeiger wird auf die verdrehte Skala bezogen und zeigt eine weitere Zeit an.
Wichtig ist, sich zu merken, welche Zeit du auf den Hauptzeigern und welche auf dem GMT-Zeiger führst. Üblich sind zwei Ansätze: Entweder zeigen die Hauptzeiger die Ortszeit und der GMT-Zeiger die feste Heimatzeit, oder umgekehrt. Welche Variante praktisch ist, hängt davon ab, wie sich die Uhr einstellen lässt.
Zwei Bauarten: „Flyer" und „Caller"
Technisch werden zwei Arten von GMT-Uhren unterschieden, die sich in der Bedienung deutlich unterscheiden.
Bei der sogenannten Flyer-GMT (auch „True GMT" oder Reise-GMT) lässt sich der normale Stundenzeiger unabhängig von den übrigen Zeigern in Ein-Stunden-Schritten vor- oder zurückstellen. Der 24-Stunden-Zeiger läuft dabei ungestört weiter. Für Reisende ist das komfortabel: Nach der Landung stellst du nur den Stundenzeiger auf die neue Ortszeit, während Minuten und Sekunden und damit die Heimatzeit unverändert weiterlaufen.
Bei der Caller-GMT (auch „Office-GMT") ist es umgekehrt: Hier wird der 24-Stunden-Zeiger separat eingestellt, während die Hauptzeiger die Ortszeit halten. Das ist praktisch, wenn du am Schreibtisch die Zeit eines Gesprächspartners in einer anderen Zone einstellen willst, dich selbst aber nicht bewegst. Diese Bauart steckt häufig in preiswerteren Werken.
Warum eine GMT-Uhr praktisch ist und worauf du achten solltest
Der Nutzen liegt auf der Hand: Wer regelmäßig mit anderen Zeitzonen zu tun hat, sei es auf Reisen oder im Kontakt mit dem Ausland, muss nicht rechnen, sondern liest die zweite Zeit direkt ab. Bekannt wurde die Funktion Mitte der 1950er-Jahre unter anderem durch eine für Piloten der Fluggesellschaft Pan Am entwickelte Uhr; seither gehört die GMT zu den beliebtesten praktischen Komplikationen.
Beim Kauf lohnt es sich, auf die Bauart zu achten. Reist du viel, ist eine Flyer-GMT bequemer, weil sich die Ortszeit schnell umstellen lässt. Geht es dir vor allem darum, gelegentlich eine feste zweite Zone im Blick zu haben, genügt eine Caller-GMT. Verwechsle die GMT außerdem nicht mit einer Weltzeituhr: Diese zeigt über einen Städtering gleich alle 24 Zonen an, während die GMT auf eine zweite (und mit drehbarer Lünette eine dritte) Zone beschränkt ist.