Uhren-Lexikon · Komplikation

Tachymeter-Lünette

Feste Lünette mit Tachymeterskala zur Geschwindigkeitsmessung.

◷ 3 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Die Tachymeter-Lünette ist eine feststehende Lünette, auf der eine Tachymeterskala aufgebracht ist. Zusammen mit einem Chronographen lässt sich damit eine Geschwindigkeit über eine feste Strecke ablesen. Sie verbindet also zwei Elemente: den Ring um das Uhrglas und die Rechenskala des Tachymeters. Anders als eine Taucher-Lünette ist sie bewusst nicht drehbar.

Was die Tachymeter-Lünette genau ist

Bei der Tachymeter-Lünette handelt es sich um eine besondere Ausführung der Lünette, jenes Rings, der auf der Vorderseite des Gehäuses das Uhrglas umschließt. Statt schlicht als Rahmen zu dienen, trägt sie eine Skala mit Zahlen, die typischerweise von hohen Werten bei etwa 60 bis zu niedrigen Werten reicht. Diese Skala ist die Tachymeterskala, deren Funktionsweise im Beitrag zum Tachymeter im Detail erklärt ist.

Die Skala ist fest auf der Lünette angebracht und bewegt sich nicht. Sie funktioniert nur im Zusammenspiel mit der Stoppfunktion des Chronographen: Ohne einen Sekundenzeiger, der sich starten und anhalten lässt, hat die Skala keinen Nutzen. Die Tachymeter-Lünette ist deshalb fast immer an Uhren zu finden, die zugleich einen Chronographen besitzen.

Warum die Lünette fest steht

Ein wichtiges Merkmal ist, dass die Tachymeter-Lünette nicht gedreht werden kann. Das ist kein Zufall, sondern für ihre Funktion notwendig. Die Skala rechnet eine gestoppte Zeit in eine Geschwindigkeit um, und diese Umrechnung setzt voraus, dass die Zahlen in einem festen Verhältnis zur Null- beziehungsweise Zwölf-Uhr-Position stehen. Würde sich die Lünette verdrehen, stimmte die Zuordnung nicht mehr, und die abgelesenen Werte wären falsch.

Aus diesem Grund ist die Tachymeter-Lünette starr mit dem Gehäuse verbunden. Sie unterscheidet sich damit grundlegend von einer beweglichen Skala. Häufig ist sie aus Metall gefertigt oder trägt einen Einleger aus Keramik oder Aluminium, auf den die Zahlen aufgebracht sind. Ihre feste Position ist die Voraussetzung dafür, dass die Rechnung überhaupt aufgeht.

Wie du damit eine Geschwindigkeit abliest

Das Vorgehen ist dasselbe wie bei jeder Tachymeterskala. Du startest den Chronographen über den Drücker in dem Moment, in dem das gemessene Objekt eine Startlinie passiert, und stoppst ihn, sobald es eine feste Strecke – meist einen Kilometer oder eine Meile – zurückgelegt hat. Der Stoppsekundenzeiger zeigt dann auf der Tachymeter-Lünette unmittelbar die Durchschnittsgeschwindigkeit an.

Braucht ein Fahrzeug für einen Kilometer beispielsweise 30 Sekunden, steht der Zeiger auf 120 – also 120 Einheiten pro Stunde. Weil der Stoppsekundenzeiger für eine volle Runde 60 Sekunden benötigt, lassen sich nur Vorgänge messen, die kürzer als eine Minute dauern. Bei der Bezugsstrecke von einem Kilometer beginnt die sinnvoll messbare Geschwindigkeit daher bei 60 Einheiten pro Stunde. Die genauen Hintergründe dieser Rechnung sind beim Tachymeter beschrieben.

Abgrenzung zur drehbaren Lünette

Die Tachymeter-Lünette lässt sich gut von der Drehlünette einer Taucheruhr abgrenzen. Deren Skala ist bewusst beweglich, damit man sie zu Beginn eines Tauchgangs auf die aktuelle Zeigerstellung ausrichten und so die abgelaufene Zeit messen kann. Bei der Tachymeter-Lünette wäre eine solche Beweglichkeit dagegen ein Fehler, weil die feste Zuordnung der Zahlen verloren ginge.

Neben der Lünette gibt es noch andere Orte, an denen eine Tachymeterskala sitzen kann, etwa am inneren Rand des Zifferblatts, dem Rehaut. Die Bezeichnung „Tachymeter-Lünette" meint aber ausdrücklich die Variante auf dem Ring um das Glas. Sie ist vor allem von sportlichen Chronographen im Motorsport-Stil bekannt, bei denen die auffällige Skala den Charakter der Uhr mitprägt.

Häufige Fragen (FAQ)

Wofür ist eine Tachymeter-Lünette gut?

Mit ihr kannst du zusammen mit dem Chronographen eine Durchschnittsgeschwindigkeit über eine feste Strecke ablesen. Du stoppst die Zeit über zum Beispiel einen Kilometer, und der Stoppsekundenzeiger zeigt auf der Skala direkt die Geschwindigkeit in Einheiten pro Stunde an.

Warum lässt sich die Tachymeter-Lünette nicht drehen?

Weil die Skala nur bei fester Position richtig rechnet. Die Umrechnung von Zeit in Geschwindigkeit setzt voraus, dass die Zahlen in einem festen Verhältnis zur Zwölf-Uhr-Position stehen. Würde man die Lünette verdrehen, stimmten die abgelesenen Werte nicht mehr.

Was ist der Unterschied zur Taucher-Lünette?

Die Taucher-Lünette ist drehbar und dient dazu, die abgelaufene Tauchzeit zu messen. Die Tachymeter-Lünette steht dagegen fest und dient zusammen mit dem Chronographen zum Messen von Geschwindigkeiten. Die eine ist bewusst beweglich, die andere bewusst starr.