Uhren-Lexikon · Norm & Abkürzung

Hertz

Einheit der Werkfrequenz; 4 Hz bedeuten acht Halbschwingungen der Unruh pro Sekunde und einen ruhigeren Sekundenlauf.

◷ 3 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Hertz, abgekürzt Hz, ist die Einheit der Frequenz und gibt an, wie oft sich ein Vorgang pro Sekunde wiederholt. Bei einer mechanischen Uhr beschreibt Hertz, wie schnell die Unruh schwingt. Je höher der Wert, desto flüssiger gleitet der Sekundenzeiger über das Zifferblatt. Die gängigsten Werke arbeiten heute mit 3 oder 4 Hertz.

Was Hertz bei einer Uhr bedeutet

Ein Hertz bedeutet eine vollständige Schwingung pro Sekunde. Eine vollständige Schwingung der Unruh besteht dabei aus einer Bewegung in die eine Richtung und wieder zurück. Bei 4 Hertz führt die Unruh also vier vollständige Hin-und-her-Bewegungen pro Sekunde aus. Diese Frequenz ist das Maß dafür, wie oft die Hemmung die Uhr pro Sekunde in den Takt zwingt.

In der Uhrmacherei wird die Frequenz auf zwei Arten angegeben, was schnell für Verwirrung sorgt. Neben Hertz ist die Angabe in Halbschwingungen pro Stunde üblich, oft mit A/h abgekürzt. Eine Halbschwingung ist dabei nur der halbe Weg, also die Bewegung in eine Richtung. Beide Angaben meinen dasselbe, zählen aber unterschiedlich. Der Begriff Frequenz fasst beide Sichtweisen zusammen.

Die Umrechnung zwischen Hertz und A/h

Die Umrechnung ist einfach, wenn man das Prinzip verstanden hat. Eine vollständige Schwingung entspricht zwei Halbschwingungen. Pro Sekunde macht eine Unruh mit 4 Hertz also acht Halbschwingungen. Rechnet man das auf eine Stunde hoch, ergibt das 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. So kommt der auf vielen Datenblättern genannte Wert von 28.800 A/h zustande.

Nach demselben Muster ergeben sich die anderen gängigen Werte. 3 Hertz entsprechen 21.600 A/h, 4 Hertz stehen für 28.800 A/h, und 5 Hertz bedeuten 36.000 A/h. Wer die Zahl in A/h durch 7.200 teilt, erhält den Wert in Hertz. Diese kleine Rechnung hilft, die scheinbar unterschiedlichen Angaben auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Typische Werte und was sie bewirken

Über die Jahrzehnte haben sich einige Standardfrequenzen etabliert. Ältere und viele Vintage-Werke laufen mit 2,5 Hertz (18.000 A/h) oder 3 Hertz (21.600 A/h). Der heutige Standard für Automatik- und Handaufzugswerke liegt bei 4 Hertz (28.800 A/h). Werke mit 5 Hertz (36.000 A/h) gelten als Schnellschwinger; ein bekanntes Beispiel ist das Chronographenwerk Zenith El Primero.

Eine höhere Frequenz hat Vorteile. Der Sekundenzeiger läuft ruhiger und wirkt fast gleitend, weil er in kürzeren Schritten weiterrückt. Zudem kann ein schneller schwingendes Werk kleine Störungen besser ausgleichen, was der Ganggenauigkeit zugutekommen kann. Dem stehen Nachteile gegenüber: Mehr Schwingungen bedeuten mehr Bewegung und damit tendenziell höheren Verschleiß und höhere Ansprüche an die Schmierung. Deshalb ist eine höhere Frequenz nicht automatisch besser, sondern eine Abwägung.

Einordnung: Hertz bei Quarzuhren

Auch Quarzuhren werden über ihre Frequenz beschrieben, allerdings auf einem völlig anderen Niveau. Der schwingende Quarzkristall einer typischen Quarzuhr schwingt mit 32.768 Hertz, also rund 32.768 Mal pro Sekunde. Diese sehr hohe und stabile Frequenz ist der Grund, warum Quarzuhren im Alltag genauer laufen als die meisten mechanischen Uhren. Der Vergleich macht deutlich, in welch bescheidenem Bereich sich die 3 bis 5 Hertz einer mechanischen Unruh bewegen.

Für dich als Träger ist die Frequenz vor allem ein Detail, das den Charakter einer Uhr mitprägt. Sie beeinflusst, wie der Sekundenzeiger läuft, und ist ein Baustein der Ganggenauigkeit. Ein hoher Wert allein sagt aber wenig über die Gesamtqualität eines Werks aus, denn diese hängt von vielen Faktoren ab.

Häufige Fragen (FAQ)

Was bedeuten 4 Hz bei einer Uhr?

4 Hertz bedeuten, dass die Unruh vier vollständige Schwingungen pro Sekunde ausführt. Das entspricht acht Halbschwingungen pro Sekunde und 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. 4 Hertz sind heute der häufigste Wert bei mechanischen Uhrwerken.

Ist eine höhere Frequenz besser?

Nicht pauschal. Eine höhere Frequenz sorgt für einen ruhigeren Sekundenlauf und kann die Ganggenauigkeit begünstigen. Gleichzeitig steigen Verschleiß und Anforderungen an die Schmierung. Die beste Frequenz ist deshalb immer ein Kompromiss und kein Wert, den man einfach maximieren sollte.

Wie rechne ich Hertz in A/h um?

Multipliziere den Hertz-Wert mit 7.200, dann erhältst du die Halbschwingungen pro Stunde. 4 Hertz ergeben so 28.800 A/h. Umgekehrt teilst du die A/h durch 7.200, um auf den Wert in Hertz zu kommen.