Eine zweite Zeitzone ist eine Komplikation, die zusätzlich zur Ortszeit die Uhrzeit an einem weiteren Ort anzeigt. Praktisch ist das für alle, die viel reisen oder regelmäßig mit Menschen in anderen Zeitzonen zu tun haben – etwa, um die Heimatzeit im Blick zu behalten oder zu wissen, ob im fernen Büro gerade jemand erreichbar ist.
Wie eine zweite Zeitzone angezeigt wird
Die häufigste Lösung ist ein zusätzlicher Zeiger, der über eine 24-Stunden-Skala läuft. Weil dieser Zeiger für eine volle Umdrehung 24 statt 12 Stunden braucht, zeigt er zugleich an, ob es in der zweiten Zone Tag oder Nacht ist. Diese Bauart ist eng mit der GMT-Funktion verbunden, benannt nach der Greenwich Mean Time. Abgelesen wird gegen eine feste oder drehbare 24-Stunden-Skala – oft als GMT-Lünette am Rand des Gehäuses.
Daneben gibt es andere Umsetzungen: ein kleines Hilfszifferblatt mit eigener Stunden- und Minutenanzeige, häufig "Dual Time" genannt, oder eine springende Scheibe. Allen gemeinsam ist, dass sie eine zweite Zeit neben der Hauptzeit sichtbar machen, ohne dass du umrechnen musst.
Caller-GMT und Flyer-GMT
Bei Uhren mit 24-Stunden-Zeiger unterscheidet man zwei grundlegend verschiedene Bedienkonzepte:
- Caller-GMT (auch "Office-GMT"): Hier lässt sich der 24-Stunden-Zeiger unabhängig über die Krone verstellen, während die Hauptzeiger die Ortszeit weiterführen. Das ist ideal, wenn du selbst zu Hause bleibst und die zweite Zone nur gelegentlich einstellst – etwa, um vor einem Anruf zu prüfen, wie spät es beim Gegenüber ist.
- Flyer-GMT (auch "Traveller-GMT"): Hier springt der Stundenzeiger der Ortszeit unabhängig in Ein-Stunden-Schritten vor oder zurück, während der 24-Stunden-Zeiger und die Minuten weiterlaufen. Bei der Ankunft in einer neuen Zone stellst du einfach die lokale Stunde neu, ohne die Uhr anzuhalten – die Heimatzeit bleibt am 24-Stunden-Zeiger erhalten.
Welches Konzept besser passt, hängt vom Nutzungsverhalten ab: Vielreisende bevorzugen meist die Flyer-Variante, wer vor allem international kommuniziert, kommt mit der Caller-Version gut zurecht.
Abgrenzung zur Weltzeituhr
Die zweite Zeitzone zeigt genau eine weitere Zeit. Wer mehr braucht, greift zur Weltzeituhr, die über einen Städtering alle 24 Zonen gleichzeitig darstellt. Die zweite Zeitzone ist die einfachere, alltagstauglichere Lösung – übersichtlich, robust und in vielen Automatikuhren zu finden.
Heimatzeit und Ortszeit
Hinter einer zweiten Zeitzone steht immer ein einfaches Prinzip: Eine Anzeige führt die Heimatzeit, die andere die aktuelle Ortszeit. Welche der beiden die Hauptzeiger übernehmen, hängt von der Bauart ab. Beim klassischen Reise-Konzept behalten der 24-Stunden-Zeiger und die Minuten die Heimatzeit, während die großen Zeiger die Zeit des Aufenthaltsorts zeigen. So hast du unterwegs stets im Blick, wie spät es zu Hause ist, ohne umrechnen zu müssen.
Ablesen über die 24-Stunden-Skala
Die 24-Stunden-Einteilung ist der Schlüssel zum richtigen Ablesen. Weil ein Tag 24 Stunden hat, der normale Zifferblattkreis aber nur 12 Stunden umfasst, verhindert die 24-Stunden-Skala die Verwechslung von Vormittag und Nachmittag in der zweiten Zone. Steht der Zusatzzeiger etwa im unteren Bereich der Skala, ist es dort tiefe Nacht – ein praktischer Hinweis, bevor du zum Hörer greifst. Sitzt die Skala auf einer drehbaren Lünette, lässt sich durch Drehen sogar eine dritte Zeit grob abschätzen.