Was eine Fassung ist
Als Fassung bezeichnet man in der Schmuck- und Uhrentechnik die Art und Weise, wie ein Edelstein in das Metall eingebettet und gehalten wird. Bei Uhren betrifft dies vor allem den Besatz von Lünette, Gehäuse, Bandgliedern oder Zifferblatt mit Diamanten oder farbigen Steinen. Die Fassung erfüllt zwei Aufgaben zugleich: Sie hält den Stein sicher und bestimmt zugleich, wie viel Licht ihn erreicht und wie er wirkt. Ausgeführt wird sie von einer Fasserin oder einem Fasser, einem eigenen Fachberuf.
Die Wahl der Fassung hat somit sowohl technische als auch gestalterische Bedeutung. Sie entscheidet über die Sicherheit des Steins im Alltag ebenso wie über den optischen Gesamteindruck des Steinbesatzes. Ein flacher, unauffälliger Sitz wirkt anders als eine erhabene Fassung, die den Stein betont hervortreten lässt.
Verbreitete Fassungsarten
Bei der Krappenfassung halten mehrere kleine Metallzacken, die Krappen, den Stein an seinem Rand. Diese Fassung lässt viel Licht an den Stein und lässt ihn frei wirken, bietet ihm aber vergleichsweise wenig seitlichen Schutz. Bei der Zargenfassung umschließt dagegen ein umlaufender Metallrand den Stein vollständig, was besonders robust ist und den Stein vor Stößen bewahrt.
Für einen flächigen, dicht besetzten Besatz wird häufig die Pavéfassung verwendet, bei der viele kleine Steine eng nebeneinander in eine Fläche eingelassen werden, sodass das Metall dahinter kaum noch sichtbar ist. Bei der Kanalfassung wiederum sitzen die Steine in einer Reihe zwischen zwei Metallschienen, ohne dass einzelne Krappen sie trennen. Jede Fassungsart erzeugt einen eigenen Licht- und Flächeneindruck.
Bedeutung und Qualität
Die Qualität einer Fassung zeigt sich in der Gleichmäßigkeit der Steine, der Sauberkeit der Metallarbeit und im sicheren Sitz jedes einzelnen Steins. Schlecht ausgeführte Fassungen können dazu führen, dass Steine locker werden und im Alltag verloren gehen. Bei dicht besetzten Flächen kommt es zudem auf gleichmäßige Abstände und eine einheitliche Ausrichtung der Steine an.
Bei Uhren ist zudem zu beachten, dass der Steinbesatz ab Werk oder nachträglich erfolgen kann. Ein fachgerecht ab Werk gefasster Besatz gilt in der Regel als werterhaltender als eine nachträgliche Fremdbesetzung, die den ursprünglichen Zustand einer Uhr verändert und den Sammlerwert mindern kann. Regelmäßige Kontrolle des Steinsitzes hilft, Verluste zu vermeiden.