
Was ein Druckboden ist
Der Druckboden ist eine Bauart des Gehäusebodens, bei der der Boden ohne Gewinde allein durch Druck in das Gehäuse eingepresst wird. Er wird auf das Mittelteil des Gehäuses aufgesetzt und mit gleichmäßigem Druck eingedrückt, wo ihn die entstehende Spannung und meist eine Dichtung an Ort und Stelle halten. Werkzeug ist zum Verschließen kaum nötig, oft genügt eine Bodenpresse.
Zum Öffnen wird ein Druckboden mit einem flachen Werkzeug, dem Bodenöffner oder Gehäusemesser, an einer kleinen Aussparung angehoben und abgehebelt. Diese Aussparung am Bodenrand ist ein typisches Erkennungsmerkmal. Der Vorgang erfordert Vorsicht, da die Kante bei unsachgemäßem Ansetzen leicht verkratzt oder verformt werden kann.
Abgrenzung zum Schraubboden
Dem Druckboden steht der Schraubboden gegenüber, der über ein Gewinde in das Gehäuse eingedreht und dadurch fest verspannt wird. Der Schraubboden erlaubt in Verbindung mit Dichtungen in der Regel eine höhere Wasserdichtheit und wird daher bei Uhren mit sportlichem Anspruch bevorzugt. Der Druckboden ist dagegen einfacher aufgebaut und lässt sich flacher ausführen.
Aus diesem Grund findet man Druckböden häufig bei flachen, klassischen und preislich einfacheren Uhren, bei denen keine besonders hohe Wasserdichtheit gefordert ist. Die Dichtwirkung hängt allein von der eingelegten Dichtung und dem exakten Sitz des Bodens ab. Ist die Dichtung gealtert oder der Boden nicht sauber eingedrückt, kann Feuchtigkeit eindringen.
Praxis
Bei jeder Öffnung sollte die Dichtung geprüft und bei Bedarf ersetzt werden, da sie mit der Zeit aushärtet und ihre Dichtwirkung verliert. Nach dem Batteriewechsel oder einer Revision muss der Druckboden gerade und mit gleichmäßigem Druck wieder eingesetzt werden, damit er rundum sauber schließt. Ein schief oder unvollständig eingedrückter Boden beeinträchtigt sowohl die Dichtheit als auch den Halt.
Ob eine Uhr einen Druckboden besitzt, lässt sich häufig an der glatten Bodenkante mit kleiner Aushebekerbe erkennen, während Schraubböden meist Kerben oder Kanten für ein Öffnungswerkzeug tragen. Nach jedem Öffnen empfiehlt sich bei Uhren mit Dichtheitsanspruch eine erneute Prüfung der Wasserdichtheit, da bereits kleine Fehler beim Einsetzen des Bodens oder eine beschädigte Dichtung die Schutzwirkung aufheben. Für den Besitzer bedeutet ein Druckboden vor allem, dass er im Umgang mit Feuchtigkeit zurückhaltender sein sollte als bei einer entsprechend geprüften Uhr mit Schraubboden und Schraubkrone.