Uhren-Lexikon · Zifferblatt & Anzeige

California Dial

Ein Zifferblatt, das oben römische und unten arabische Ziffern kombiniert. Der ungewöhnliche Stil stammt aus den 1930er-Jahren und ist bis heute ein Blickfang.

◷ 3 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Was ein California Dial genau ist

Ein California Dial ist ein Zifferblatt, das zwei Ziffernstile auf einem einzigen Blatt vereint: In der oberen Hälfte stehen römische Ziffern, in der unteren arabische. Im Uhren-Alltag begegnen dir dafür auch die Namen „Cal Dial" oder „Half-and-Half-Dial". Charakteristisch ist außerdem, dass die Zwölf häufig nicht als römische XII, sondern als Dreieck oder breiter Balken markiert wird und die Sechs als arabische Ziffer erscheint. Das Ergebnis ist ein kräftig gezeichnetes, sehr aufgeräumtes Blatt.

Der Grundgedanke hinter dieser Mischung war praktischer Natur. Große, klar voneinander abgesetzte Zahlen lassen sich auch bei schlechten Lichtverhältnissen schnell erfassen, und die kräftigen Markierungen bieten viel Fläche für Leuchtmasse. Genau deshalb tauchte der Stil ursprünglich an robusten Gebrauchs- und Beobachtungsuhren auf und nicht an filigranen Anzugsuhren. Ob ein California Dial dir gefällt, ist letztlich Geschmackssache – unstrittig ist aber, dass es eines der wiedererkennbarsten Zifferblatt-Layouts überhaupt ist.

Wie das Zifferblatt aufgebaut ist

Stell dir das Blatt an einer waagerechten Linie zwischen Neun und Drei geteilt vor. Oberhalb dieser Linie sitzen die römischen Ziffern, unterhalb die arabischen. Die einzelnen Stundenmarkierungen können dabei als flache Aufdrucke ausgeführt sein oder als erhaben aufgesetzte Applikationen, was dem Blatt mehr Tiefe gibt. Anders als bei einem klassischen Strich- oder Punkt-Index trägt hier fast jede Stunde eine ausgeschriebene Ziffer, was den vollen, „gefüllten" Charakter ausmacht.

Häufig wird das California Dial mit einer sogenannten Sandwich-Konstruktion kombiniert: Unter einer ausgestanzten Deckplatte liegt eine mit Leuchtmasse gefüllte Schicht, sodass Ziffern und Marken plastisch nachleuchten. Zwingend ist das aber nicht – es gibt California Dials mit aufgedruckter Leuchtmasse ebenso wie solche ganz ohne Nachtleuchtfunktion.

Woher der Stil und der Name stammen

Das Layout geht auf die 1930er-Jahre zurück. Als bekanntestes historisches Beispiel gelten die frühen Radiomir-Modelle von Panerai, deren Gehäuse und Werke damals von Rolex zugeliefert wurden und die teils genau diese Zifferblattaufteilung trugen. Auch Rolex selbst verwendete in den 1930er- und 1940er-Jahren solche Blätter. Der Name „Radiomir" bezog sich übrigens auf die radiumhaltige Leuchtmasse jener Zeit – ein Hinweis darauf, wie eng dieser Zifferblatt-Typ mit dem Thema Ablesbarkeit im Dunkeln verknüpft war.

Woher die Bezeichnung „California" stammt, ist nicht restlos gesichert. Eine verbreitete Erklärung führt sie auf einen kalifornischen Betrieb zurück, der solche Zifferblätter in der Mitte des 20. Jahrhunderts restaurierte und neu belegte, sodass sich der Stil mit dem Ort verband. Belegen lässt sich diese Herleitung nicht zweifelsfrei, sie ist aber die am häufigsten genannte.

Warum das Design bis heute gefragt ist und worauf du achten solltest

Bis heute greifen Hersteller und Mikromarken das California Dial in Neuauflagen auf, allen voran Panerai. Der Reiz liegt in der Mischung aus historischem Bezug, hoher Ablesbarkeit und einem ungewöhnlichen, sofort erkennbaren Auftritt. Damit passt der Stil vor allem zu Uhren mit Werkzeug- oder Vintage-Charakter.

Bei älteren Uhren solltest du genauer hinsehen. Weil das Layout so beliebt ist, wurden im Nachhinein manche schlichten Zifferblätter zu einem California Dial umgestaltet. Ein solches nachträglich neu belacktes Blatt ist ein Redial und mindert bei einer echten Vintage-Uhr in der Regel den Sammlerwert – selbst wenn es optisch gefällt. Achte deshalb darauf, ob das Blatt zur Epoche und zum restlichen Zustand der Uhr passt, und lass dir bei teuren Stücken die Originalität bestätigen.

Häufige Fragen (FAQ)

Woran erkenne ich ein California Dial?

Am sichersten am zweigeteilten Aufbau: oben römische, unten arabische Ziffern, häufig ergänzt durch ein Dreieck oder einen Balken bei der Zwölf. Sitzt diese Kombination auf einem Blatt, handelt es sich um ein California Dial.

Woher kommt der Name „California Dial"?

Sicher belegt ist der Ursprung nicht. Am häufigsten wird der Name mit einem kalifornischen Betrieb erklärt, der derartige Zifferblätter im 20. Jahrhundert restaurierte. Der Stil selbst ist älter und geht auf die 1930er-Jahre zurück.

Gibt es California Dials nur an alten Uhren?

Nein. Neben historischen Vorbildern von Panerai und Rolex bieten heute mehrere Marken und Mikromarken Neuauflagen an. Das Layout ist also sowohl an Vintage-Uhren als auch an aktuellen Modellen zu finden.