Marke · Mikromarke

Lilienthal Berlin

Deutschland · gegründet 2015 · Mikromarke

◷ 5 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Lilienthal Berlin wurde 2015 in Berlin gegründet und ist nach dem Flugpionier Otto Lilienthal benannt. Die Marke verkauft überwiegend online und legt Wert auf Design sowie Endmontage in Deutschland. Verbaut werden Quarzwerke und in höheren Preisklassen Schweizer Sellita-Automatikwerke.

Steckbrief

Gegründet2015
LandDeutschland
SitzBerlin
GründerJacques Colman & Michael Gilli
KategorieMikromarke
Preisklasseca. 200–800 €
UhrwerkeRonda-Quarz & Sellita-Automatik

Geschichte

Lilienthal Berlin wurde 2015 in Berlin gegründet und ist nach dem Flugpionier Otto Lilienthal benannt, der Ende des 19. Jahrhunderts die ersten erfolgreichen Gleitflüge unternahm. Die Gründer – unter ihnen Jacques Colman und Michael Gilli – starteten die Marke als designorientiertes Berliner Start-up mit dem Anspruch, hochwertige Uhren zu fairen Preisen direkt an Endkunden zu verkaufen.

Statt über den klassischen Fachhandel setzt Lilienthal von Beginn an auf Onlinevertrieb und einen direkten Draht zur Community. Bekannt wurde die junge Marke unter anderem über erfolgreiche Crowdfunding-Kampagnen und mehrere Designpreise, darunter Auszeichnungen wie der German Design Award und der iF Design Award.

Anders als traditionsreiche Manufakturen blickt Lilienthal nicht auf eine lange Uhrmacher-Historie zurück – die Stärke liegt im zeitgenössischen Design und in der Endmontage in Deutschland. Verbaut werden zugekaufte Schweizer Werke: Ronda-Quarzkaliber in den günstigeren Modellen, Sellita-Automatikwerke in den höheren Preisklassen. Damit positioniert sich Lilienthal Berlin klar als moderne Lifestyle- und Designmarke, nicht als klassische Uhrenmanufaktur.

Bekannt für

Lilienthal Berlin steht für klares, zeitgenössisches Design im Geist des Bauhaus und der Berliner Kreativszene. Die Design-DNA ist minimalistisch: aufgeräumte Zifferblätter, schlanke Gehäuse, dezente Farbakzente und eine insgesamt unaufdringliche, urbane Ästhetik.

Signaturmerkmal ist das flache Flaggschiff L1, das mit sehr niedriger Bauhöhe und reduziertem Zifferblatt besonders gut unter die Manschette passt. Typisch für die Marke sind außerdem der Bezug zum Namensgeber Otto Lilienthal (etwa mit Gravuren oder Flug-Motiven), nachhaltig orientierte Armbandoptionen und ein klar auf jüngere, designaffine Käufer zugeschnittener Auftritt.

Komplikationen im klassischen Sinn spielen kaum eine Rolle – der Fokus liegt auf schlichten Dreizeiger-Uhren, Chronographen und wenigen Automatikmodellen. Der Ruf von Lilienthal ist der einer sympathischen, designstarken Mikromarke Made in Germany: mehr Lifestyle-Accessoire und Designobjekt als uhrmacherisches Schwergewicht, dafür mit stimmiger Gestaltung und fairem Preis.

Uhrwerke & Technik

Lilienthal Berlin fertigt keine eigenen Uhrwerke, sondern verbaut zugekaufte Schweizer Kaliber. In den günstigeren Modellen und den meisten Chronographen kommen zuverlässige Ronda-Quarzwerke zum Einsatz – wartungsarm, präzise und batteriebetrieben. Für die mechanischen Modelle nutzt die Marke Sellita-Automatikwerke, in der Regel das weit verbreitete Kaliber SW200, das dem ETA 2824 entspricht.

Das ist typisch für eine Mikromarke und keineswegs negativ: Die Werke sind bewährt, einfach zu warten und weltweit erhältlich. Der Mehrwert einer Lilienthal liegt jedoch klar im Design und in der Endmontage in Deutschland, nicht in exklusiver Werktechnik. Wer ein hauseigenes Manufakturkaliber sucht, ist hier falsch; wer solide Standardtechnik in einem gut gestalteten Gehäuse möchte, ist gut bedient.

Wichtige Modelle von Lilienthal Berlin

  • L1 — Das flache Flaggschiff mit minimalistischem Zifferblatt und sehr niedriger Bauhöhe. Meist mit Ronda-Quarzwerk, im mittleren bis oberen dreistelligen Bereich. Steht für das reduzierte Berliner Designverständnis der Marke.
  • The Chronograph — Der Signatur-Chronograph der Marke mit Quarzwerk und reduziertem Bauhaus-Look, erhältlich in mehreren Varianten. Sportlich-elegant und alltagstauglich, im mittleren dreistelligen Bereich.
  • Zeitgeist Automatik — Das mechanische Modell mit Sellita-SW200-Automatikwerk und sichtbarem Werk durch den Glasboden. Etwas gehobener bepreist, für alle, die eine Automatik im schlichten Design suchen.
  • Meister — Eine gehobene Ausführung im Lilienthal-Sortiment mit aufwendigerer Verarbeitung und Ausstattung, positioniert am oberen Ende der Marke. Für Käufer, die etwas mehr Anspruch suchen.

Lilienthal Berlin kaufen: Worauf du achten solltest

Lilienthal Berlin verkauft überwiegend direkt über den eigenen Onlineshop; einen dichten stationären Handel gibt es nicht. Neu bewegen sich die Preise grob im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich bei den Quarzmodellen, die Sellita-Automatik (Zeitgeist) liegt im oberen dreistelligen Rahmen.

Weil die Marke jung und der Direktvertrieb dominant ist, ist der Gebrauchtmarkt vergleichsweise dünn – Auswahl und Preisfindung sind schwieriger als bei etablierten Marken. Das bedeutet auch: Als Wertanlage taugt Lilienthal nicht, gebrauchte Uhren verlieren nach dem Neukauf spürbar, ähnlich wie bei anderen Mikromarken.

Worauf achten? Da die Werke zugekaufte Ronda- oder Sellita-Kaliber sind, ist der Service unkompliziert. Beim Neukauf lohnt der Blick auf Aktionen und Sets. Beim Gebrauchtkauf sollte man den Zustand von Gehäuse und Glas prüfen und den Preis realistisch am reduzierten Neupreis orientieren. Typischer Fallstrick: den Design-Reiz mit uhrmacherischem Wert zu verwechseln – man zahlt hier vor allem für Gestaltung.

Unser Fazit zu Lilienthal Berlin

Lilienthal Berlin lohnt sich für alle, die eine gut gestaltete, bezahlbare Designuhr Made in Germany suchen und keinen Wert auf Uhrmacher-Tradition oder Wertsteigerung legen. Die Stärken sind das stimmige, minimalistische Design, die faire Preisgestaltung durch Direktvertrieb und die sympathische Markengeschichte rund um den Flugpionier Otto Lilienthal.

Die Schwächen sind ebenso klar: Es handelt sich um eine junge Mikromarke ohne eigene Werke und ohne relevante Wertstabilität. Die zugekauften Ronda- und Sellita-Kaliber sind solide, aber austauschbar; der Preis rechtfertigt sich fast ausschließlich über Gestaltung und Endmontage.

Neutral bewertet: Lilienthal ist ein gutes Design-Accessoire und eine schöne erste, bewusst gewählte Uhr – kein Sammler- oder Investmentobjekt. Für den Zweck, für den die Marke antritt, liefert sie ein rundes, ehrliches Paket.

Häufige Fragen

Ist Lilienthal Berlin eine gute Marke?

Für designorientierte Käufer ja. Lilienthal bietet stimmig gestaltete Uhren mit Endmontage in Deutschland zu fairen Preisen, ist aber eine junge Mikromarke mit zugekauften Werken – kein klassischer Manufakturhersteller.

Wo werden Lilienthal-Berlin-Uhren hergestellt?

Die Uhren werden in Deutschland endmontiert, das Design entsteht in Berlin. Die Uhrwerke sind zugekaufte Schweizer Kaliber von Ronda (Quarz) und Sellita (Automatik).

Hat Lilienthal Berlin ein eigenes Uhrwerk?

Nein. Die Marke verbaut Schweizer Standardwerke – Ronda-Quarz in den günstigeren Modellen, Sellita-Automatik (SW200) in den höheren Preisklassen. Der Fokus liegt auf dem Design.

Halten Lilienthal-Uhren ihren Wert?

Nein, nicht nennenswert. Wie bei den meisten Mikromarken verlieren die Uhren nach dem Neukauf an Wert, und der Gebrauchtmarkt ist dünn. Man kauft sie zum Tragen, nicht als Anlage.

Wofür steht der Name Lilienthal?

Die Marke ist nach Otto Lilienthal benannt, dem deutschen Flugpionier des 19. Jahrhunderts. Der Bezug spiegelt sich in Namen, Gravuren und Motiven einzelner Modelle wider.

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