Longines wurde 1832 von Auguste Agassiz in Saint-Imier gegründet und gehört seit 1983 zur Swatch Group. Die Marke verbindet eine lange Sport- und Fliegeruhren-Historie mit klassisch-eleganten Modellen. Das geflügelte Sanduhr-Logo gilt als eine der ältesten durchgehend eingetragenen Uhren-Bildmarken.
Steckbrief
| Gegründet | 1832 |
|---|---|
| Land | Schweiz |
| Sitz | Saint-Imier |
| Gründer | Auguste Agassiz |
| Kategorie | Premium |
| Preisklasse | ca. 900–3.000 € |
| Uhrwerke | ETA-basiert & exklusive Kaliber |
Geschichte
Longines wurde 1832 von Auguste Agassiz in Saint-Imier im Schweizer Jura gegründet. Den Namen verdankt die Marke einem Ort: 1866 errichtete Agassiz' Neffe Ernest Francillon im Gebiet Les Longines – den langen Wiesen am Fluss – eine eigene Fabrik und bündelte die zuvor verstreute Heimarbeit unter einem Dach. Damit zählte Longines zu den frühen industriellen Manufakturen der Schweiz.
Die Geschichte von Longines ist eng mit Sport und Luftfahrt verbunden: Die Marke war offizielle Zeitnehmerin zahlreicher Wettkämpfe und entwickelte legendäre Navigationsuhren wie die Lindbergh Hour Angle Watch und die Weems Second-Setting Watch für Piloten. Das geflügelte Sanduhr-Logo wurde 1889 eingetragen und gilt als eine der ältesten unveränderten Bildmarken der Welt.
1983 wurde Longines Teil der neu formierten Swatch Group, zu der die Marke bis heute gehört. Innerhalb des Konzerns positioniert sich Longines im gehobenen Premiumsegment – oberhalb von Marken wie Tissot, aber unterhalb der Luxushäuser. Die Kollektion verbindet heute klassische Eleganz mit sportlicher Historie.
Bekannt für
Longines steht für klassische Eleganz mit sportlichem Erbe – eine Marke, die traditionelle Gestaltung mit fairer Preispolitik verbindet. Die Design-DNA ist vielseitig: Sie reicht von schlanken, eleganten Dress Watches der Master Collection über retro-orientierte Flieger- und Werkzeuguhren bis zu robusten Taucheruhren.
Signaturmerkmale sind das geflügelte Sanduhr-Logo, feine Details wie gebläute Zeiger, sonnenschliffene oder gekörnte Zifferblätter und eine insgesamt zurückhaltend-klassische Handschrift. Historische Reeditionen – etwa Modelle mit dem Schriftzug im Vintage-Stil – sind ein wichtiger Teil des Portfolios und greifen die reiche Vergangenheit der Marke auf.
Technisch setzt Longines zunehmend auf Chronometer-Zertifizierung und Silizium-Spiralen für bessere Ganggenauigkeit und Magnetfeldresistenz, etwa in der Spirit-Linie. Der Ruf der Marke ist der eines verlässlichen, geschmackssicheren Anbieters mit langer Historie: kein lauter Statuswert, dafür viel Uhr und Tradition zu einem vergleichsweise vernünftigen Preis.
Uhrwerke & Technik
Longines verwendet exklusive Werke auf Basis von ETA-Kalibern – möglich, weil beide Unternehmen zur Swatch Group gehören. Diese Kaliber tragen eigene Longines-Bezeichnungen (etwa die L888- oder L688-Reihe) und sind der Marke exklusiv vorbehalten, also nicht frei am Markt erhältlich.
Ein Beispiel ist das Automatikwerk L888 mit langer Gangreserve, das häufig mit einer Silizium-Spirale ausgestattet ist. Für Chronographen kommt das Säulenrad-Werk L688 zum Einsatz. Zunehmend sind Modelle – vor allem der Spirit-Linie – als offizielle Chronometer nach COSC zertifiziert.
Die Kombination aus bewährter ETA-Basis, exklusiver Weiterentwicklung und moderner Technik wie Silizium macht Longines-Werke robust, präzise und dennoch fair bepreist. Ein reines Manufakturwerk im Sinne einer eigenständigen Entwicklung ist es nicht – aber ein solide veredeltes, exklusives Kaliber.
Wichtige Modelle von Longines
- Master Collection — Die klassisch-elegante Kernlinie mit gewölbtem Zifferblatt, häufig mit Mondphase oder Datum. Meist um 40 mm im mittleren vierstelligen Bereich – der zeitlose Anzug-Klassiker der Marke.
- Spirit — Die von der Luftfahrt-Historie inspirierte Linie mit COSC-Chronometer-Zertifizierung und Silizium-Spirale. Robust, präzise und sportlich-klassisch; die Variante Zulu Time bietet zusätzlich eine GMT-Funktion.
- HydroConquest — Die moderne Taucheruhr mit hoher Wasserdichtigkeit, Drehlünette und sportlichem Auftritt. Ein alltagstauglicher Sportler im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich.
- DolceVita — Die rechteckige, vom Art déco inspirierte Eleganzlinie für Damen und Herren. Schlanke Formuhr mit klassischem Charme, häufig mit Quarz- oder Automatikwerk.
- Conquest — Sportlich-elegante Allrounder für den Alltag, robuster als die Master Collection, aber eleganter als die HydroConquest. Breite Auswahl an Größen und Ausführungen.
- Heritage / Avigation — Historische Reeditionen wie die Legend Diver oder Fliegeruhren im Vintage-Stil, die Longines' reiche Vergangenheit aufgreifen. Beliebt bei Liebhabern von Retro-Designs.
Longines kaufen: Worauf du achten solltest
Longines-Uhren gibt es neu bei Konzessionären und in Boutiquen; der Gebrauchtmarkt ist wegen der großen Stückzahlen gut gefüllt. Die Neupreise bewegen sich grob zwischen dem unteren vierstelligen Bereich für einfache Modelle und rund 3.000 € für hochwertigere Ausführungen.
Gebraucht kaufen lohnt sich bei Longines besonders, weil die Uhren – wie fast alle Premiummarken unterhalb des Luxussegments – nach dem Neukauf spürbar an Wert verlieren. Ein gepflegtes Vorbesitzer-Modell kostet oft deutlich weniger als neu, bei gleicher Technik. Zur Wertstabilität ehrlich: Longines ist keine Wertanlage, hält seinen Gebrauchtwert aber ordentlich, weil die klassischen Modelle zeitlos gefragt sind.
Worauf achten? Vollständige Papiere und Box, dokumentierter Service und ein sauberer Werkszustand. Prüfen Sie, ob das Modell eine Silizium-Spirale oder COSC-Zertifizierung besitzt – das spricht für neuere Technik. Typischer Fallstrick: Auf dem Zweitmarkt kursieren gefälschte Papiere und ältere Modelle mit hohem Servicebedarf; ein Kauf beim seriösen Händler ist die sicherere Wahl.
Unser Fazit zu Longines
Longines lohnt sich für alle, die eine klassische Schweizer Uhr mit langer Historie und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis suchen, ohne ins Luxussegment zu wechseln. Die Stärken liegen in der eleganten, zeitlosen Gestaltung, der breiten Kollektion, der exklusiven ETA-Werktechnik mit Silizium und Chronometer-Optionen sowie der glaubwürdigen Sport- und Fliegeruhren-Geschichte.
Als Schwäche gilt der begrenzte Status- und Wiederverkaufswert: Longines ist bekannt und angesehen, löst aber nicht denselben Prestige-Reflex aus wie Luxusmarken, und die Werke sind keine echten Eigenentwicklungen.
Beim Preis-Leistungs-Verhältnis ist Longines eine der solidesten Empfehlungen im Premiumsegment: viel Uhr, viel Geschichte und moderne Technik zu vernünftigen Preisen. Neutral bewertet eine rundum ausgewogene Marke – ideal für den Einstieg in gehobene Schweizer Uhren oder als vielseitiger Alltagsklassiker, weniger als Spekulationsobjekt.
Häufige Fragen
Ist Longines eine gute Uhrenmarke?
Ja. Longines gilt als solide, traditionsreiche Premiummarke mit eleganten Designs, exklusiver ETA-Werktechnik und fairem Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie ist eine der ausgewogensten Empfehlungen unterhalb des Luxussegments.
Wo werden Longines-Uhren hergestellt?
Longines fertigt in Saint-Imier im Schweizer Jura – am Gründungsort von 1832. Als Teil der Swatch Group nutzt die Marke exklusive Werke auf ETA-Basis.
Halten Longines-Uhren ihren Wert?
Longines ist keine Wertanlage; die Uhren verlieren nach dem Neukauf an Wert. Klassische Modelle wie die Master Collection halten ihren Gebrauchtwert aber vergleichsweise ordentlich.
Hat Longines ein eigenes Manufakturwerk?
Nicht im strengen Sinn. Longines verwendet exklusive, weiterentwickelte Werke auf ETA-Basis – oft mit Silizium-Spirale und teils COSC-Zertifizierung –, aber keine vollständig eigenständige Manufakturentwicklung.
Was ist der Unterschied zwischen Longines und Tissot?
Beide gehören zur Swatch Group, Longines ist aber höher positioniert: gehobenere Verarbeitung, teurere Werke und ein Premium-Anspruch, während Tissot im Mittelklasse-Segment antritt.
Longines im Vergleich
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