Laco wurde 1925 von Frieda Lacher und Ludwig Hummel in Pforzheim gegründet. Im Zweiten Weltkrieg gehörte das Unternehmen zu den fünf Herstellern der originalen Beobachtungsuhren (B-Uhren) für die Luftwaffe. Heute liegt der Schwerpunkt auf modernen Fliegeruhren mit Miyota-, ETA- oder eigenen Manufakturwerken.
Steckbrief
| Gegründet | 1925 |
|---|---|
| Land | Deutschland |
| Sitz | Pforzheim |
| Gründer | Frieda Lacher & Ludwig Hummel |
| Kategorie | Mittelklasse |
| Preisklasse | ca. 400–2.200 € |
| Uhrwerke | Miyota, ETA/Sellita & eigene Manufakturkaliber |
Geschichte
Laco geht auf die 1925 von Frieda Lacher und Ludwig Hummel in Pforzheim gegründete Firma Lacher & Co. zurück – aus deren Namen sich die Marke Laco ableitet. Pforzheim war damals ein Zentrum der deutschen Schmuck- und Uhrenindustrie.
Der prägendste Abschnitt der Geschichte fällt in den Zweiten Weltkrieg: Laco gehörte zu den nur fünf Herstellern, die die originalen Beobachtungsuhren – die berühmten B-Uhren – für die Luftwaffe fertigten. Neben Laco waren dies A. Lange & Söhne, Wempe, Stowa und IWC. Diese großen, gut ablesbaren Fliegeruhren mit ihren beiden typischen Zifferblattvarianten (Baumuster A und B) prägen bis heute das Selbstverständnis der Marke.
Nach dem Krieg baute Laco unter anderem eigene Automatikwerke, geriet in der Quarzkrise aber wie viele deutsche Hersteller in schwieriges Fahrwasser. Heute ist Laco als eigenständige Manufaktur in Pforzheim wieder fest etabliert und hat sich klar auf moderne Neuinterpretationen der historischen Fliegeruhr spezialisiert – vom günstigen Einstiegsmodell bis zur Uhr mit eigenem Manufakturkaliber.
Bekannt für
Laco ist praktisch ein Synonym für die deutsche Fliegeruhr. Die Design-DNA stammt direkt von den historischen B-Uhren: großes, gut ablesbares Zifferblatt, hoher Kontrast in Schwarz-Weiß, leuchtstarke Zeiger und die charakteristische Dreiecksmarkierung bei 12 Uhr. Zwei Zifferblatt-Typen prägen das Bild:
- Baumuster A mit klassischer Stundenanzeige und Ziffern von 1 bis 12.
- Baumuster B mit großer Minuterie am Außenrand und kleineren Stunden im Inneren.
Typisch sind außerdem die große, gut greifbare Zwiebelkrone, sandgestrahlte oder künstlich gealterte Gehäuse (in der Erbstück-Linie) und Durchmesser, die von tragbaren 39–42 mm bis zu den historisch korrekten 45 mm reichen. Als Material dominiert gebürsteter oder mattierter Edelstahl.
Der Ruf von Laco ist der eines authentischen, geschichtsbewussten Herstellers, der seine Herkunft als originaler B-Uhren-Lieferant glaubwürdig fortführt – funktional, robust und ohne modischen Schnickschnack.
Uhrwerke & Technik
Laco staffelt seine Uhren klar nach Werk. Die Einstiegsmodelle (etwa die Basis-Linie) nutzen zuverlässige japanische Miyota-Automatikwerke, die ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Darüber folgen Modelle mit Schweizer ETA- oder Sellita-Werken, teils in Handaufzugs-Variante für den authentischen B-Uhr-Charakter.
An der Spitze stehen Uhren mit hauseigenen Manufakturkalibern (etwa Laco 01 und Laco 02), die deutlich hochwertiger ausgeführt und entsprechend teurer sind. Diese Kaliber unterstreichen den Anspruch, eine echte Manufaktur und nicht nur ein Gehäusemontierer zu sein.
Für Käufer heißt das: Der Preisunterschied zwischen einer Laco mit Miyota-Werk und einer mit Manufakturkaliber ist erheblich – beide tragen aber dasselbe historische Design. Wer vor allem den Look will, fährt mit den Miyota-Modellen günstig und solide.
Wichtige Modelle von Laco
- Augsburg — Die Fliegeruhr im Baumuster A mit klarer Stundenanzeige – das wohl bekannteste Einstiegsmodell der Marke. Gut ablesbar, robust und vergleichsweise günstig.
- Paderborn — Klassische B-Uhr im Baumuster B mit innenliegender Stundenskala. Meist um 42–45 mm, je nach Werk vom Einstieg bis ins mittlere Preissegment. Einer der Laco-Bestseller.
- Aachen — Eine etwas kleiner dimensionierte Fliegeruhr, dadurch besonders alltagstauglich und auch für schmalere Handgelenke geeignet. Solide Automatik im unteren bis mittleren Preisbereich.
- Replica 55 — Die originalgetreue Neuauflage der historischen B-Uhr im großen 45-mm-Format mit Zwiebelkrone. Für Liebhaber, die maximale historische Authentizität suchen.
- Erbstück — Modelle mit künstlich gealtertem Gehäuse und Vintage-Optik, die den Look einer über Jahrzehnte getragenen Uhr nachbilden. Charaktervoll und beliebt bei Fans des Used-Looks.
- Marineuhren — Neben den Fliegeruhren fertigt Laco auch klassisch gestaltete Marine- und Alltagsuhren mit ruhigerem Zifferblatt – eine Alternative für alle, denen die B-Uhr zu markant ist.
Laco kaufen: Worauf du achten solltest
Laco verkauft neu direkt über den eigenen Onlineshop und ausgewählte Händler; gebraucht sind die Fliegeruhren gut zu finden. Die Preisspanne ist groß: Einsteigermodelle mit Miyota-Werk gibt es im unteren dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich, Uhren mit Schweizer Werk darüber, Manufakturkaliber im oberen vierstelligen Rahmen.
Beim Kauf lohnt der genaue Blick auf das verbaute Werk – Miyota, ETA/Sellita oder Manufakturkaliber – denn optisch unterscheiden sich die Modelle oft kaum, preislich dagegen erheblich. Wer nur den B-Uhr-Look möchte, bekommt mit den Miyota-Modellen viel Uhr fürs Geld. Prüfen sollte man außerdem den Durchmesser: Die historisch korrekten 45 mm wirken an vielen Handgelenken sehr groß.
Zur Wertstabilität ehrlich: Laco ist keine Wertanlage; als solide, geschichtsträchtige Gebrauchsuhr hält sie ihren Wert aber ordentlich. Typischer Fallstrick beim Gebrauchtkauf sind stark gealterte Erbstück-Modelle – hier ist die Patina gewollt und kein Mangel.
Unser Fazit zu Laco
Laco lohnt sich für alle, die eine authentische deutsche Fliegeruhr mit echter historischer Herkunft suchen. Die große Stärke ist genau diese Glaubwürdigkeit: Laco war einer der fünf originalen B-Uhren-Lieferanten und interpretiert dieses Erbe heute über die gesamte Preisspanne – vom günstigen Miyota-Einsteiger bis zur Manufakturkaliber-Uhr.
Stärken sind außerdem das faire Preis-Leistungs-Verhältnis der Einstiegsmodelle, die robuste Bauweise und die große Modellauswahl. Als Schwäche lässt sich nennen, dass viele Modelle Standardwerke nutzen und das Design zwangsläufig sehr fokussiert ist – wer keine Fliegeruhr mag, findet bei Laco wenig Alternativen.
Neutral bewertet: Laco ist eine der ehrlichsten Adressen für die klassische B-Uhr. Wer den Look schätzt, bekommt viel Substanz und Geschichte fürs Geld; als Investment taugt die Marke nicht.
Häufige Fragen
Ist Laco eine gute Uhrenmarke?
Ja, besonders für Fliegeruhren-Fans. Laco war einer der fünf originalen B-Uhren-Hersteller und bietet authentische Fliegeruhren vom günstigen Miyota-Modell bis zum eigenen Manufakturkaliber.
Wo werden Laco-Uhren gefertigt?
Laco ist in Pforzheim ansässig und montiert seine Uhren dort. Die Werke stammen je nach Modell aus Japan (Miyota), der Schweiz (ETA/Sellita) oder aus eigener Manufakturfertigung.
Was ist eine B-Uhr?
Eine Beobachtungsuhr – die große Fliegeruhr, die im Zweiten Weltkrieg zur Navigation genutzt wurde. Laco fertigte diese Uhren original mit und legt sie heute in modernen Varianten neu auf.
Welches Laco-Modell ist für Einsteiger geeignet?
Die Modelle der Basis-Linie mit Miyota-Automatikwerk, etwa Augsburg oder Aachen. Sie bieten den klassischen B-Uhr-Look zu einem günstigen Preis und sind solide verarbeitet.
Halten Laco-Uhren ihren Wert?
Als Gebrauchsuhr hält Laco den Wert ordentlich, ist aber keine Wertanlage. Gefragt sind vor allem die klassischen B-Uhren; ungewöhnliche Sondermodelle können am Zweitmarkt stabiler sein.
Laco im Vergleich
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