Marke · Mittelklasse

Junghans

Deutschland · gegründet 1861 · Mittelklasse

◷ 5 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Junghans wurde 1861 in Schramberg im Schwarzwald gegründet und war zeitweise eine der größten Uhrenfabriken der Welt. Weltweit bekannt ist die vom Gestalter Max Bill entworfene Modellreihe im Bauhaus-Stil. Neben mechanischen Uhren fertigt Junghans auch Funk- und Solaruhren.

Steckbrief

Gegründet1861
LandDeutschland
SitzSchramberg
GründerErhard Junghans
KategorieMittelklasse
Preisklasseca. 600–2.500 €
UhrwerkeETA- & Sellita-basiert

Geschichte

Junghans wurde 1861 von Erhard Junghans gemeinsam mit seinem Schwager in Schramberg im Schwarzwald gegründet. Anfangs stellte das Unternehmen Bauteile für die Uhrenindustrie her, bevor es ab 1866 eigene Uhren fertigte – zunächst vor allem Wecker und Wanduhren. Das achtzackige Sternsignet wurde dabei früh zum weithin bekannten Markenzeichen. Um die Jahrhundertwende war Junghans mit tausenden Beschäftigten zeitweise die größte Uhrenfabrik der Welt – der markante Terrassenbau in Schramberg zeugt bis heute von dieser Blütezeit.

Ein Meilenstein der Markengeschichte war die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Gestalter und Bauhaus-Schüler Max Bill: Ende der 1950er-Jahre entstanden zunächst Wanduhren, 1961 folgten die berühmten Armbanduhren im reduzierten Bauhaus-Stil, die bis heute das Bild der Marke prägen.

Später wurde Junghans zum Technologiepionier: 1990 präsentierte das Unternehmen mit der MEGA 1 die erste funkgesteuerte Armbanduhr der Welt. Nach wirtschaftlich schwierigen Jahren übernahm 2009 die Unternehmerfamilie Steim die Marke und führt sie seither eigenständig weiter. Heute verbindet Junghans mechanische Uhren mit Funk- und Solartechnik und pflegt bewusst sein Design-Erbe – hergestellt im Schwarzwald.

Bekannt für

Junghans ist heute vor allem für eine Design-Ikone bekannt: die Modellreihe Max Bill. Ihr minimalistisches Bauhaus-Design mit klaren Ziffern oder schlichten Indexen, flachem Gehäuse und gewölbtem Glas gilt als Inbegriff zeitloser deutscher Gestaltung und ist die Signatur von Junghans.

Die Design-DNA der Marke ist Reduktion: aufgeräumte Zifferblätter, gute Ablesbarkeit und funktionale Eleganz statt verspielter Details. Neben Max Bill steht die Meister-Linie für klassisch-runde Uhren mit gewölbtem Glas und feiner Anmutung, während die Form-Reihe eine modernere Formensprache pflegt.

Eine technische Besonderheit ist die Funk- und Solartradition: Junghans war Pionier der funkgesteuerten Armbanduhr und bietet bis heute Modelle, die sich automatisch nach dem Zeitzeichensender stellen. Der Ruf der Marke ist der eines bezahlbaren Design-Klassikers Made in Germany – gestalterisch hochgeschätzt, technisch solide, ohne den Anspruch einer Luxusmanufaktur.

Uhrwerke & Technik

Bei den mechanischen Modellen setzt Junghans überwiegend auf bewährte Schweizer Basiswerke von ETA und Sellita, die unter eigenen Kaliberbezeichnungen (etwa der J800-Reihe) laufen. Ein Automatikwerk wie das J800.1 basiert beispielsweise auf dem ETA 2824-2, Chronographen nutzen häufig das Valjoux/ETA 7750. Diese Werke sind zuverlässig, gut zu warten und weit verbreitet – der Mehrwert einer Junghans liegt entsprechend im Design, nicht in exklusiver Werktechnik.

Daneben hat Junghans eine ausgeprägte Kompetenz bei Quarz-, Funk- und Solaruhren. Die hauseigene Funktechnik stellt die Uhr automatisch nach dem Zeitzeichensender und sorgt für sekundengenaue Anzeige. Wer ein reines Manufakturkaliber sucht, ist bei Junghans falsch; wer bezahlbare, solide Technik in einem schönen Gehäuse möchte, ist gut bedient.

Wichtige Modelle von Junghans

  • Max Bill — Die Design-Ikone im Bauhaus-Stil nach Entwürfen von Max Bill. Erhältlich als Handaufzug, Automatik oder Quarz, meist im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich. Steht für zeitlose Reduktion.
  • Meister — Die klassisch-elegante Linie mit gewölbtem Glas und feiner Verarbeitung. Runde Dress Watches, teils mit Chronograph oder Kalender, im mittleren Preissegment der Marke.
  • Form — Die modernere Kollektion mit eigenständiger Formensprache und Automatik- oder Quarzwerk. Alltagstauglich und etwas zeitgenössischer als Max Bill und Meister.
  • Max Bill Chronoscope — Der Chronograph der Max-Bill-Familie mit zwei Totalisatoren im reduzierten Bauhaus-Look. Etwas gehobener bepreist und gefragt bei Design-Fans.
  • Meister Driver — Eine vom Automobildesign der 1930er-Jahre inspirierte Unterlinie mit warmen Farbtönen und retro-orientierten Zifferblättern.
  • Mega / Solar (Funkuhren) — Modelle mit funkgesteuerter und teils solarbetriebener Technik, die Junghans' Pionierrolle fortführen. Sie stellen sich automatisch nach dem Zeitzeichensender – praktisch und wartungsarm.

Junghans kaufen: Worauf du achten solltest

Junghans-Uhren gibt es neu im Fachhandel und online, gebraucht sind vor allem die Max-Bill-Modelle reichlich verfügbar. Die Preise bewegen sich grob zwischen dem unteren dreistelligen Bereich für einfache Quarzmodelle und dem oberen vierstelligen für aufwändigere Meister-Uhren; die mechanischen Max-Bill-Klassiker liegen im unteren bis mittleren vierstelligen Rahmen.

Neu oder gebraucht? Da Junghans-Werke auf verbreiteten ETA/Sellita-Basen laufen, sind Service und Ersatzteile unkompliziert – ein Pluspunkt beim Gebrauchtkauf. Achten sollte man beim gewölbten Plexiglas mancher Max-Bill- und Meister-Modelle auf Kratzer; es lässt sich zwar günstig auspolieren oder tauschen, ist aber empfindlicher als Saphirglas.

Zur Wertstabilität ehrlich: Junghans ist keine Wertanlage. Als bezahlbarer Design-Klassiker hält die Marke ihren Gebrauchtwert aber vergleichsweise ordentlich, weil das Bauhaus-Design zeitlos gefragt ist. Typischer Fallstrick: Quarz- und Automatikversion sehen oft fast identisch aus – vor dem Kauf die Werksart prüfen.

Unser Fazit zu Junghans

Junghans lohnt sich für alle, die zeitloses Bauhaus-Design zu einem fairen Preis suchen und keinen Wert auf eine Luxusmanufaktur legen. Die größte Stärke ist unbestritten die Gestaltung: Die Max-Bill-Reihe ist ein echter Design-Klassiker mit hohem Wiedererkennungswert. Dazu kommen solide Verarbeitung, das Label Made in Germany und eine interessante Funk- und Solartradition.

Die Schwäche liegt in der Werktechnik: Wer exklusive Manufakturkaliber erwartet, wird enttäuscht – verbaut werden veredelte Standardwerke. Auch das Plexiglas mancher Modelle ist Geschmackssache.

Beim Preis-Leistungs-Verhältnis ist Junghans überzeugend, sofern man die Uhr wegen ihres Designs kauft. Neutral bewertet: eine gestalterisch herausragende, technisch bodenständige Marke – ideal als erste hochwertigere Uhr oder als klare Design-Statement-Uhr, weniger als Sammler- oder Investmentobjekt.

Häufige Fragen

Ist Junghans eine gute Uhrenmarke?

Ja, besonders für Design-Fans. Junghans steht für zeitlose Bauhaus-Gestaltung Made in Germany und solide Verarbeitung zu fairen Preisen, nutzt bei den Werken aber überwiegend zugekaufte ETA/Sellita-Basen.

Wo werden Junghans-Uhren hergestellt?

Junghans sitzt und fertigt in Schramberg im Schwarzwald. Die mechanischen Basiswerke stammen aus der Schweiz, Design, Montage und Endkontrolle erfolgen in Deutschland.

Wer hat die Junghans Max Bill entworfen?

Der Schweizer Gestalter und Bauhaus-Schüler Max Bill. Die Wanduhren entstanden Ende der 1950er-Jahre, die Armbanduhren ab 1961 – bis heute die bekannteste Modellreihe der Marke.

Wem gehört Junghans?

Seit 2009 gehört Junghans der schwäbischen Unternehmerfamilie Steim, die die Marke eigenständig und unabhängig von großen Konzernen führt.

Haben Junghans-Uhren ein eigenes Uhrwerk?

In der Regel nicht. Die mechanischen Modelle laufen unter eigenen Kaliberbezeichnungen, basieren aber auf ETA- oder Sellita-Rohwerken. Die Eigenkompetenz liegt bei Funk- und Solartechnik.

Junghans im Vergleich

Wie schlägt sich Junghans gegen andere Marken? Direkte Vergleiche:

Die passende Uhr findest du über unsere Kaufberatung.