Uhren-Lexikon · Komplikation

Westminster-Schlagwerk

Ein Schlagwerk, das die vier Töne der bekannten Westminster-Melodie über mehrere Tonfedern erklingen lässt.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Was ein Westminster-Schlagwerk ist

Ein Westminster-Schlagwerk ist eine akustische Komplikation, die die bekannte Westminster-Melodie wiedergibt. Diese Tonfolge stammt vom großen Uhrturm des Londoner Parlamentspalasts, dessen berühmte Glocke als Big Ben bekannt ist, und wird auch als Westminster-Viertelstundenschlag bezeichnet. Die Melodie besteht aus wenigen, sich abwandelnden Tönen und ist im deutschsprachigen Raum vor allem von Standuhren und großen Wanduhren vertraut.

Um diese Melodie zu erzeugen, benötigt das Schlagwerk mehrere unterschiedlich gestimmte Tonfedern oder Glocken sowie die zugehörigen Hämmer. Während ein einfaches Schlagwerk nur einen einzigen Ton anschlägt, sind für die Westminster-Melodie typischerweise vier Töne erforderlich, die in festgelegter Reihenfolge erklingen. Die Tonfedern sind auf bestimmte Tonhöhen abgestimmt, damit die Abfolge als zusammenhängende Melodie wahrgenommen wird.

Wie es funktioniert

Die Melodie ist so aufgebaut, dass sie sich über die Viertelstunden hinweg entwickelt. Zur ersten Viertelstunde erklingt eine kurze Tonfolge, die sich zur halben und zur dreiviertel Stunde jeweils verlängert. Zur vollen Stunde erklingt die vollständige Melodie, an die sich anschließend die Stundenschläge anschließen können, die die jeweilige Stunde durch entsprechend viele Schläge angeben.

In einer Uhr wird die Reihenfolge der Hammerschläge über gezahnte Staffeln und Hebel gesteuert, die die Hämmer in der richtigen Abfolge auslösen. Viele Uhren mit Schlagwerk verfügen zusätzlich über eine Abstellmöglichkeit, mit der sich das Schlagen etwa nachts unterdrücken lässt. In Armbanduhren zählt ein solches Schlagwerk zu den seltenen und technisch aufwendigen Komplikationen, da Tonfedern und Hämmer auf engstem Raum untergebracht werden müssen.

Einordnung

Westminster-Schlagwerke finden sich sowohl in Groß- als auch in Kleinuhren. Bei Standuhren gehören sie zu den verbreiteten Melodieschlagwerken, oft mit umschaltbaren Melodien, sodass sich neben Westminster weitere Tonfolgen wählen lassen. In der Armbanduhr treten sie meist in Verbindung mit weiteren Schlagkomplikationen auf, etwa einer Minutenrepetition oder einer Sonnerie, und gelten als Ausweis besonderer uhrmacherischer Fertigkeit.

Der Klang eines solchen Schlagwerks hängt stark von der Abstimmung der Tonfedern, ihrer Befestigung und dem Material des Gehäuses ab. Kleine Unterschiede in der Fertigung führen dazu, dass zwei Uhren dieselbe Melodie mit hörbar unterschiedlichem Klang wiedergeben können. Das Stimmen der Tonfedern gilt daher als eigene Kunst innerhalb der Herstellung solcher Uhren.

Häufige Fragen

Woher stammt die Westminster-Melodie?

Sie ist nach dem Uhrturm des Londoner Parlamentspalasts benannt, dessen Glockenspiel die Tonfolge bekannt gemacht hat. In Uhren wird sie durch mehrere gestimmte Tonfedern nachgebildet.

Wie viele Töne braucht ein Westminster-Schlagwerk?

In der Regel vier unterschiedlich gestimmte Töne, die in wechselnder Reihenfolge die charakteristische Melodie ergeben.