Uhren-Lexikon · Material

Weißgold-Legierung

Gold, das mit weißen Metallen wie Palladium oder Nickel zu einer hellen, silbrigen Legierung verbunden ist.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Was eine Weißgold-Legierung ist

Eine Weißgold-Legierung ist eine Verbindung aus Gold mit weiteren Metallen, die dem von Natur aus gelben Gold ein helles, silbriges Aussehen verleihen. Reines Gold ist zu weich für den Uhren- und Schmuckgebrauch und wird daher stets legiert. Bei Weißgold werden gezielt Metalle zugesetzt, die die Farbe aufhellen. Der Goldgehalt bleibt dabei durch die Feinheit festgelegt.

Übliche Zusätze für die aufhellende Wirkung sind Palladium oder Nickel, oft in Kombination mit Silber, Kupfer oder Zink. Man unterscheidet dementsprechend etwa palladiumhaltiges von nickelhaltigem Weißgold. Bei einer Feinheit von 750, also 18 Karat, bestehen drei Viertel der Legierung aus reinem Gold und ein Viertel aus den zulegierten Metallen.

Farbe und Rhodinierung

Auch als Legierung behält Weißgold je nach Zusammensetzung einen leicht gräulichen oder schwach gelblichen Ton. Um ein reinweißes, helles Erscheinungsbild zu erreichen, werden Weißgoldteile häufig mit Rhodium überzogen. Diese sehr dünne Rhodinierung liegt als Oberflächenschicht auf dem Material und lässt es besonders hell wirken.

Die Rhodiumschicht nutzt sich mit der Zeit durch Tragen und Reibung ab. Dann kann der etwas dunklere Grundton des Weißgolds wieder durchscheinen. Eine erneute Rhodinierung durch einen Fachbetrieb stellt das ursprüngliche Aussehen wieder her. Dieser Umstand ist bei Weißgold normal und kein Mangel des Materials. Wie schnell die Rhodinierung abnutzt, hängt von der Beanspruchung und den Kontaktflächen ab, etwa an den Kanten eines Gehäuses. Eine erneute Beschichtung ist ein üblicher Teil der Aufarbeitung von Weißgoldstücken.

Einordnung und Praxis

Weißgold zählt neben Gelb- und Roségold zu den klassischen Goldfarben für Uhrgehäuse und Bänder. Optisch ähnelt es Platin oder poliertem Edelstahl, ist als Edelmetall jedoch anders einzuordnen und von höherem Materialwert als Stahl. Der Goldgehalt wird durch Feingehaltsstempel wie 750 nachgewiesen.

Nickelhaltiges Weißgold kann bei empfindlichen Personen Hautreaktionen auslösen, weshalb die Nickelabgabe innerhalb der Europäischen Union geregelt ist. Palladiumhaltige Legierungen gelten hier als verträglicher. Wer zu Allergien neigt, sollte auf die Zusammensetzung achten und im Zweifel nachfragen. Der Materialwert einer Weißgold-Legierung richtet sich vor allem nach dem Goldanteil und den weiteren Edelmetallen wie Palladium. Da Weißgold, Platin und Stahl optisch ähnlich wirken können, ist die Kennzeichnung durch Stempel für die Unterscheidung wichtig. Bei gebrauchten Stücken kann eine leicht abgetragene Rhodinierung auf längeren Gebrauch hindeuten, lässt sich aber problemlos erneuern.

Häufige Fragen

Warum wird Weißgold rhodiniert?

Weißgold hat je nach Legierung einen leicht gräulichen Ton. Eine dünne Rhodiumschicht lässt die Oberfläche reinweiß und hell wirken. Sie nutzt sich mit der Zeit ab und kann erneuert werden.

Ist Weißgold nickelfrei?

Nicht immer. Es gibt nickelhaltige und palladiumhaltige Weißgold-Legierungen. Da Nickel Allergien auslösen kann, ist dessen Abgabe in der EU geregelt; palladiumhaltiges Weißgold gilt als verträglicher.