Roségold ist eine Goldlegierung mit einem warmen, rötlichen Farbton. Diese Färbung verdankt das Metall seinem Kupferanteil: Je mehr Kupfer in der Legierung steckt, desto rötlicher fällt der Ton aus. Als Gehäuse- und Zeigermaterial steht Roségold für einen eleganten, etwas weicheren Auftritt als das kühle Weiß von Stahl oder Weißgold.
Was genau ist Roségold?
Reines Gold ist mit 24 Karat sehr weich und für ein belastbares Uhrengehäuse ungeeignet. Deshalb wird es mit anderen Metallen zu einer Legierung verbunden. In der Uhrmacherei ist 18 Karat üblich, was einem Goldgehalt von 750 von 1000 Teilen entspricht. Die restlichen 250 Teile bestehen aus weiteren Metallen – bei Roségold vor allem aus Kupfer, oft ergänzt durch etwas Silber.
Das Kupfer gibt der Legierung ihren rosé- bis rotgoldenen Ton, das Silber mildert die Farbe ab. Anders als eine bloße Beschichtung ist massives Roségold durch das gesamte Bauteil hindurch gefärbt. Es unterscheidet sich damit grundlegend von einem goldfarbenen Gehäuse, das nur über eine PVD-Beschichtung seinen Farbton erhält.
Roségold, Rotgold und Rosé
Die Begriffe Roségold, Rotgold und teils auch Pinkgold werden nicht immer einheitlich verwendet, meinen aber im Kern dasselbe Prinzip: eine Goldlegierung, deren Farbe vom Kupferanteil bestimmt wird. Als grobe Orientierung gilt, dass ein höherer Kupferanteil einen kräftigeren, röteren Ton ergibt, während ein zusätzlicher Silberanteil die Farbe heller und zarter, also mehr ins Rosé, verschiebt.
Ein bekannter Sonderfall ist die von Rolex verwendete Legierung „Everose". Ihr ist ein kleiner Anteil Platin beigemischt, der die Farbe langfristig stabil halten soll. Denn ein hoher Kupferanteil kann über sehr lange Zeiträume dazu neigen, den Ton zu verändern. Solche herstellereigenen Rezepturen zeigen, dass hinter dem warmen Farbton durchaus Materialentwicklung steckt.
Wie sich Roségold trägt und worauf du achten solltest
Optisch wirkt Roségold warm und dezent und harmoniert mit vielen Zifferblattfarben. Es findet sich sowohl an klassischen Modellen wie der Dress Watch als auch an sportlicheren Uhren. Als Edelmetall ist Gold zudem korrosionsbeständig und läuft nicht an.
Zu bedenken ist die Härte: Gold ist deutlich weicher als Edelstahl und nimmt im Alltag leichter Kratzer und Dellen an. Wer eine Uhr aus massivem Roségold trägt, sollte damit entsprechend achtsam umgehen. Beim Gewicht liegt Gold zwischen den Extremen – es ist schwerer als Stahl, aber leichter als das sehr dichte Platin. Und schließlich spielt der Preis eine Rolle: Eine Uhr aus massivem Edelmetall kostet erheblich mehr als eine vergleichbare Stahlausführung.
Einordnung: massives Gold gegen Beschichtung
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen massivem Roségold und einer nur golden beschichteten Oberfläche. Massives 18-karätiges Gold ist mit einem Feingehaltsstempel wie „750" gekennzeichnet und behält seine Farbe auch dann, wenn die Oberfläche mit den Jahren Gebrauchsspuren zeigt, weil das Material durchgehend gefärbt ist.
Eine goldfarbene Beschichtung dagegen liegt nur als hauchdünne Schicht auf einem anderen Grundmetall. Reibt sie sich an Kanten durch, schimmert das Metall darunter hervor. Wer den warmen Goldton dauerhaft und wertbeständig möchte, greift daher zu massivem Roségold – wer vor allem den Look sucht, findet in Beschichtungen eine günstigere Alternative mit den bekannten Einschränkungen.
Häufige Fragen (FAQ)
Woher kommt die rötliche Farbe von Roségold?
Die Farbe stammt vom Kupfer in der Legierung. Reines Gold ist gelb und zu weich, daher wird es mit anderen Metallen gemischt. Der Kupferanteil färbt die Legierung rötlich – je mehr Kupfer, desto kräftiger der rote Ton. Etwas Silber macht die Farbe heller und zarter.
Was bedeutet 18 Karat bei Roségold?
18 Karat bedeutet einen Goldgehalt von 750 von 1000 Teilen, also 75 Prozent reines Gold. Die übrigen 25 Prozent bestehen bei Roségold vor allem aus Kupfer und oft etwas Silber. Diese Beimischung macht das Metall härter und belastbarer als reines Gold und erzeugt zugleich den Farbton.
Ist Roségold dasselbe wie eine Goldbeschichtung?
Nein. Massives Roségold ist durch und durch aus der Goldlegierung gefertigt und mit einem Feingehaltsstempel wie „750" gekennzeichnet. Eine Goldbeschichtung ist dagegen nur eine dünne Schicht auf einem anderen Metall, die sich mit der Zeit durchreiben kann. Der Farbeindruck ähnelt sich, Wert und Haltbarkeit unterscheiden sich deutlich.