Uhren-Lexikon · Komplikation

Mondphasenscheibe

Drehscheibe der Mondphasenanzeige, die durch einen Ausschnitt den zu- und abnehmenden Mond sichtbar macht.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten
Mondphasenscheibe: Aufbau und Genauigkeit
Foto: Lisa Fotios · Pexels

Was die Mondphasenscheibe ist

Die Mondphasenscheibe ist das zentrale Bauteil einer Mondphasenanzeige. Es handelt sich um eine drehbare Scheibe, auf der bei der verbreitetsten Bauart zwei gleiche Monde abgebildet sind, meist auf dunklem, oft mit Sternen verziertem Grund. Die Scheibe liegt unter dem Zifferblatt und ist nur ausschnittweise sichtbar. Die zwei Monde sind einander gegenüber angeordnet, sodass stets einer im Ausschnitt erscheint.

Über der Scheibe befindet sich im Zifferblatt ein bogenförmiger Ausschnitt, durch den jeweils einer der beiden Monde erscheint. Dreht sich die Scheibe langsam weiter, schiebt sich der geschwungene Rand des Ausschnitts vor den Mond. Dadurch scheint dieser zu- und wieder abzunehmen, ähnlich wie der Mond am Himmel. Der Ausschnitt ist an seinen Rändern oft so geformt, dass er den gebogenen Schattenrand des Mondes nachahmt.

Aufbau des Antriebs

Bei der klassischen Ausführung wird die Scheibe von einem Rad mit 59 Zähnen angetrieben, das einmal pro Tag um einen Zahn weitergeschaltet wird. Da auf der Scheibe zwei Monde sitzen, ist nach 59 Schaltschritten ein voller Umlauf beider Monde erreicht. Ein einzelner Mond durchläuft seinen Zyklus damit in 59 geteilt durch zwei, also 29,5 Tagen.

Diese 29,5 Tage nähern den tatsächlichen Zeitraum zwischen zwei gleichen Mondphasen an, der rund 29,53 Tage beträgt. Die einfache Konstruktion mit 59 Zähnen ist verbreitet, weil sie sich unkompliziert in ein Uhrwerk einfügt und die Phasen für den Alltag ausreichend genau darstellt. Sie kommt zudem mit einer einzigen täglichen Schaltbewegung aus, die sich leicht vom Kalenderwerk ableiten lässt.

Genauigkeit und Korrektur

Aus der kleinen Differenz zwischen 29,5 und 29,53 Tagen sammelt sich mit der Zeit ein Fehler an. Bei der einfachen Bauart macht dieser etwa alle zweieinhalb bis drei Jahre einen vollen Tag aus und muss dann von Hand nachgestellt werden. Viele Uhren besitzen dafür einen eigenen Korrektureinschub.

Aufwendigere Konstruktionen verwenden Räder mit anderer, höherer Zähnezahl und bilden den Mondzyklus dadurch genauer ab. Solche präzisen Mondphasen weichen erst nach sehr langen Zeiträumen um einen Tag ab und müssen entsprechend selten korrigiert werden. Der höhere Aufwand schlägt sich in komplexeren und selteneren Werken nieder. Für den Alltag genügt vielen Trägern jedoch die einfache Ausführung mit gelegentlicher Korrektur.

Häufige Fragen

Warum muss man die Mondphase nachstellen?

Weil die einfache Scheibe mit 29,5 Tagen leicht vom echten Mondzyklus von rund 29,53 Tagen abweicht. Der kleine Unterschied summiert sich, sodass die Anzeige nach einigen Jahren um einen Tag korrigiert werden muss.

Warum hat die Scheibe zwei Monde?

Weil sich so mit einem 59-zähnigen Antriebsrad ein Mondzyklus von 29,5 Tagen ergibt. Während ein Mond aus dem Ausschnitt verschwindet, tritt der zweite bereits wieder in Erscheinung.