
Was Horn-zu-Horn bedeutet
Als Hörner oder Bandanstöße werden die Fortsätze des Gehäuses bezeichnet, zwischen denen das Armband befestigt ist. Das Maß Horn-zu-Horn, im Englischen Lug-to-Lug, beschreibt den Abstand von der Außenkante des oberen Anstoßes bis zur Außenkante des gegenüberliegenden unteren Anstoßes. Es wird üblicherweise in Millimetern angegeben. Da die Anstöße das Gehäuse nach oben und unten verlängern, ist dieses Maß stets größer als der Durchmesser.
Es gibt damit die gesamte Länge des Gehäuses entlang der Armachse an, also von oben nach unten am Handgelenk gemessen. Anders als der oft genannte Gehäusedurchmesser, der nur die Breite des runden Gehäusekörpers beschreibt, bezieht das Horn-zu-Horn-Maß die ausladenden Bandanstöße mit ein und beschreibt damit den tatsächlichen Platzbedarf am Handgelenk deutlich besser.
Warum das Maß für die Passform wichtig ist
Für den Sitz einer Uhr am Handgelenk ist das Horn-zu-Horn-Maß häufig aussagekräftiger als der Durchmesser. Es entscheidet darüber, ob die Bandanstöße noch auf der Oberseite des Handgelenks aufliegen oder seitlich überstehen. Stehen sie über, sitzt die Uhr unruhig, das Armband knickt am Übergang ungünstig ab, und der Tragekomfort leidet spürbar.
Als Anhaltspunkt gilt, dass das Horn-zu-Horn-Maß die Breite des Handgelenks möglichst nicht überschreiten sollte. Zwei Uhren mit gleichem Durchmesser können sich deutlich unterschiedlich tragen, wenn ihre Anstöße verschieden lang oder unterschiedlich stark gebogen sind. Gerade dieser Unterschied wird beim Blick auf den bloßen Durchmesser leicht übersehen.
Praktische Bedeutung
Weil das Maß den tatsächlichen Platzbedarf besser abbildet, wird es beim Vergleich von Uhren zunehmend mit angegeben. Gerade bei schmalen Handgelenken lohnt der Blick darauf, da ein moderater Durchmesser mit langen, geraden Anstößen dennoch groß wirken und über den Rand des Handgelenks hinausragen kann.
Neben der reinen Länge spielt auch die Form der Anstöße eine Rolle. Stark nach unten gebogene Hörner schmiegen sich an das Handgelenk an und lassen eine Uhr kleiner wirken, während gerade, waagerechte Anstöße den überstehenden Eindruck verstärken. Wer eine Uhr anprobieren kann, sollte daher auf den Sitz der Anstöße besonders achten. Viele Händler und Hersteller geben das Maß inzwischen neben dem Durchmesser an, damit sich der Sitz besser abschätzen lässt. Wer unsicher ist, misst am besten das eigene Handgelenk und vergleicht den Wert mit der Angabe zur Uhr.