Uhren-Lexikon · Werk & Technik

Fournituren

Sammelbegriff für die einzelnen Klein- und Ersatzteile eines Uhrwerks wie Räder, Federn oder Lagersteine.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Was Fournituren sind

Fournituren ist die im Uhrmacherhandwerk übliche Bezeichnung für die einzelnen Kleinteile eines Uhrwerks. Der Begriff stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie Zubehör oder Lieferteile. Gemeint sind die vielen Bestandteile, aus denen ein Werk zusammengesetzt ist, sowie die entsprechenden Ersatzteile, die ein Uhrmacher für Reparaturen bereithält oder gezielt nachbestellt. Der Begriff ist im Fachhandel und in der Werkstatt gleichermaßen gebräuchlich.

Zu den Fournituren zählen etwa Räder, Triebe, Wellen, Federn, Schrauben, Lagersteine, Zeiger und Bestandteile des Aufzugs wie die Aufzugswelle oder Kupplungsteile. Auch Dichtungen und andere Verschleißteile werden im weiteren Sinne dazu gerechnet. In Ersatzteillisten und Katalogen der Hersteller sind sie meist mit eigenen Nummern verzeichnet, die eindeutig einem bestimmten Werk und einer bestimmten Bauteilstelle zugeordnet sind.

Wozu sie gebraucht werden

Bei einer Reparatur oder Revision ersetzt der Uhrmacher beschädigte oder verschlissene Teile durch passende Fournituren. Da schon geringe Maßabweichungen die Funktion beeinträchtigen können, müssen die Teile genau zum jeweiligen Kaliber passen. Deshalb sind Fournituren in der Regel nach Werk und Teilenummer geordnet, damit sich das richtige Ersatzteil zweifelsfrei bestimmen lässt und keine Verwechslung mit ähnlichen Teilen entsteht.

Die Verfügbarkeit von Fournituren ist ein wichtiger praktischer Punkt bei der Instandhaltung. Für weit verbreitete Werke sind viele Teile über lange Zeit erhältlich, während sie bei seltenen oder sehr alten Kalibern schwer zu beschaffen sein können. Manche Hersteller geben Ersatzteile ausschließlich an autorisierte Werkstätten ab, was die Beschaffung zusätzlich einschränken und die Wahl der Werkstatt beeinflussen kann.

Bedeutung in der Praxis

Für Besitzer ist der Begriff vor allem im Zusammenhang mit Kostenvoranschlägen und Reparaturen relevant. Auf Rechnungen tauchen Fournituren als Materialposten neben dem Arbeitslohn auf. Aufwendige Reparaturen können mehrere Fournituren zugleich erfordern, sodass sich die Gesamtkosten aus der Arbeitszeit und der Summe der benötigten Teile zusammensetzen und je nach Umfang deutlich steigen können.

Ob und wie gut sich eine Uhr langfristig warten lässt, hängt auch davon ab, wie leicht die passenden Fournituren zu bekommen sind. Bei Sammlerstücken kann die Ersatzteilfrage über den Aufwand einer Restaurierung entscheiden. Sind bestimmte Teile nicht mehr lieferbar, müssen sie mitunter aufwendig von Hand angefertigt werden, was Zeit, Können und entsprechende Kosten verursacht.

Häufige Fragen

Was bedeutet Fournituren?

Der Begriff bezeichnet die einzelnen Klein- und Ersatzteile eines Uhrwerks, etwa Räder, Federn, Schrauben oder Lagersteine. Das Wort stammt aus dem Französischen.

Warum sind Fournituren bei Reparaturen wichtig?

Weil verschlissene oder defekte Teile durch genau passende Ersatzteile ersetzt werden müssen. Ihre Verfügbarkeit beeinflusst, wie gut sich eine Uhr instand halten lässt.