Was Flipping ist
Flipping bezeichnet im Uhrenbereich den Kauf einer Uhr mit der Absicht, sie kurz darauf mit Gewinn weiterzuverkaufen. Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet sinngemäß umdrehen oder rasch weiterreichen. Wer so vorgeht, wird umgangssprachlich als Flipper bezeichnet, und die Uhr wird häufig gar nicht erst getragen. Die Uhr dient dabei weniger dem Tragen als dem möglichst raschen Wiederverkauf.
Betroffen sind vor allem stark nachgefragte oder in geringer Stückzahl aufgelegte Modelle, deren Verfügbarkeit begrenzt ist. Übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich, lassen sich solche Uhren am Zweitmarkt teils über dem regulären Verkaufspreis anbieten. Genau diese Differenz ist der Anreiz hinter dem Flipping. Erst das Missverhältnis von Angebot und Nachfrage macht solche Aufschläge überhaupt möglich.
Hintergrund
Möglich wird Flipping vor allem dort, wo begehrte Modelle nur über Wartelisten oder in kleinen Mengen erhältlich sind. Die Spanne zwischen dem regulären Preis und dem, was am Markt tatsächlich gezahlt wird, bildet den möglichen Gewinn. Je knapper ein Modell ist, desto höher kann dieser Aufschlag ausfallen. Ohne diese Knappheit gäbe es kaum Spielraum für einen Aufpreis am Zweitmarkt.
Getrieben wird die Entwicklung durch die Aufmerksamkeit für bestimmte Referenzen und durch die Erwartung weiter steigender Preise. Solche Aufschläge sind jedoch nicht dauerhaft garantiert. Lässt die Nachfrage nach oder steigt die Verfügbarkeit, können sich die Preisaufschläge wieder zurückbilden, sodass ein Weiterverkauf mit Gewinn nicht immer aufgeht. Ein Gewinn ist daher keineswegs sicher, sondern hängt stark vom Zeitpunkt ab.
Folgen und Einordnung
Für Hersteller und Händler ist Flipping ein zwiespältiges Thema. Einerseits zeigt es eine hohe Nachfrage nach ihren Modellen, andererseits gelangen die Uhren so nicht zu jenen Kundinnen und Kunden, die sie tatsächlich tragen möchten. Manche Anbieter versuchen daher, den schnellen Weiterverkauf durch Kundenbindung, Kaufbedingungen oder Fristen einzudämmen.
Für Käuferinnen und Käufer am Zweitmarkt bedeutet Flipping, dass sie für besonders gefragte Modelle deutliche Aufpreise zahlen können. Ob ein solcher Aufschlag angemessen ist, hängt vom jeweiligen Modell und der aktuellen Marktlage ab. Da Preise schwanken, ist der weitere Verlauf im Einzelfall nicht sicher vorherzusehen. Der Zweitmarkt bildet solche Schwankungen oft schneller ab als der reguläre Handel.