Was Inzahlungnahme bedeutet
Von Inzahlungnahme spricht man, wenn ein Händler eine gebrauchte Uhr entgegennimmt und ihren Wert auf den Kaufpreis einer anderen Uhr anrechnet. Anstatt die neue Uhr vollständig zu bezahlen und die alte separat zu verkaufen, bringt die Kundin oder der Kunde die vorhandene Uhr direkt ein und begleicht nur noch die Differenz. Voraussetzung ist üblicherweise, dass zugleich eine andere Uhr erworben wird.
Dieses Vorgehen ist im Uhrenhandel verbreitet und dient vor allem der Vereinfachung: Ankauf und Verkauf werden in einem einzigen Geschäft zusammengeführt. Der Händler übernimmt dabei den späteren Weiterverkauf der eingetauschten Uhr und trägt das damit verbundene Risiko. Von der Inzahlungnahme zu unterscheiden ist der Kommissionsverkauf, bei dem der Händler die Uhr nur vermittelt und erst nach dem Verkauf abrechnet.
Wie der Wert bestimmt wird
Der für die Inzahlungnahme angesetzte Wert richtet sich nach Modell, Zustand, Vollständigkeit von Papieren und Verpackung sowie nach der aktuellen Marktlage. In der Regel liegt dieser Ankaufswert unter dem Preis, den die Uhr im direkten Verkauf an eine private Käuferin oder einen privaten Käufer erzielen könnte. Häufig wird die Uhr vor der Bewertung fachlich begutachtet.
Der Grund für den Abschlag liegt in der Handelsspanne: Der Händler muss die Uhr aufbereiten, gegebenenfalls eine Gewährleistung übernehmen und beim Weiterverkauf einen Gewinn erzielen. Die Differenz zwischen Inzahlungnahmewert und späterem Verkaufspreis deckt diesen Aufwand und das Risiko ab. Wie hoch der Abschlag ausfällt, hängt auch davon ab, wie gefragt das jeweilige Modell ist.
Vor- und Nachteile
Für die Kundschaft liegt der Vorteil der Inzahlungnahme in der Bequemlichkeit und in der zeitlichen Nähe von Verkauf und Kauf. Man erspart sich die Suche nach einem privaten Käufer und die damit verbundenen Unsicherheiten, etwa bei Zahlung und Versand. Zudem wird der Betrag unmittelbar mit dem Neukauf verrechnet.
Dem steht gegenüber, dass der erzielte Wert meist niedriger ausfällt als bei einem privaten Direktverkauf. Wer den höchstmöglichen Erlös anstrebt und den Mehraufwand nicht scheut, fährt mit einem eigenständigen Verkauf oft günstiger. Ein Vergleich mehrerer Angebote sowie ein Blick auf tatsächlich erzielte Verkaufspreise vergleichbarer Uhren helfen, den angesetzten Wert einzuordnen. Bei gefragten Modellen fällt der Abschlag oft geringer aus als bei schwer verkäuflichen Uhren.