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Detenthemmung

Die Detenthemmung ist eine reibungsarme Hemmung, die vor allem in historischen Marinechronometern und Präzisionstaschenuhren verwendet wurde.

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Detenthemmung: Chronometerhemmung
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Was die Detenthemmung ist

Die Detenthemmung ist eine besondere Bauform der Hemmung, also jenes Bauteils, das die Energie des Räderwerks portionsweise an die Unruh weitergibt und zugleich deren Schwingungen zählt. Sie wird auch Chronometerhemmung genannt und zählt zu den sogenannten freien Hemmungen, bei denen die Unruh über weite Teile ihrer Schwingung ungestört und ohne Kontakt zur Hemmung läuft. Diese weitgehende Entkopplung ist die Grundlage ihrer hohen Genauigkeit.

Kennzeichnend ist ein federnder oder gelagerter Hebel, die Detent oder Wippe, die das Gangrad blockiert und nur kurz freigibt, wenn die Unruh vorbeischwingt. Der Antriebsimpuls erfolgt dabei nur in eine Schwingungsrichtung, während die Unruh in der Gegenrichtung völlig frei bleibt. Man unterscheidet die Feder-Detent, bei der eine Blattfeder die Sperre bildet, und die gelagerte Wippen-Detent, die auf einem eigenen Lager schwenkt.

Eigenschaften und Grenzen

Der große Vorteil dieser Bauart ist ihre geringe Reibung. Anders als bei der weit verbreiteten Ankerhemmung gleiten die Kontaktflächen kaum aufeinander, weshalb an der eigentlichen Hemmungsstelle keine Schmierung nötig ist. Das führt zu einem sehr gleichmäßigen und über lange Zeiträume stabilen Gang, was die Bauart für Präzisionsinstrumente attraktiv machte. Fehlende Schmierung bedeutet zugleich, dass der Gang nicht durch verharzendes Öl an dieser Stelle beeinträchtigt wird.

Diesem Vorteil steht eine hohe Empfindlichkeit gegenüber. Stöße können dazu führen, dass die Hemmung einen Impuls überspringt oder ganz stehen bleibt. Deshalb eignet sich die Detenthemmung schlecht für die dauernden Bewegungen und Erschütterungen am Handgelenk und blieb weitgehend ortsfesten oder ruhig gelagerten Uhren vorbehalten. Auch das sichere Anlaufen aus dem Stillstand ist heikler als bei der robusteren Ankerhemmung.

Geschichte und Verbreitung

Ihre klassische Anwendung fand die Detenthemmung im Marinechronometer, mit dem auf Schiffen die genaue Zeit für die Navigation bestimmt wurde, sowie in hochwertigen Präzisionstaschenuhren. In diesen ruhig aufbewahrten Instrumenten konnte sie ihre Genauigkeit voll ausspielen, ohne den störenden Einflüssen des täglichen Tragens ausgesetzt zu sein. Marinechronometer wurden zudem kardanisch aufgehängt, sodass sie ihre Lage kaum veränderten.

In modernen Armbanduhren ist die Detenthemmung eine Seltenheit. Einige Manufakturen greifen sie in kleinen Serien oder Einzelstücken auf, meist als technische Demonstration und weniger für den Alltagsgebrauch. Der weitaus größte Teil aller mechanischen Uhren nutzt dagegen die robustere und pflegeleichtere Ankerhemmung. Die Detenthemmung gilt daher heute vor allem als anspruchsvolles Stück Uhrengeschichte.

Häufige Fragen

Warum wird die Detenthemmung selten in Armbanduhren verbaut?

Sie reagiert empfindlich auf Stöße und schnelle Lagenwechsel, wie sie am Handgelenk ständig auftreten. Dadurch kann sie aussetzen, weshalb in Armbanduhren die robustere Ankerhemmung bevorzugt wird.