Uhren-Lexikon · Werk & Technik

Pellaton-Aufzug

Ein bei IWC entwickeltes Automatikaufzugssystem, das die Rotorbewegung über einen Nocken und zwei Klinken in beide Drehrichtungen nutzt.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Was der Pellaton-Aufzug ist

Der Pellaton-Aufzug ist ein System für den automatischen Aufzug einer mechanischen Uhr. Er ist nach dem Uhrmacher Albert Pellaton benannt, der ihn für die Manufaktur IWC entwickelte und die Konstruktion um die Mitte des 20. Jahrhunderts zur Serienreife brachte. Bis heute gilt das Prinzip als kennzeichnend für einen Teil der Werke dieses Herstellers und wird als technisches Merkmal der Marke wahrgenommen.

Wie jeder Automatikaufzug nutzt das System die Bewegungen des Handgelenks, um über einen drehbar gelagerten Rotor die Zugfeder zu spannen und so einen Handaufzug überflüssig zu machen. Die Besonderheit liegt in der Art, wie die Drehung des Rotors auf das Federhaus übertragen wird, nämlich über einen Nocken und ein Klinkensystem statt über ein reines Wechselgetriebe mit ineinandergreifenden Rädern.

Wie das System arbeitet

Auf der Achse des Rotors sitzt ein herzförmiger Nocken. Dreht sich der Rotor, drückt dieser Nocken eine Wippe hin und her, an deren Enden zwei Klinken sitzen. Bei jeder Bewegung zieht die eine Klinke ein Rad ein Stück weiter, während die andere zurückgleitet und für den nächsten Zug ansetzt. So wird die Feder unabhängig von der Drehrichtung des Rotors gespannt.

Dadurch wird die Bewegung in beide Richtungen für den Aufzug genutzt, was den Wirkungsgrad gegenüber einem nur einseitig wirkenden Aufzug erhöht. Die Klinken greifen weitgehend ruckfrei, was die Belastung einzelner Bauteile begrenzt und dem Verschleiß entgegenwirkt. Kennzeichnend ist das leise, gleichmäßige Arbeiten des Mechanismus, das sich vom Geräusch mancher anderer Systeme unterscheidet.

Einordnung

Der Pellaton-Aufzug ist eine von mehreren Lösungen für den beidseitigen Automatikaufzug. Andere Hersteller erreichen ein ähnliches Ergebnis über Wechselradgetriebe oder über Schaltklinken anderer Bauart. Die Konstruktion gilt als robust und langlebig, wobei die stark beanspruchten Klinken zu den Bauteilen gehören, die bei einer Revision geprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden.

In der Wahrnehmung vieler Sammler ist das System eng mit der Geschichte der Marke verbunden und trägt zum technischen Profil der betreffenden Modelle bei. Für die Funktion im Alltag ist jedoch vor allem entscheidend, dass ein gut gewarteter Aufzug die Feder zuverlässig und schonend spannt, unabhängig davon, nach welchem Prinzip er im Einzelnen arbeitet.

Häufige Fragen

Von wem stammt der Pellaton-Aufzug?

Er geht auf den Uhrmacher Albert Pellaton zurück, der ihn für die Manufaktur IWC entwickelte. Die Marke setzt das Prinzip bis heute in einem Teil ihrer Werke ein.

Was unterscheidet ihn von anderen Automatikaufzügen?

Statt eines reinen Räderwerks überträgt ein herzförmiger Nocken die Rotorbewegung über zwei Klinken. Dadurch wird die Feder in beide Drehrichtungen des Rotors gespannt.