Uhren-Lexikon · Komplikation

Chronographen-Nullstellung

Die Funktion, die die gestoppten Chronographenzeiger wieder auf null zurückführt.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten
Chronographen-Nullstellung erklärt
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Was die Nullstellung ist

Die Nullstellung ist die Funktion eines Chronographen, die die Stoppzeiger wieder auf null zurückführt. Nachdem eine Zeitmessung gestoppt wurde, bringt sie den zentralen Stoppsekundenzeiger und die zugehörigen Zähler in ihre Ausgangsstellung zurück. Erst danach ist der Chronograph bereit, eine neue Messung wieder von null an zu beginnen, ohne dass sich frühere Werte überlagern. Die Nullstellung sorgt damit dafür, dass jede Messung von einem sauberen Ausgangspunkt beginnt und die abgelesene Zeit eindeutig bleibt.

Bei der üblichen Bauart mit zwei Drückern wird die Nullstellung über den unteren Drücker ausgelöst, während der obere Drücker das Starten und Stoppen übernimmt. In der Regel lässt sich die Nullstellung nur betätigen, wenn die Messung zuvor angehalten wurde, damit die Zeiger nicht aus voller Bewegung heraus zurückgeworfen werden, was den Mechanismus belasten würde.

Wie sie technisch funktioniert

Herzstück der Nullstellung ist ein herzförmiges Bauteil, das Herz oder Herzhebel genannt wird und auf der Achse jedes Stoppzeigers sitzt. Beim Auslösen fallen Hämmer auf diese Herzen. Weil das Herz asymmetrisch geformt ist, dreht es sich beim Auftreffen des Hammers stets bis in dieselbe, festgelegte Nullstellung, unabhängig davon, wo der Zeiger zuvor stand.

Auf diese Weise springen die Zeiger auch aus jeder beliebigen Position zuverlässig auf null zurück. Die genaue Form des Herzens und die Führung der Hämmer bestimmen, wie exakt die Zeiger die Nulllage treffen. Eine schlecht justierte Nullstellung zeigt sich daran, dass ein Zeiger knapp neben der Null stehen bleibt, was auf einen Justierbedarf des Werks hinweist.

Sonderfall und Einordnung

Eine besondere Form ist der Flyback-Chronograph. Bei ihm lässt sich der laufende Chronograph mit einem einzigen Druck zurückstellen und sofort neu starten, ohne ihn zuvor anhalten zu müssen. Die Nullstellung erfolgt hier also aus der Bewegung heraus und spart bei rasch aufeinanderfolgenden Messungen Bedienschritte, was ursprünglich in der Fliegerei von Vorteil war.

Die Nullstellung gehört zu den grundlegenden Funktionen jedes Chronographen und ist eng mit dem Start-Stopp-Mechanismus verzahnt. Ihre saubere Arbeitsweise ist ein Merkmal, an dem sich der Justierzustand und die Güte eines Chronographenwerks ablesen lassen, da hier mehrere Bauteile genau zusammenspielen müssen, damit alle Zeiger gleichzeitig und exakt auf null zurückkehren.

Häufige Fragen

Warum springt der Chronographenzeiger genau auf null?

Dafür sorgt ein herzförmiges Bauteil auf der Zeigerachse. Fällt ein Hammer auf dieses Herz, dreht es sich wegen seiner Form immer in dieselbe Nulllage.

Muss man den Chronographen vor der Nullstellung stoppen?

Bei den meisten Chronographen ja. Eine Ausnahme ist der Flyback-Chronograph, der sich im Lauf zurückstellen und sofort neu starten lässt.