Was Bombierung bedeutet
Der Begriff Bombierung leitet sich vom französischen Wort bombé für gewölbt ab und beschreibt eine nach außen gerichtete, kuppelartige Wölbung. In der Uhrentechnik ist damit am häufigsten ein bombiertes Uhrglas gemeint, das sich über dem Zifferblatt zu einer Kuppel erhebt, statt flach mit dem Gehäuserand abzuschließen.
Auch Zifferblätter, Gehäuseböden oder ganze Gehäuse können bombiert sein. Gemeinsam ist all diesen Fällen die konvex gewölbte Oberfläche, die dem Bauteil eine weiche, dreidimensionale Anmutung gibt und sich vom nüchternen, streng flachen Aufbau abhebt. Ein bombiertes Zifferblatt etwa lässt die Zeiger der Wölbung folgen und wirkt dadurch besonders plastisch. Der Effekt lässt sich am deutlichsten erkennen, wenn man die Uhr seitlich und flach gegen das Licht hält.
Herkunft und Technik
Historisch war die Bombierung des Glases oft eine technische Notwendigkeit. Frühe Gläser aus Kunststoff oder dünnem Mineralglas ließen sich in gewölbter Form stabiler und mit geringerer Aufbauhöhe fertigen. Ein stark gewölbtes Glas gab flachen Uhren zudem die nötige Höhe über den Zeigern, ohne dass das gesamte Gehäuse dicker werden musste.
Heute ist die Bombierung meist eine gestalterische Entscheidung, die häufig einen klassischen oder an Vintage-Uhren angelehnten Eindruck erzeugt. Ein stark gewölbtes Glas kann allerdings am Rand zu leichten Verzerrungen des Zifferblatts führen und ist je nach Material und Form empfindlicher für Kratzer als eine flache, bündig eingefasste Scheibe. Ein bombiertes Saphirglas ist in der Fertigung aufwendiger als eine flache Scheibe, weil die Wölbung geschliffen werden muss.
Bedeutung in der Praxis
Ein bombiertes Glas beeinflusst das Erscheinungsbild einer Uhr deutlich. Es fängt Reflexe anders ein, lässt die Uhr je nach Blickwinkel höher wirken und betont bei flachen Gehäusen die schlanke Silhouette. Manche Träger schätzen zudem den weitgehend ungestörten Blick auf das Zifferblatt, wenn das Glas zusätzlich entspiegelt ist. Sehr hohe, kastenförmige Wölbungen werden gelegentlich auch als Boxglas bezeichnet.
Bei Reparaturen ist zu beachten, dass ein bombiertes Glas passgenau zum Gehäuse gefertigt sein muss. Ersatzgläser sind in unterschiedlichen Wölbungshöhen und Durchmessern erhältlich, weshalb bei einem Austausch auf die richtige Form, den Durchmesser und die Bauhöhe zu achten ist, damit Dichtigkeit und Optik erhalten bleiben. Ein unpassendes Ersatzglas kann sonst die Dichtigkeit beeinträchtigen oder unschön über den Gehäuserand stehen.