Marke · Mittelklasse

Zodiac

Schweiz/USA · gegründet 1882 · Mittelklasse

◷ 5 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Zodiac wurde 1882 von Ariste Calame im schweizerischen Le Locle gegründet. Mit der Sea Wolf brachte die Marke 1953 eine der ersten kommerziellen Taucheruhren auf den Markt. Seit 2001 gehört Zodiac zum US-Konzern Fossil, die Uhren werden aber weiterhin in der Schweiz gefertigt.

Steckbrief

Gegründet1882
LandSchweiz/USA
SitzLe Locle (CH) / Richardson (USA)
GründerAriste Calame
KategorieMittelklasse
Preisklasseca. 1.000–1.800 €
UhrwerkeSchweizer Automatikwerke (STP/Soprod)

Geschichte

Zodiac wurde 1882 von Ariste Calame im schweizerischen Le Locle gegründet und zählt damit zu den älteren Namen der Branche. Zunächst fertigte das Unternehmen vor allem Taschen- und später Armbanduhrwerke, ehe es sich einen Namen für robuste, technisch orientierte Uhren machte.

Der wichtigste Meilenstein datiert auf 1953: Mit der Sea Wolf brachte Zodiac eine der ersten kommerziell erhältlichen Taucheruhren auf den Markt – etwa zeitgleich mit den frühen Tauchern anderer bekannter Marken. Die Sea Wolf wurde zum prägenden Modell und begründete Zodiacs bis heute anhaltenden Ruf als Taucheruhren-Spezialist. In den 1960er- und 1970er-Jahren war Zodiac durchaus populär, geriet in der Quarzkrise jedoch wie viele Schweizer Hersteller in schwere Turbulenzen und wechselte mehrfach den Besitzer.

Seit 2001 gehört Zodiac zum US-amerikanischen Konzern Fossil. Unter diesem Dach wurde die Marke als kleine, aber eigenständige Nische neu ausgerichtet: farbenfrohe, retro-inspirierte Taucheruhren in überschaubaren Stückzahlen. Die Uhren werden weiterhin in der Schweiz gefertigt und tragen das Swiss-Made-Siegel. 2022 feierte Zodiac sein 140-jähriges Bestehen.

Bekannt für

Zodiac ist vor allem für farbenfrohe, retro-orientierte Taucheruhren bekannt. Die Design-DNA verkörpert die Super Sea Wolf, die die Ästhetik der 1960er- und 1970er-Jahre selbstbewusst neu interpretiert – mit kräftigen Farben, markanten Lünetten und einem verspielten, vintage-nahen Auftritt, der sich von der oft zurückhaltenden Konkurrenz abhebt.

Charakteristisch sind lebendige Zifferblattfarben, Bänder im Beads-of-Rice-Stil und eine gewisse Unbekümmertheit, die Zodiac von nüchternen, ernsten Taucheruhren-Marken unterscheidet. Trotz der Zugehörigkeit zu Fossil setzt Zodiac ausschließlich auf Swiss-Made-Fertigung und Schweizer Automatikwerke, was die Marke klar von den Mode-Uhren des Mutterkonzerns abgrenzt.

Der Ruf ist der einer sympathischen, eigenständigen Nischenmarke mit echter Taucheruhren-Historie: Wer eine bunte, charaktervolle Schweizer Taucheruhr abseits des Mainstreams sucht, wird bei Zodiac fündig und trägt ein Stück Uhrengeschichte am Handgelenk. Die Bekanntheit und Verbreitung sind allerdings gering, gerade im deutschsprachigen Raum, weshalb man die Marke im Alltag nur selten zu sehen bekommt.

Uhrwerke & Technik

Zodiac verbaut Schweizer Automatikwerke und hält so das Swiss-Made-Versprechen ein. Zum Einsatz kommt vor allem das Kaliber STP 1-11, ein Werk des zum Fossil-Konzern gehörenden Schweizer Herstellers STP (Swiss Technology Production). Es ähnelt in Aufbau und Maßen dem verbreiteten ETA 2824, gilt als solide und gut regulierbar und bietet rund 44 Stunden Gangreserve.

Für höherwertige Modelle nutzt Zodiac auch chronometerzertifizierte Varianten sowie in einzelnen Sondermodellen aufwendigere Werke. Eine Manufaktur im engeren Sinne ist Zodiac jedoch nicht – die Werke stammen aus dem Konzern-Baukasten, nicht aus vollständig eigener Entwicklung.

Für die Preisklasse bietet Zodiac damit ein bewährtes, wartungsfreundliches Schweizer Uhrwerk ohne technische Experimente.

Wichtige Modelle von Zodiac

  • Super Sea Wolf — Die zentrale Taucheruhren-Linie, meist 40–41 mm, in vielen kräftigen Farben. Swiss-Made-Automatik, Preisklasse rund 1.000–1.500 €. Steht für Zodiacs Retro-Charakter.
  • Super Sea Wolf Compression — Am dichtesten an der historischen Sea Wolf: Kompressor-Gehäuse mit Krone bei vier Uhr und Innendrehring. Betont vintage.
  • Aerospace GMT — Reiseuhr mit zweiter Zeitzone und farbiger 24-Stunden-Lünette. Kombiniert den Taucheruhren-Look mit GMT-Funktion.
  • Olympos — Wiederbelebung eines asymmetrischen Retro-Modells aus den 1960er-Jahren mit markantem, kastigem Gehäuse. Eher Stil- als Werkzeuguhr.
  • Grandrally — Motorsport-inspirierte Chronographen-Linie mit sportlichem, buntem Auftritt. Ergänzt die Taucher um ein rennsportliches Thema.

Zodiac kaufen: Worauf du achten solltest

Neu bewegt sich Zodiac meist zwischen rund 1.000 und 1.800 €. Dafür bekommt man eine Swiss-Made-Automatikuhr mit STP-Werk und markantem Retro-Design. Verkauft wird viel über den Onlineshop der Marke und ausgewählte Händler; die stationäre Präsenz ist im deutschsprachigen Raum gering.

Beim Gebrauchtkauf ist Zodiac interessant, aber auch heikel: Viele Modelle sind limitiert und schnell ausverkauft, wodurch einzelne begehrte Farbvarianten gebraucht teils über Neupreis gehandelt werden. Das Gros verliert nach dem Kauf jedoch spürbar, denn die Marke ist wenig bekannt. Wer eine Zodiac gebraucht kaufen möchte, sollte auf Vollständigkeit (Box, Papiere, Zusatzband) und den Zustand von Lünette und Zifferblatt achten.

Zur Wertstabilität ehrlich: Von einzelnen limitierten Editionen abgesehen ist Zodiac keine Wertanlage. Ein Fallstrick ist die geringe Verbreitung, die Service und Wiederverkauf im deutschsprachigen Raum erschweren kann. Wer die Uhr zum Tragen kauft und das Design mag, macht wenig falsch.

Unser Fazit zu Zodiac

Zodiac lohnt sich für Käufer, die eine farbenfrohe, eigenständige Schweizer Taucheruhr abseits der üblichen Namen suchen und Wert auf Charakter statt Statuswert legen. Wer aus der Masse der schwarzen Standard-Taucher heraussticht, ist hier richtig.

Stärken sind das mutige, unverwechselbare Retro-Design, die Swiss-Made-Fertigung mit solidem STP-Werk und die überschaubaren Stückzahlen. Schwächen sind die geringe Bekanntheit und Verbreitung, die schwache Wertstabilität und ein Preisniveau, das für ein zugekauftes Standardwerk nicht ganz billig ist.

Beim Preis-Leistungs-Verhältnis liegt Zodiac im Mittelfeld: Man zahlt spürbar für Design und Swiss Made, nicht für besondere Werktechnik. Unterm Strich ist Zodiac eine sympathische Nischenmarke für Individualisten – kein Prestigeobjekt, aber eine charaktervolle Uhr, die bewusst anders ist als der Mainstream.

Häufige Fragen

Ist Zodiac eine gute Marke?

Für Liebhaber farbenfroher Retro-Taucheruhren ja. Zodiac bietet Swiss-Made-Automatikuhren mit eigenständigem Design, ist aber wenig bekannt und nutzt zugekaufte STP-Werke statt Manufakturtechnik.

Wem gehört Zodiac?

Zodiac gehört seit 2001 zum US-amerikanischen Konzern Fossil. Die Uhren werden dennoch weiterhin in der Schweiz gefertigt und sind Swiss Made.

Wo werden Zodiac-Uhren hergestellt?

In der Schweiz. Trotz der Zugehörigkeit zu Fossil sind die Uhren Swiss Made und laufen mit Schweizer Automatikwerken, meist dem konzerneigenen STP-Kaliber.

Halten Zodiac-Uhren ihren Wert?

Meist nicht. Nur einzelne limitierte Farbvarianten sind gefragt und teils wertstabil, das Gros verliert nach dem Neukauf. Zodiac ist eine Uhr zum Tragen, keine Wertanlage.

Zodiac im Vergleich

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