Marke · Luxus

A. Lange & Söhne

Deutschland · gegründet 1845 · Luxus

◷ 5 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

A. Lange & Söhne ist die bekannteste deutsche Luxusuhrenmarke und hat ihren Sitz im sächsischen Glashütte. Nach der Enteignung 1948 wurde die Manufaktur 1990 von Walter Lange neu gegründet und knüpfte an die Tradition von 1845 an. Die Uhren sind für ihre Dreiviertelplatine, Handgravuren und aufwändige Finissierung bekannt.

Steckbrief

Gegründet1845
LandDeutschland
SitzGlashütte
GründerFerdinand Adolph Lange
KategorieLuxus
Preisklasseca. 20.000–120.000 €
UhrwerkeEigene Manufakturwerke

Geschichte

Die Geschichte von A. Lange & Söhne beginnt 1845, als Ferdinand Adolph Lange in Glashütte seine Manufaktur gründete und damit den Grundstein für die sächsische Feinuhrmacherei legte. Lange bildete Uhrmacher aus und etablierte die Region als deutsches Uhrenzentrum. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen 1948 in der DDR enteignet und ging im volkseigenen Betrieb Glashütter Uhrenbetriebe auf; der Name verschwand für Jahrzehnte.

Erst nach der Wiedervereinigung meldete Urenkel Walter Lange gemeinsam mit Günter Blümlein die Marke 1990 neu an. 1994 folgte die erste moderne Kollektion mit der Lange 1, der Saxonia und dem Tourbillon Pour le Mérite – ein vielbeachteter Neustart. Seit 2000 gehört A. Lange & Söhne zum Schweizer Richemont-Konzern, agiert aber weiterhin eigenständig aus Glashütte.

Heute zählt die Manufaktur zu den angesehensten der Welt und fertigt in kleinen Stückzahlen aufwendige Uhren fast ausschließlich in Gold oder Platin. Meilensteine wie der Datograph (1999), die Zeitwerk (2009) mit springender Digitalanzeige und die sportliche Odysseus in Stahl (2019) prägen das heutige Bild der Marke.

Bekannt für

A. Lange & Söhne steht für kompromisslose Verarbeitung und eine unverkennbare gestalterische Handschrift. Das bekannteste Merkmal ist das Großdatum der Lange 1, dessen Vorbild die Fünf-Minuten-Uhr der Dresdner Semperoper ist. Ebenso typisch ist die asymmetrische, aber ausgewogene Zifferblattaufteilung, bei der sich keine Anzeige überschneidet.

Werkseitig ist die Marke für die Dreiviertelplatine aus unbehandeltem Neusilber bekannt, dazu kommen handgravierte Unruhkloben, verschraubte Goldchatons, gebläute Schrauben und eine aufwendige Finissierung bis in verdeckte Bereiche. Diese Handarbeit gilt als Referenz der Haute Horlogerie.

Charakteristisch ist außerdem der bewusste Verzicht auf Edelstahl: Gehäuse erscheinen fast immer in Gelb-, Rosé- oder Weißgold, Platin oder dem markeneigenen Honiggold; die einzige reguläre Stahllinie ist die Odysseus. Komplikationen wie Chronographen mit springendem Minutenzähler, ewige Kalender und die springende Digitalanzeige der Zeitwerk unterstreichen den technischen Anspruch. Insgesamt genießt die Marke den Ruf, deutsche Ingenieurskunst mit feinster handwerklicher Ausführung zu verbinden.

Uhrwerke & Technik

A. Lange & Söhne ist eine echte Manufaktur: Sämtliche Uhrwerke werden im Haus entwickelt, gefertigt und von Hand vollendet. Jedes Kaliber wird zweimal montiert – nach der ersten Montage wird das Werk wieder zerlegt, um die handgravierten und finissierten Teile final zu bearbeiten.

Bekannte Uhrwerke sind das Automatikkaliber L121.1 der Lange 1, das Handaufzugskaliber L951.6 des Datograph Up/Down mit springendem Minutenzähler sowie das Zeitwerk-Kaliber L043 mit separatem Kraftspeicher für die springende Digitalanzeige. Die Odysseus nutzt das Automatikwerk L155. Typisch sind Dreiviertelplatine, Schwanenhals-Feinregulierung und geschraubte Goldchatons.

Anders als viele Wettbewerber verwendet Lange keine zugekauften Rohwerke. Die Fertigungstiefe ist außergewöhnlich hoch, was die langen Entwicklungszeiten und die Preise erklärt.

Wichtige Modelle von A. Lange & Söhne

  • Lange 1 — Die Ikone der Marke mit dezentraler Anzeige, Gangreserve und Großdatum. In Gold ab rund 40.000 € die klassische Einstiegsreferenz in die Welt von Lange und zugleich das prägendste Modell.
  • Saxonia — Puristische Dreizeigeruhr im klaren Stil, wahlweise mit kleiner Sekunde oder als besonders flache Saxonia Thin. Steht für zurückhaltende Eleganz und beginnt im Sortiment vergleichsweise erschwinglich.
  • 1815 — Klassische Linie mit Eisenbahn-Minuterie und kleiner Sekunde, benannt nach dem Geburtsjahr Ferdinand Adolph Langes. Verkörpert traditionelle Taschenuhr-Ästhetik am Handgelenk.
  • Datograph — Flyback-Chronograph mit Großdatum und springendem Minutenzähler, von Kennern als einer der schönsten Chronographen überhaupt bezeichnet. Technisch wie preislich (meist deutlich über 70.000 €) im Spitzenfeld.
  • Zeitwerk — Mechanische Uhr mit springender, digitaler Stunden- und Minutenanzeige – eine echte technische Besonderheit. Für Sammler, die etwas Ungewöhnliches suchen.
  • Odysseus — Die erste reguläre Stahl-Sportuhr der Marke mit Automatikwerk, Tag und Datum. Stark nachgefragt und meist nur mit Wartezeit erhältlich.

A. Lange & Söhne kaufen: Worauf du achten solltest

Neue Uhren von A. Lange & Söhne gibt es ausschließlich bei autorisierten Boutiquen und Konzessionären; die Preise beginnen bei rund 20.000 € und reichen je nach Modell und Komplikation weit über 100.000 €. Wer eine Lange kaufen möchte, sollte einkalkulieren, dass gefragte Referenzen wie die Odysseus in Stahl oft nur über Wartelisten erhältlich sind.

Auf dem Gebrauchtmarkt sind viele Modelle günstiger als neu, da die meisten Lange-Uhren – anders als gefragte Stahlsportuhren der Konkurrenz – unter dem Listenpreis gehandelt werden. Das macht gebrauchte Exemplare durchaus attraktiv. Achten sollte man auf vollständige Papiere, Box und einen dokumentierten Service, da Ersatzteile teuer und Revisionen aufwendig sind.

Wertstabil sind vor allem limitierte Editionen und die Odysseus; klassische Golduhren verlieren zunächst an Wert, halten sich danach aber stabil. Typischer Fallstrick: Golduhren tragen sich edel, sind aber kratzempfindlicher und beim Wiederverkauf stärker vom Materialwert abhängig als Stahlmodelle.

Unser Fazit zu A. Lange & Söhne

A. Lange & Söhne lohnt sich für Käufer, die feinste Handwerkskunst und Exklusivität über den reinen Wiederverkaufswert stellen. Die Marke bietet auf höchstem Niveau gefertigte Uhrwerke, eine unverwechselbare Gestaltung und deutsche Manufakturtradition – Argumente, die Kenner mehr überzeugen als das breite Publikum.

Stärken sind die kompromisslose Finissierung, die technische Eigenständigkeit und der gute Ruf in Sammlerkreisen. Als Schwäche lässt sich der geringere Bekanntheitsgrad außerhalb der Uhrenwelt nennen, außerdem die fast durchgängige Beschränkung auf Edelmetall, die einen Alltagseinsatz teuer macht.

Preislich bewegt sich Lange auf dem Niveau der führenden Genfer Häuser. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für die gebotene Qualität stimmig, der Einstieg aber hoch. Insgesamt eine der ernsthaftesten Uhrmacher-Marken überhaupt – ideal für anspruchsvolle Liebhaber, weniger für reine Statussucher.

Häufige Fragen

Ist A. Lange & Söhne eine gute Marke?

Ja, A. Lange & Söhne zählt zu den technisch und handwerklich besten Uhrenmanufakturen der Welt und wird in Sammlerkreisen auf einer Stufe mit Patek Philippe oder Vacheron Constantin gesehen.

Wo werden A. Lange & Söhne-Uhren gefertigt?

Alle Uhren entstehen in der Manufaktur im sächsischen Glashütte, wo die Werke entwickelt, gefertigt und von Hand finissiert werden.

Warum sind A. Lange & Söhne-Uhren so teuer?

Die Preise ergeben sich aus der hohen Fertigungstiefe, der aufwendigen Handarbeit, kleinen Stückzahlen und der fast ausschließlichen Verwendung von Gold und Platin.

Halten A. Lange & Söhne-Uhren ihren Wert?

Klassische Golduhren verlieren zunächst an Wert, stabilisieren sich dann aber; gefragte Modelle wie die Odysseus in Stahl gelten als besonders wertstabil.

A. Lange & Söhne im Vergleich

Wie schlägt sich A. Lange & Söhne gegen andere Marken? Direkte Vergleiche:

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