Marke · Luxus

Girard-Perregaux

Schweiz · gegründet 1791 · Luxus

◷ 5 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Die Wurzeln von Girard-Perregaux reichen bis 1791 zurück, den heutigen Namen trägt die Manufaktur seit der Verbindung von Constant Girard und Marie Perregaux im Jahr 1856. Berühmt ist die Marke für das Tourbillon mit drei goldenen Brücken, das ursprünglich Ende des 19. Jahrhunderts entstand. Seit 2022 gehört sie zur eigenständigen Sowind-Gruppe.

Steckbrief

Gegründet1791
LandSchweiz
SitzLa Chaux-de-Fonds
GründerJean-François Bautte
KategorieLuxus
Preisklasseca. 10.000–45.000 €
UhrwerkeEigene Werke

Geschichte

Girard-Perregaux gehört zu den ältesten Uhrenmarken der Schweiz. Die Wurzeln reichen bis 1791 zurück, als Jean-François Bautte in Genf eine Werkstatt betrieb. Den heutigen Namen trägt das Haus seit 1856, als der Uhrmacher Constant Girard und seine Frau Marie Perregaux ihre Namen verbanden und in La Chaux-de-Fonds die Manufaktur Girard-Perregaux gründeten. 1889 ließ Constant Girard-Perregaux das Tourbillon mit drei goldenen Brücken patentieren, das zum bekanntesten Wahrzeichen der Marke wurde.

Im 20. Jahrhundert entwickelte das Haus früh hochfrequente Werke und beteiligte sich in den 1970er-Jahren an der Quarzforschung. 1975 erschien mit der Laureato die integrierte Sportuhr, die bis heute die wichtigste Linie stellt. Über Jahrzehnte gehörte Girard-Perregaux zu wechselnden Eigentümern und war zuletzt Teil des französischen Kering-Konzerns. 2022 verkaufte Kering die Marke gemeinsam mit Ulysse Nardin an das eigene Management; seither ist Girard-Perregaux über die eigenständige Sowind-Gruppe wieder unabhängig. Diese Rückkehr in die Selbstständigkeit gilt als Versuch, die traditionsreiche Manufaktur mit mehr gestalterischer Freiheit neu zu positionieren, ohne die historische Substanz aufzugeben.

Bekannt für

Das prägendste Merkmal von Girard-Perregaux ist das Tourbillon mit drei Brücken: Drei pfeilförmige Brücken – ursprünglich aus Gold – überspannen Federhaus, Räderwerk und Tourbillon auf einer Ebene und machen die Konstruktion selbst zum Zifferblatt-Motiv. Aus diesem historischen Motiv leitet die Marke bis heute moderne Modelle wie die Neo Bridges oder Free Bridge ab, bei denen die Brücken offen inszeniert werden.

Die zweite Design-DNA liefert die Laureato: eine integrierte Sportuhr mit achteckiger Lünette auf rundem Gehäuse und feiner Clou-de-Paris-Struktur auf dem Zifferblatt. Girard-Perregaux steht damit für zwei Welten – klassische Haute Horlogerie mit Tourbillons und Konstantkraft-Hemmung einerseits, sportlich-elegante Alltagsuhren andererseits. Typisch sind aufwändig finissierte Werke, hohe Fertigungstiefe und eine eher zurückhaltende Verbreitung. Der Ruf in Sammlerkreisen ist ausgezeichnet, in der breiten Öffentlichkeit bleibt die Marke jedoch vergleichsweise unbekannt.

Uhrwerke & Technik

Girard-Perregaux ist eine echte Manufaktur, die ihre Werke selbst entwickelt und fertigt. Das Rückgrat der Automatikmodelle bildet heute das Kaliber GP03300 mit klassischem Aufbau, das in Laureato und Vintage 1945 zum Einsatz kommt. Für die integrierte Sportuhr gibt es zudem Automatikwerke mit Wochentag, Datum oder kleiner Sekunde. Das technische Prestige liefern die Tourbillon-Kaliber mit den drei Brücken sowie die Constant Escapement L.M., eine Konstantkraft-Hemmung mit einer feinen, biegsamen Siliziumklinge. Silizium und moderne Fertigung verbindet die Manufaktur dabei bewusst mit historischer Architektur. Die Werke sind aufwändig dekoriert und werden weitgehend im eigenen Haus in La Chaux-de-Fonds hergestellt – ein Anspruch, der die Marke klar von Häusern mit zugekauften Rohwerken abhebt.

Wichtige Modelle von Girard-Perregaux

  • Laureato — Integrierte Stahl-Sportuhr mit achteckiger Lünette, das heutige Kernmodell. In 38 und 42 mm sowie als Chronograph erhältlich, meist im mittleren fünfstelligen Bereich.
  • Tourbillon mit drei Brücken — Das historische Aushängeschild mit sichtbaren Brücken über dem Werk. Haute Horlogerie im oberen Preissegment, oft in Gold oder mit offen gearbeitetem Werk.
  • Vintage 1945 — Rechteckige Uhr im Art-déco-Stil der 1940er-Jahre. Steht für klassische Formuhren-Eleganz, vom schlichten Dreizeiger bis zum Tourbillon.
  • Free Bridge / Neo Bridges — Moderne Interpretation des Brücken-Themas mit offen liegender Balken- und Mikrorotor-Konstruktion. Verbindet historisches Motiv mit zeitgenössischem Design.
  • Laureato Absolute — Sportlichere, größere Variante der Laureato mit dunklen Materialien wie Keramik oder Carbon. Richtet sich an Käufer, die es robuster und moderner mögen.

Girard-Perregaux kaufen: Worauf du achten solltest

Neu bewegt sich Girard-Perregaux je nach Modell etwa zwischen 10.000 € für eine Laureato in Stahl und 45.000 € oder deutlich mehr für Tourbillons und Goldmodelle. Verkauft wird über ein eher dünnes Netz autorisierter Händler, weshalb der Gebrauchtmarkt eine wichtige Rolle spielt. Wer eine gebrauchte Girard-Perregaux kaufen möchte, findet dort teils attraktive Preise, da die Marke trotz hoher uhrmacherischer Qualität weniger begehrt ist als bekanntere Wettbewerber.

Das drückt einerseits die Wiederverkaufswerte – ehrlich betrachtet verliert eine neu gekaufte GP oft spürbar an Wert –, andererseits macht es gebrauchte Modelle zum echten Gegenwert. Achten sollte man auf vollständige Papiere, Servicehistorie und den Zustand der aufwändigen Finissierung. Ein Service bei einer Manufaktur dieser Klasse ist nicht billig. Die stahlgefasste Laureato gilt als vergleichsweise wertstabilste Wahl, während sehr komplizierte Einzelstücke stärker vom Sammlerinteresse abhängen.

Unser Fazit zu Girard-Perregaux

Girard-Perregaux ist etwas für Kenner. Wer die Marke kauft, bekommt eine echte Manufaktur mit über 200 Jahren Geschichte, eigenem Tourbillon-Erbe und sehr hoher Fertigungsqualität – oft zu Preisen, die unter denen prestigeträchtigerer Häuser liegen. Genau darin liegt die Stärke: viel Uhrmacherei fürs Geld, gepaart mit der Exklusivität einer wenig verbreiteten Marke. Die Kehrseite ist der geringe Bekanntheitsgrad, der sich in schwächeren Wiederverkaufswerten und einem dünnen Händlernetz niederschlägt. Wer Statuswirkung und breite Wiedererkennung sucht, ist bei bekannteren Namen besser aufgehoben. Wer dagegen Substanz über Logo stellt, findet in der Laureato eine der interessantesten integrierten Sportuhren und im Drei-Brücken-Tourbillon ein echtes Stück Uhrengeschichte. Unterm Strich eine unterschätzte Luxusmarke mit gutem Gegenwert.

Häufige Fragen

Ist Girard-Perregaux eine gute Marke?

Ja. Girard-Perregaux ist eine der ältesten Manufakturen der Schweiz mit eigener Werkfertigung und hohem technischem Niveau. In Sammlerkreisen genießt die Marke großes Ansehen, in der Öffentlichkeit ist sie eher unbekannt.

Wo werden Girard-Perregaux-Uhren hergestellt?

Die Uhren entstehen in der Manufaktur in La Chaux-de-Fonds in der Schweiz. Seit 2022 ist die Marke über die eigenständige Sowind-Gruppe wieder unabhängig, nachdem Kering sie an das Management verkauft hatte.

Was ist das Besondere am Tourbillon mit drei Brücken?

Das 1889 patentierte Tourbillon zeigt drei parallele, ursprünglich goldene Brücken über dem Werk und macht die Mechanik selbst zum Blickfang. Es gilt als das wichtigste Wahrzeichen der Marke.

Halten Girard-Perregaux-Uhren ihren Wert?

Nur eingeschränkt. Wegen der geringeren Bekanntheit fällt der Wertverlust neu gekaufter Modelle oft höher aus als bei prestigeträchtigen Marken; gebraucht bekommt man dafür viel Uhr fürs Geld.

Die passende Uhr findest du über unsere Kaufberatung – und ob sich eine Uhr als Wertanlage lohnt, klärt der Ratgeber Uhren als Wertanlage.