Marke · Luxus

Chopard

Schweiz · gegründet 1860 · Luxus

◷ 5 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Chopard wurde 1860 von Louis-Ulysse Chopard gegründet und wird seit 1963 von der Familie Scheufele geführt. Das Unternehmen fertigt sowohl Uhren als auch Schmuck und stellt mit der Linie L.U.C eigene hochwertige Manufakturwerke her. Bekannt ist zudem die Kollektion Happy Diamonds mit frei beweglichen Diamanten.

Steckbrief

Gegründet1860
LandSchweiz
SitzMeyrin
GründerLouis-Ulysse Chopard
KategorieLuxus
Preisklasseca. 5.000–45.000 €
UhrwerkeEigene Werke (L.U.C) & Zulieferer

Geschichte

Chopard wurde 1860 von Louis-Ulysse Chopard im schweizerischen Sonvilier gegründet und machte sich zunächst mit präzisen Taschenuhren und Chronometern einen Namen. Nach dem Tod des Gründers und mehreren Standortwechseln geriet das Unternehmen ins Straucheln, bis es 1963 vom deutschen Uhrmacher und Goldschmied Karl Scheufele übernommen wurde. Seither führt die Familie Scheufele das Haus; heute stehen Karl-Friedrich Scheufele (Uhren) und seine Schwester Caroline Scheufele (Schmuck) an der Spitze. Unter der Familie entwickelte sich Chopard zu einem integrierten Hersteller, der Uhren und Schmuck unter einem Dach fertigt. Ein Meilenstein war 1976 die Kollektion Happy Diamonds mit frei zwischen zwei Saphirgläsern beweglichen Diamanten. 1996 stellte Chopard mit der Linie L.U.C, benannt nach dem Gründer, eine eigene Manufaktur für hochwertige Uhrwerke in Fleurier vor. Seit den 2000er-Jahren engagiert sich das Haus stark für nachhaltige Materialien und verarbeitet nach eigenen Angaben ausschließlich ethisch gewonnenes Gold. Bekannt ist Chopard zudem als langjähriger Partner der Mille Miglia und der Filmfestspiele von Cannes. Wer sich mit der Geschichte von Chopard beschäftigt, trifft auf ein unabhängiges Familienunternehmen zwischen Schmuckkunst und ernsthafter Uhrmacherei.

Bekannt für

Chopard ist eine der wenigen großen Marken, die gleichermaßen für Schmuck und Uhren steht, und das prägt die Design-DNA. Auf der verspielten Seite steht die Kollektion Happy Diamonds beziehungsweise Happy Sport mit ihren frei tanzenden Diamanten, die zum Markenzeichen wurde. Auf der uhrmacherischen Seite steht die Linie L.U.C für klassische Haute Horlogerie mit fein finissierten Manufakturwerken, Genfer Siegel und Komplikationen wie Tourbillons, ewigen Kalendern und Minutenrepetitionen. Dazwischen positioniert sich die sportlich-elegante Alpine Eagle, eine Stahl-Luxussportuhr mit integriertem Armband, die seit 2019 stark nachgefragt wird. Typisch sind zudem die Mille-Miglia-Chronographen mit Motorsport-Bezug. Materialseitig ist Chopard für die Verwendung von ethisch zertifiziertem Gold sowie eine eigene Stahllegierung (Lucent Steel) bei der Alpine Eagle bekannt. Der Ruf der Marke ist zweigeteilt: Kennern gilt die L.U.C-Linie als ernstzunehmende Uhrmacherei, während die breite Öffentlichkeit Chopard eher mit Schmuck und rotem Teppich verbindet. Diese Spannbreite macht das Markenbild vielseitig, aber nicht ganz einheitlich.

Uhrwerke & Technik

Chopard nutzt zwei Welten: eigene Manufakturwerke und zugekaufte Kaliber. Das Herzstück ist die 1996 gegründete Manufaktur Chopard in Fleurier, die unter dem Kürzel L.U.C eigene Automatik- und Handaufzugswerke entwickelt und fertigt. Diese Kaliber, etwa mit Mikrorotor, mehreren Federhäusern (Quattro-Technik) für lange Gangreserve oder Tourbillon, sind aufwändig finissiert und teils mit dem Genfer Siegel oder als Chronometer zertifiziert. Für sportliche und schmuckorientierte Linien wie Happy Sport oder Mille Miglia greift Chopard dagegen auf hochwertige Zulieferwerke zurück, historisch etwa von ETA. Die Alpine Eagle nutzt inzwischen ebenfalls überwiegend Chopard-Werke. Diese Zweiteilung erklärt die große Preisspanne: Ein L.U.C-Modell mit Eigenkaliber ist uhrmacherisch deutlich anspruchsvoller als eine Quarz- oder Zulieferwerk-Uhr aus den Schmucklinien.

Wichtige Modelle von Chopard

  • L.U.C — Die Haute-Horlogerie-Linie mit hauseigenen Manufakturwerken, klassisch-elegant, meist 39 bis 43 mm. Preislich oft im mittleren fünfstelligen Bereich, teils höher. Steht für den uhrmacherischen Anspruch des Hauses.
  • Alpine Eagle — Luxuriöse Stahlsportuhr mit integriertem Armband, 36 bis 41 mm, ab rund 12.000 € aufwärts. Seit 2019 ein Verkaufserfolg und die Chopard-Antwort auf Royal Oak und Nautilus.
  • Happy Sport / Happy Diamonds — Ikonische Schmuckuhr mit frei beweglichen Diamanten, vorwiegend für Damen, mit breiter Preisspanne. Markenzeichen seit 1976.
  • Mille Miglia — Sportliche Chronographen mit Motorsport-Bezug zur gleichnamigen Oldtimer-Rallye, oft mit Gummiband im Reifenprofil-Look.
  • L.U.C Quattro / Tourbillon — Komplikationsstarke Varianten der L.U.C-Linie mit besonders langer Gangreserve oder Tourbillon, vor allem für Sammler.

Chopard kaufen: Worauf du achten solltest

Chopard kauft man neu über Boutiquen und autorisierte Juweliere; die Preise reichen von rund 5.000 € für einfachere Modelle bis 45.000 € und darüber für komplizierte L.U.C-Uhren. Am Gebrauchtmarkt lohnt der Blick besonders bei der Alpine Eagle, die stark nachgefragt ist und ihren Wert vergleichsweise gut hält, gefragte Stahlvarianten werden teils nah am Neupreis gehandelt. L.U.C-Modelle mit Manufakturwerk sind uhrmacherisch hochwertig, verlieren gebraucht aber oft spürbar, weil die breite Nachfrage fehlt, für Käufer eine Chance auf viel Uhrmacherei fürs Geld. Beim Kauf gebrauchter Chopard-Uhren sollte man auf vollständige Papiere, Servicehistorie und, gerade bei Golduhren, den Materialzustand achten. Schmuckmodelle wie Happy Sport folgen eher Mode- als Sammlerlogik und geben im Wiederverkauf deutlich nach. Grundsätzlich gilt: Die Alpine Eagle ist die wertstabilste Linie, während klassische und Schmuckmodelle Liebhaberstücke sind. Vorsicht ist bei auffällig günstigen Angeboten und bei Golduhren ohne Herkunftsnachweis geboten.

Unser Fazit zu Chopard

Chopard lohnt sich für Käufer, die entweder eine ernstzunehmende Manufakturuhr (L.U.C) oder eine hochwertige Luxussportuhr (Alpine Eagle) unterhalb der ganz großen Namen suchen. Stärken sind die eigene Werkfertigung in Fleurier, die konsequente Nachhaltigkeitsstrategie mit ethischem Gold und die familiengeführte Unabhängigkeit. Schwäche ist das uneinheitliche Markenbild: Die Öffentlichkeit verbindet Chopard stark mit Schmuck und Glamour, was die uhrmacherische Substanz der L.U.C-Linie verdeckt. Preislich bewegt sich die Marke im Luxussegment, bietet mit L.U.C aber viel Uhrmacherei fürs Geld, während Schmuckmodelle eher über Design und Marke verkauft werden. Insgesamt eine glaubwürdige, unabhängige Luxusmarke mit zwei Gesichtern, Sammler schätzen L.U.C, ein breiteres Publikum die Alpine Eagle und Happy Sport. Wer genau hinschaut, findet bei Chopard mehr echte Uhrmacherei, als der Ruf vermuten lässt.

Häufige Fragen

Ist Chopard eine gute Uhrenmarke?

Ja, besonders die L.U.C-Linie zählt zur ernstzunehmenden Haute Horlogerie mit eigenen Manufakturwerken. Chopard ist ein unabhängiges Familienunternehmen mit hoher Fertigungstiefe.

Wo werden Chopard-Uhren hergestellt?

Chopard fertigt in der Schweiz; die Uhrwerke der L.U.C-Linie entstehen in der eigenen Manufaktur in Fleurier, die übrige Produktion und Montage überwiegend am Hauptsitz in Meyrin bei Genf.

Hält die Chopard Alpine Eagle ihren Wert?

Die Alpine Eagle ist stark nachgefragt und gilt als wertstabilste Chopard-Linie; gefragte Stahlmodelle werden gebraucht teils nahe am Neupreis gehandelt. Eine Garantie dafür ist das aber nicht.

Was bedeutet L.U.C bei Chopard?

L.U.C steht für Louis-Ulysse Chopard, den Firmengründer. Die Linie umfasst die hochwertigen Manufakturuhren des Hauses mit eigenen Kalibern.

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