Marke · Mittelklasse

Certina

Schweiz · gegründet 1888 · Mittelklasse

◷ 5 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Certina wurde 1888 von den Brüdern Adolf und Alfred Kurth in Grenchen gegründet und gehört heute zur Swatch Group. Bekannt ist die Marke für ihr DS-Konzept (Double Security), das für besonders robuste und wasserdichte Uhren steht. Viele Automatikmodelle nutzen das Powermatic-80-Werk.

Steckbrief

Gegründet1888
LandSchweiz
SitzGrenchen
GründerAdolf & Alfred Kurth
KategorieMittelklasse
Preisklasseca. 300–1.100 €
UhrwerkePowermatic 80 & ETA

Geschichte

Certina wurde 1888 von den Brüdern Adolf und Alfred Kurth im schweizerischen Grenchen gegründet. Aus dem Betrieb der Gebrüder Kurth, der Uhren unter anderem unter dem Namen Grana fertigte, entwickelte sich ein industrieller Hersteller mit eigener Werkproduktion. Die bis heute gültige Identität entstand in den 1950er- und 1960er-Jahren: 1959 stellte Certina das DS-Konzept (Double Security) vor, das durch verstärkte Dichtungen und eine stoßgeschützte Werkaufhängung besonders robuste und wasserdichte Uhren ermöglichte. Das DS-Signet, eine stilisierte Schildkröte, wurde zum Markenzeichen. 1971 schloss sich Certina der ASUAG an, aus der später über die SMH die heutige Swatch Group hervorging. Innerhalb des Konzerns ist Certina im mittleren Preissegment positioniert und teilt technische Plattformen mit Schwestermarken wie Tissot und Mido. Heute liegt der Schwerpunkt auf sportlichen Automatikuhren, von denen viele das Powermatic-80-Werk mit langer Gangreserve nutzen. Die Geschichte der Marke ist damit eng mit der Idee der zuverlässigen, alltagstauglichen Gebrauchsuhr verbunden, weniger mit Prestige. Wer sich mit der Geschichte und den Modellen von Certina beschäftigt, trifft auf einen Hersteller, der vor allem für Robustheit zu bezahlbaren Preisen steht.

Bekannt für

Certina steht in erster Linie für das DS-Konzept, das die Marke seit 1959 begleitet und für erhöhte Wasserdichtigkeit sowie Stoßfestigkeit sorgt. Die Schildkröte als DS-Signet findet sich bis heute auf vielen Zifferblättern und Gehäuseböden. Design-typisch sind funktional gestaltete Sportuhren: Taucher, Flieger und robuste Alltagsmodelle mit gut ablesbaren Zifferblättern, kräftigen Leuchtmassen und drehbaren Lünetten. Certina verzichtet weitgehend auf verspielte Komplikationen und konzentriert sich auf Zeit, Datum und gelegentlich Chronographenfunktionen. Charakteristisch ist außerdem der Bezug zum Sport, etwa durch langjähriges Engagement im Motor- und Radsport. Materialseitig dominieren Edelstahl, Saphirglas und solide verarbeitete Armbänder; einzelne Modelle nutzen auch DLC-Beschichtungen oder Titan. Der Ruf der Marke ist der eines ehrlichen, unaufgeregten Herstellers: gute Verarbeitung, sinnvolle Technik und ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis ohne modische Übertreibung. In Sammlerkreisen gilt Certina eher als Geheimtipp denn als Statusmarke, solide, aber ohne den Prestigefaktor teurerer Schweizer Namen.

Uhrwerke & Technik

Certina verbaut ausschließlich Schweizer Werke aus dem Swatch-Group-Baukasten. Das mit Abstand wichtigste Uhrwerk ist das Powermatic 80, eine weiterentwickelte ETA-Basis mit rund 80 Stunden Gangreserve. Es arbeitet mit reduzierter Schwingfrequenz und nutzt in vielen Ausführungen eine Kunststoff-Hemmung sowie je nach Version eine Nivachron-Spirale, was Ganggenauigkeit und Magnetfeldresistenz verbessert. Daneben kommen klassische ETA-Automatik- und Quarzkaliber zum Einsatz, etwa das Valjoux 7750 für Chronographen. Eigene Manufakturkaliber im engeren Sinn entwickelt Certina nicht; die Stärke liegt in der industriellen Nutzung bewährter Konzernwerke. Für Käufer bedeutet das gut verfügbare Ersatzteile und unkomplizierten Service. Wer ein technisch solides, langlebiges Uhrwerk zu moderatem Preis sucht, ist bei Certina gut aufgehoben, Prestige durch ein Eigenkaliber darf man aber nicht erwarten.

Wichtige Modelle von Certina

  • DS Action / DS Action Diver — Sportliche Taucheruhr-Linie, 2025 überarbeitet, meist um 38 bis 43 mm. Die DS Action Diver mit Powermatic 80 gilt als eines der stärksten Preis-Leistungs-Angebote unter 1.000 € im Taucherbereich.
  • DS PH200M — Retro-Taucher im Stil der 1960er-Jahre mit gewölbtem Glas und Vintage-Anmutung, rund 40 mm, meist unter 1.000 €. Steht für das Taucher-Erbe von Certina.
  • DS-1 / DS-2 — Klassisch-elegante Automatikmodelle als Hommage an frühe DS-Uhren, vielseitig im Alltag tragbar und guter Einstieg in die Marke.
  • DS Super PH500M — Robuste, größere Profi-Taucheruhr mit hoher Wasserdichtigkeit und markantem Retro-Design für Freunde kräftiger Gehäuse.
  • DS Podium — Sportlich-elegante Dreizeiger und Chronographen mit Sportbezug, meist im günstigeren Preisbereich, oft als Alltags- und Einstiegsmodell.
  • DS-8 — Dezente, klassisch gehaltene Business-Modelle für Träger, die es unauffälliger und flacher mögen.

Certina kaufen: Worauf du achten solltest

Certina-Uhren kauft man am einfachsten neu im autorisierten Fachhandel oder im Markenshop; die Preise bewegen sich meist zwischen rund 300 und 1.100 €, je nach Modell und Ausstattung. Automatikmodelle mit Powermatic 80 liegen häufig zwischen 700 und 1.000 €, Quarzmodelle darunter. Wer gebraucht kauft, findet Certina auf Plattformen wie Chrono24 oder eBay oft deutlich günstiger, da die Marke am Zweitmarkt spürbar an Wert verliert, ein Punkt, den man ehrlich einkalkulieren sollte. Für Käufer heißt das: Der größte Wertverlust ist beim Neukauf schon eingepreist, gebraucht bekommt man viel Uhr fürs Geld. Achten sollte man auf den Zustand von Lünette, Glas und Dichtungen sowie auf vorhandene Box und Papiere; bei älteren DS-Modellen lohnt der Blick auf Servicehistorie und Wasserdichtigkeit. Wertstabilität ist nicht die Stärke von Certina; die Marke ist ein Gebrauchsobjekt, keine Wertanlage. Typischer Fallstrick: Man zahlt neu einen Aufpreis für den Namen, der sich beim Wiederverkauf kaum auszahlt.

Unser Fazit zu Certina

Certina lohnt sich für alle, die eine robuste, technisch solide Schweizer Automatikuhr zu bezahlbarem Preis suchen und keinen Wert auf Prestige legen. Die Stärken liegen klar bei der Verarbeitung, dem langlaufenden Powermatic-80-Werk und dem oft sehr fairen Preis-Leistungs-Verhältnis, gerade bei den Taucheruhren. Schwächen sind die geringe Bekanntheit als Statusmarke und die schwache Wertstabilität am Gebrauchtmarkt. Innerhalb der Swatch Group ist Certina eng mit Tissot und Mido verwandt und technisch praktisch gleichwertig, hat aber ein etwas geringeres Markenprofil. Wer eine Uhr zum Tragen und nicht zum Sammeln sucht, bekommt hier viel Gegenwert; als reines Investment oder Prestigeobjekt ist die Marke ungeeignet. Gesamturteil: ein ehrlicher, unterschätzter Hersteller mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, ein solider Kauf für den Alltag, nicht für die Vitrine.

Häufige Fragen

Ist Certina eine gute Marke?

Ja, Certina gilt als solider Schweizer Hersteller mit guter Verarbeitung und fairem Preis-Leistungs-Verhältnis. Prestige und Wertstabilität bietet die Marke aber weniger als teurere Namen.

Wo werden Certina-Uhren hergestellt?

Certina ist Teil der Swatch Group und fertigt in der Schweiz; alle Modelle tragen die Bezeichnung Swiss Made. Der Sitz liegt historisch in Grenchen.

Ist das Powermatic 80 ein gutes Uhrwerk?

Das Powermatic 80 ist ein zuverlässiges Werk mit rund 80 Stunden Gangreserve. Es basiert auf einer ETA-Konstruktion und nutzt teils Kunststoffkomponenten, läuft aber genau und ist gut zu warten.

Halten Certina-Uhren ihren Wert?

Nein, Certina-Uhren verlieren beim Wiederverkauf spürbar an Wert. Gebraucht sind sie günstig zu haben, als Wertanlage eignen sie sich nicht.

Certina im Vergleich

Wie schlägt sich Certina gegen andere Marken? Direkte Vergleiche:

Die passende Uhr findest du über unsere Kaufberatung.