Uhren-Lexikon · Uhrentypen

Savonnette (Sprungdeckeluhr)

Taschenuhr mit schützendem Sprungdeckel; zugleich Bezeichnung für eine Werkanordnung mit versetzter Sekunde.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Was eine Savonnette ist

Der Begriff Savonnette bezeichnet zunächst eine Taschenuhr mit einem Sprungdeckel, der das Zifferblatt und das Glas schützt. Dieser metallene Deckel springt auf Knopfdruck über die Krone auf und gibt den Blick auf die Zeitanzeige frei. Im geschlossenen Zustand ist das empfindliche Glas vor Kratzern und Stößen geschützt. Man spricht deshalb auch von einer Sprungdeckeluhr.

Der Name Savonnette leitet sich vom französischen Wort für Seifenstück ab, da die geschlossene, glatte Form daran erinnerte. Im Gegensatz dazu steht die Lépine, eine offene Taschenuhr ohne Sprungdeckel. Beide Bauformen prägten über lange Zeit das Bild der klassischen Taschenuhr.

Zweite Bedeutung: die Werkkonstruktion

In der Fachsprache bezeichnet Savonnette darüber hinaus eine bestimmte Anordnung des Uhrwerks. Bei einem Savonnette-Werk steht die kleine Sekunde im rechten Winkel zur Aufzugswelle. Sitzt die Krone bei drei Uhr, liegt die kleine Sekunde bei sechs Uhr. Diese Anordnung ergab sich aus der Bauweise der klassischen Sprungdeckeluhren.

Dem gegenüber steht das Lépine-Werk, bei dem Krone und kleine Sekunde auf einer Linie liegen, also die Krone bei zwölf und die Sekunde bei sechs Uhr. Die Begriffe Savonnette und Lépine beschreiben in diesem Zusammenhang die Lage der Sekunde relativ zur Krone. Sie werden auch bei modernen Werken noch verwendet. Die Lage der kleinen Sekunde relativ zur Krone lässt daher oft Rückschlüsse auf die Herkunft und Bauart eines Werks zu. Bei Armbanduhren mit kleiner Sekunde spielt diese Unterscheidung ebenfalls eine Rolle, wenn ein ursprünglich für Taschenuhren gedachtes Werk verwendet wird.

Einordnung

Die Savonnette gehört zu den geschichtsträchtigen Uhrentypen und ist heute vor allem als Sammler- und Liebhaberstück verbreitet. Der Sprungdeckel bietet einen guten Schutz für das Glas, macht die Bedienung aber etwas umständlicher als bei einer offenen Uhr. Manche Modelle besitzen zusätzlich einen inneren Staubdeckel.

Für das Verständnis alter Uhren ist die doppelte Bedeutung des Begriffs hilfreich: Er kann die Gehäuseform mit Sprungdeckel oder die Werkanordnung mit versetzter Sekunde meinen. Welche Bedeutung gemeint ist, ergibt sich meist aus dem Zusammenhang. Bei Taschenuhren treffen häufig beide Merkmale zusammen. Der Sprungdeckel wird über einen Druck auf die Krone entriegelt und schließt mit einem hörbaren Einrasten. Ein sorgfältig gearbeitetes Scharnier und ein sauber schließender Deckel gelten als Zeichen guter Verarbeitung. Bei alten Uhren kann ein ausgeleiertes Scharnier dazu führen, dass der Deckel nicht mehr sicher schließt.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Savonnette und Lépine?

Die Savonnette hat einen schützenden Sprungdeckel über dem Glas, die Lépine ist offen. Zugleich bezeichnen die Begriffe die Werkanordnung: Bei der Savonnette steht die kleine Sekunde im rechten Winkel zur Krone, bei der Lépine auf einer Linie mit ihr.