Was die Kupplung ist
Eine Kupplung stellt allgemein eine lösbare Verbindung zwischen zwei rotierenden Teilen her, sodass sich Kraft je nach Bedarf übertragen oder unterbrechen lässt. In der Uhr sorgt sie dafür, dass eine Drehbewegung nur dann weitergeleitet wird, wenn eine bestimmte Funktion tatsächlich aktiv sein soll. Die mit Abstand verbreitetste Kupplung ist Teil des Mechanismus, mit dem eine Uhr aufgezogen und ihre Zeiger gestellt werden. Damit ist die Krone zugleich das zentrale Bedienelement, über das sich beide Funktionen ansteuern lassen.
Gesteuert wird dieser Mechanismus über die Krone. Je nach deren Stellung greift die Kupplung entweder in den Aufzug oder in das Zeigerstellwerk ein. So lassen sich zwei unterschiedliche Funktionen mit einem einzigen Bedienelement ausführen, ohne dass sie sich gegenseitig stören. Der Wechsel zwischen beiden Zuständen erfolgt beim Ziehen und Drücken der Krone. Bei manchen Uhren rastet die Krone in den einzelnen Stellungen spürbar ein und gibt so eine Rückmeldung.
Kupplung beim Aufzug und Zeigerstellen
Zentrales Bauteil ist der Kupplungstrieb, ein verschiebbares Zahnrad auf der Aufzugwelle. In der eingedrückten Kronenstellung überträgt er die Drehung der Krone auf das Aufzugsräderwerk und spannt dadurch die Zugfeder. Ein Sperrmechanismus verhindert, dass die aufgezogene Feder ihre Kraft sofort wieder zurückgibt. So wird beim Drehen der Krone Energie im Federhaus gespeichert.
Wird die Krone herausgezogen, verschiebt ein Winkelhebel den Kupplungstrieb, und die Verbindung wechselt zum Zeigerwerk. Nun lassen sich die Zeiger stellen, ohne dass dabei die Feder aufgezogen wird. Dieser saubere Wechsel zwischen Aufziehen und Stellen ist die klassische Aufgabe der Kupplung und funktioniert in Handaufzug- wie in Automatikwerken nach demselben Grundprinzip. Bei einer verschraubten Krone muss diese vor dem Ziehen zunächst aufgeschraubt und danach wieder festgezogen werden.
Kupplung im Chronographen
Auch im Chronographen kommt eine Kupplung zum Einsatz, dort allerdings mit anderer Aufgabe. Sie verbindet das ohnehin laufende Räderwerk mit der Stoppfunktion, sobald der Drücker betätigt wird. Erst durch dieses Zuschalten beginnen die Stoppzeiger zu laufen. Beim erneuten Betätigen wird die Verbindung wieder getrennt, und die Messung hält an.
Unterschieden werden zwei Bauweisen. Bei der horizontalen Kupplung werden Räder seitlich in Eingriff gebracht, was beim Start mitunter ein kurzes Zittern des Zeigers verursachen kann. Die vertikale Kupplung arbeitet dagegen über axialen Druck und startet den Zeiger ruckfrei. Beide erfüllen denselben Zweck: das saubere Starten und Stoppen der Stoppzeiger, ohne den Gang der Uhr zu beeinflussen. Welche der beiden Bauweisen zum Einsatz kommt, hängt vom Anspruch und von der Auslegung des Chronographen ab.