Was Ganggenauigkeit ist
Die Ganggenauigkeit beschreibt, wie genau eine Uhr die Zeit anzeigt. Angegeben wird sie meist als Gangabweichung in Sekunden pro Tag, versehen mit einem Vorzeichen: Ein Pluswert bedeutet, dass die Uhr vorgeht, ein Minuswert, dass sie nachgeht. Eine Abweichung von null Sekunden entspräche einem perfekten Gang. In der Praxis wird dieser Idealwert allerdings nie dauerhaft erreicht.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Genauigkeit und Gleichmäßigkeit. Eine Uhr, die konstant etwa fünf Sekunden pro Tag vorgeht, lässt sich gut auf einen genauen Gang einregulieren. Schwankt die Abweichung dagegen stark von Tag zu Tag, ist sie schwer zu korrigieren, auch wenn der Mittelwert niedrig erscheint. Für die praktische Einstellung ist deshalb eine gleichmäßige Abweichung wertvoller als ein zufällig niedriger Durchschnitt.
Einflussfaktoren
Bei mechanischen Uhren wirken zahlreiche Faktoren auf den Gang. Dazu gehören die Lage der Uhr, die Temperatur, der Aufzugszustand der Feder, Magnetfelder, Erschütterungen sowie der Zustand von Schmierung und Verzahnung. Weil die Lage eine Rolle spielt, wird der Gang üblicherweise in mehreren Positionen geprüft und gemittelt.
Besonders Magnetfelder aus dem Alltag können den Gang spürbar verändern, indem sie die Spiralfeder beeinflussen. Auch der Verschleiß über die Jahre wirkt sich aus, weshalb eine regelmäßige Wartung zur Ganggenauigkeit beiträgt. Quarzuhren sind gegenüber diesen mechanischen Einflüssen weitgehend unempfindlich, reagieren aber auf Temperatur. Deshalb kann sich der Gang einer Uhr im Sommer anders verhalten als im Winter oder je nach Tragegewohnheit.
Richtwerte und Normen
Als Anhaltspunkt gilt für viele mechanische Uhren eine Abweichung von wenigen Sekunden pro Tag. Ein Chronometer, geprüft nach dem Standard der COSC, muss innerhalb festgelegter Grenzen liegen, im Mittel zwischen minus vier und plus sechs Sekunden pro Tag. Solche Werte gelten als besonders genau für mechanische Uhren. Die Prüfung erfolgt dabei über mehrere Tage und in verschiedenen Lagen, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten.
Quarzuhren erreichen dank ihrer elektronischen Steuerung deutlich kleinere Abweichungen, die meist im Bereich weniger Sekunden pro Monat liegen. Eine gewisse Abweichung ist bei mechanischen Uhren grundsätzlich normal und technisch bedingt. Der Gang lässt sich durch Regulierung anpassen, aber nicht vollständig beseitigen. Für die meisten Träger ist eine kleine, gleichbleibende Abweichung im Alltag ohne Belang.