Uhren-Lexikon · Armband

Bandhörner (Lugs)

Die Fortsätze am Gehäuse, zwischen denen das Armband mit den Federstegen befestigt wird. Ihre Form und Länge prägen maßgeblich, wie eine Uhr am Handgelenk sitzt.

◷ 2 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Bandhörner, im Englischen Lugs genannt, sind die Fortsätze am Uhrengehäuse, zwischen denen das Armband befestigt wird. Sie ragen in der Regel oben und unten aus dem Gehäuse heraus und bilden die Verbindung zwischen Gehäuse und Band. Ihre Form und Länge bestimmen maßgeblich, wie eine Uhr am Handgelenk sitzt, und prägen zugleich den Charakter des Designs.

Was Bandhörner sind

Ein klassisches Rundgehäuse besitzt vier Bandhörner, die paarweise an der 12 und an der 6 sitzen. Zwischen den beiden Hörnern eines Paares wird das Armband eingesetzt. Jedes einzelne dieser Elemente wird auch als Bandhorn bezeichnet, die Gesamtheit als Bandhörner. Neben ihrer tragenden Funktion sind sie ein wichtiges Gestaltungsmerkmal, denn ihre Kontur unterscheidet Uhren mit ansonsten ähnlichem Gehäuse deutlich voneinander.

Die Hörner können gerade nach außen stehen, sanft nach unten gebogen sein oder verdreht und facettiert ausgeführt werden. Auch die Oberflächen sind Teil des Designs, etwa polierte Fasen an gebürsteten Flanken.

Wie das Armband an den Bandhörnern hält

Zwischen den beiden Hörnern eines Paares sitzt ein Federsteg, ein gefederter Stift, der in kleine Bohrungen an den Innenseiten der Bandhörner einrastet. Er hält das Armband sicher an seinem Platz und lässt sich beim Bandwechsel zusammendrücken, um das Band zu lösen.

Der lichte Abstand zwischen den beiden Hörnern eines Paares wird als Anstoßbreite oder Bandbreite bezeichnet und in Millimetern angegeben, etwa 18, 20 oder 22 Millimeter. Dieser Wert bestimmt, welches Armband passt. Ein zu schmales Band wackelt, ein zu breites lässt sich nicht montieren. Deshalb ist die richtige Bandbreite die Grundvoraussetzung für jeden Wechsel.

Wie Form und Länge die Passform prägen

Über die reine Befestigung hinaus entscheiden die Bandhörner darüber, wie groß eine Uhr wirkt. Der Abstand zwischen den äußeren Enden der oberen und unteren Hörner heißt Bandanstoß oder Lug-to-Lug und ist ein zentrales Maß für die Passform. Lange, gerade Hörner lassen eine Uhr größer erscheinen und können bei schmalen Handgelenken überstehen, während kurze oder nach unten gezogene Hörner das Gehäuse kompakter wirken lassen.

Gerade weil dieser Zusammenhang so wichtig ist, lohnt sich beim Uhrenkauf ein Blick auf den Bandanstoß und nicht nur auf den Gehäusedurchmesser. Zwei Uhren mit gleichem Durchmesser können sich durch unterschiedlich geformte Bandhörner völlig verschieden am Handgelenk anfühlen.

Bandhörner beim Bandwechsel und im Detail

Für den Bandwechsel sind die Bandhörner der entscheidende Bereich. Manche Uhren besitzen durchgebohrte Hörner, bei denen die Bohrungen für den Federsteg von außen sichtbar sind. Dort lässt sich der Steg mit einem dünnen Werkzeug bequem von außen eindrücken, was den Wechsel erleichtert. Bei geschlossenen Hörnern arbeitest du dagegen mit einem Federstegwerkzeug von innen.

Beim Hantieren solltest du vorsichtig sein, denn Werkzeuge können auf den polierten oder gebürsteten Flächen der Bandhörner leicht Kratzer hinterlassen. Auch die Verarbeitung der Hörner ist ein Qualitätsmerkmal: saubere Kanten, gleichmäßige Fasen und ein präziser Übergang zum Gehäuse zeugen von sorgfältiger Fertigung.

Häufige Fragen

Wie finde ich die richtige Bandbreite für meine Bandhörner?

Du misst den lichten Abstand zwischen den beiden Hörnern eines Paares in Millimetern. Dieser Wert, oft 18, 20 oder 22 Millimeter, gibt die passende Bandbreite an. Nur ein Armband mit exakt dieser Breite sitzt spielfrei und lässt sich sauber mit dem Federsteg montieren.

Was sind durchgebohrte Bandhörner?

Bei durchgebohrten Bandhörnern reichen die Bohrungen für den Federsteg ganz durch das Horn, sodass sie von außen sichtbar sind. Das erleichtert den Bandwechsel, weil sich der Federsteg mit einem dünnen Werkzeug von außen eindrücken lässt, ohne das Gehäuse zu zerkratzen.

Warum beeinflussen die Bandhörner die Passform so stark?

Weil ihr äußerer Abstand, der Bandanstoß, bestimmt, wie weit die Uhr auf dem Handgelenk nach oben und unten reicht. Lange oder gerade Hörner können überstehen, kurze oder nach unten gebogene Hörner lassen das Gehäuse kompakter sitzen, selbst bei gleichem Gehäusedurchmesser.