Piaget wurde 1874 von Georges Édouard Piaget gegründet und gehört heute zum Richemont-Konzern. Die Marke ist für extrem flache Uhrwerke sowie für die Verbindung von Uhrmacherei und Schmuck bekannt. Mit dem Kaliber 12P stellte Piaget 1960 eines der flachsten Automatikwerke seiner Zeit vor.
Steckbrief
| Gegründet | 1874 |
|---|---|
| Land | Schweiz |
| Sitz | Plan-les-Ouates |
| Gründer | Georges Édouard Piaget |
| Kategorie | Luxus |
| Preisklasse | ca. 12.000–55.000 € |
| Uhrwerke | Eigene Werke (Spezialist für ultraflache Kaliber) |
Geschichte
Piaget wurde 1874 von Georges Édouard Piaget im schweizerischen La Côte-aux-Fées gegründet, zunächst als Hersteller von Rohwerken und Uhrwerkskomponenten für andere Marken. Über Jahrzehnte belieferte das Familienunternehmen die Branche mit Werken, bevor es unter eigenem Namen an die Öffentlichkeit trat und in den 1940er-Jahren seine Marke registrierte. Den Ruf als Spezialist für besonders flache Uhrwerke begründete Piaget in den späten 1950er- und 1960er-Jahren: 1957 kam das ultraflache Handaufzugskaliber 9P, 1960 das automatische 12P, damals eines der flachsten Automatikwerke der Welt.
In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde Piaget zudem für luxuriöse Schmuckuhren und Uhren mit Hartstein-Zifferblättern bekannt. 1979 lancierte Yves Piaget die Polo als sportlich-elegante Golduhr, die zum Statussymbol ihrer Zeit wurde. 1988 übernahm die Cartier-Muttergesellschaft Piaget, das seither zum Schweizer Richemont-Konzern gehört; der Sitz liegt heute in Plan-les-Ouates bei Genf. Piaget führt seine Tradition als Spezialist für ultraflache Uhren und die Verbindung von Uhrmacherei und hochwertiger Schmuckkunst bis heute fort.
Bekannt für
Piaget ist vor allem für zwei Dinge bekannt: extrem flache Uhren und die enge Verbindung von Uhrmacherei und Schmuck. Die Design-DNA ist elegant, luxuriös und oft goldbetont. Signatur-Merkmal ist die Flachheit – die Altiplano-Linie zählt regelmäßig zu den dünnsten Uhren der Welt, mit Rekordmodellen wie der Altiplano Ultimate Concept von nur rund 2 mm Bauhöhe. Ein zweites Markenzeichen sind die kunstvollen Hartstein-Zifferblätter aus Lapislazuli, Türkis, Tigerauge oder Malachit, die Piaget seit den 1960er-Jahren pflegt. Die sportlich-elegante Polo steht mit ihrem Gadroon-Dekor (den charakteristischen Riffelungen) für einen luxuriösen Freizeit-Look. Typische Materialien sind Gelb-, Rosé- und Weißgold, oft mit aufwendigem Diamantbesatz. Der Ruf ist zwiespältig: In Uhrenkreisen wird Piaget für seine ultraflache Werktechnik hoch geschätzt, in der breiten Wahrnehmung dagegen oft primär als Schmuckmarke gesehen – weshalb die uhrmacherische Kompetenz unterschätzt wird.
Uhrwerke & Technik
Piaget ist eine Manufaktur mit besonderem Schwerpunkt auf ultraflachen Uhrwerken – eine Kernkompetenz, die bis in die 1950er-Jahre zurückreicht. Historische Meilensteine sind die Handaufzugskaliber 9P (1957) und das automatische 12P (1960). Diese Tradition führt Piaget mit modernen Rekordwerken fort, etwa dem 900P und der Altiplano Ultimate Concept, bei der Gehäuse und Werk zu einer Einheit verschmelzen. Für die Polo und andere Automatikmodelle nutzt Piaget hauseigene flache Automatikkaliber (etwa die Werkfamilie 1110P) mit dezentralem Mikrorotor, der die geringe Bauhöhe ermöglicht. Neben den flachen Werken baut Piaget auch komplizierte Kaliber mit Tourbillon oder Minutenrepetition. Die Werke sind fein dekoriert; der Fokus liegt klar auf eleganter, flacher Technik statt auf robusten Werkzeuguhren.
Wichtige Modelle von Piaget
- Altiplano — Die ultraflache Dresswatch und das Herzstück der Marke – puristisch, elegant und regelmäßig unter den dünnsten Uhren der Welt. Preislich (neu) grob ab rund 12.000–15.000 €.
- Polo — Die sportlich-elegante Luxusuhr mit Gadroon-Dekor und integriertem Band; die 1979er-Ikone wurde mehrfach neu aufgelegt, zuletzt unter anderem als Polo 79.
- Limelight Gala — Die feminine Schmuckuhr-Linie mit asymmetrischen, oft diamantbesetzten Bandanstößen, gestalterisch an die 1970er angelehnt.
- Altiplano Ultimate Concept — Das technische Extrem – eine der flachsten mechanischen Armbanduhren überhaupt mit rund 2 mm Bauhöhe.
- Piaget „Andy Warhol“ — Das kissenförmige Modell mit großem Zifferblatt, benannt nach seinem prominenten früheren Träger, oft mit typischen Hartstein-Varianten.
Piaget kaufen: Worauf du achten solltest
Piaget kauft man neu über Boutiquen und ausgewählte Juweliere; die Marke ist deutlich exklusiver vertrieben als die großen Luxus-Sportuhrenhersteller. Neupreise beginnen grob bei rund 12.000 € für einfachere Altiplano-Modelle und reichen bei Schmuck- und Komplikationsuhren weit in sechsstellige Beträge. Auf dem Gebrauchtmarkt ist Piaget vergleichsweise dünn vertreten, was Auswahl und Preisvergleich erschwert – dafür lassen sich gepflegte Modelle oft mit spürbarem Abschlag zum Neupreis kaufen.
Hier liegt auch die ehrliche Wahrheit zur Wertstabilität: Piaget zählt nicht zu den wertstabilen Investment-Marken, viele Gold- und Schmuckuhren geben am Zweitmarkt nach, auch weil der Materialwert nur einen Teil des Neupreises ausmacht. Achten sollte man beim Gebrauchtkauf auf den Zustand von Gehäuse und dem oft empfindlichen Hartstein-Zifferblatt, auf komplette Papiere und auf die Echtheit des Diamantbesatzes. Wer Piaget vor allem wegen der ultraflachen Werktechnik schätzt, findet mit gebrauchten Altiplano-Modellen häufig das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
Unser Fazit zu Piaget
Piaget lohnt sich für Käufer, die elegante, ultraflache Uhren und die Verbindung von Uhrmacherei und Schmuck schätzen – und die Prestige weniger über Sportuhren als über dezenten, goldenen Luxus definieren. Stärken sind die außergewöhnliche Kompetenz bei flachen Werken, das eigenständige Design und die feine Verarbeitung. Schwächen sind die mäßige Wertstabilität, die im Vergleich zu Rolex oder Patek Philippe geringere Bekanntheit als reine „Uhrenmarke“ sowie die Empfindlichkeit mancher flacher Modelle und Hartstein-Zifferblätter im Alltag. Preis-Leistung ist im nüchternen Sinn schwach, da man vor allem Eleganz, Gold und Handwerk bezahlt. Als Gesamtbewertung ist Piaget eine hoch angesehene, aber unterschätzte Marke: uhrmacherisch ernstzunehmen und gestalterisch eigenständig, jedoch eher etwas für Kenner und Liebhaber flacher Dresswatches als für den wertorientierten Käufer.
Häufige Fragen
Ist Piaget eine gute Uhrenmarke oder eher eine Schmuckmarke?
Beides. Piaget ist eine ernstzunehmende Manufaktur, besonders für ultraflache Uhrwerke, wird in der breiten Wahrnehmung aber oft primär als Schmuckmarke gesehen – die uhrmacherische Kompetenz wird dadurch unterschätzt.
Wofür ist Piaget bekannt?
Für extrem flache Uhren (Altiplano), für Hartstein-Zifferblätter aus Lapislazuli oder Malachit und für die sportlich-elegante Polo. Insgesamt für die Verbindung von Uhrmacherei und Schmuckkunst.
Halten Piaget-Uhren ihren Wert?
Meist nur bedingt. Viele Gold- und Schmuckuhren geben am Gebrauchtmarkt nach; Piaget ist keine ausgesprochene Wertanlage. Gebraucht kauft man daher oft mit Abschlag.
Gehört Piaget zu einem Konzern?
Ja. Piaget gehört seit 1988 zum Schweizer Richemont-Konzern, zu dem auch Cartier, Vacheron Constantin und weitere Marken zählen.
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