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Oris

Schweiz · gegründet 1904 · Premium

◷ 5 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Oris wurde 1904 von Paul Cattin und Georges Christian in Hölstein gegründet und ist bis heute in unabhängigem Besitz. Das Unternehmen stellt ausschließlich mechanische Uhren her. Mit dem Calibre 400 bietet Oris ein eigenes Automatikwerk mit rund fünf Tagen Gangreserve.

Steckbrief

Gegründet1904
LandSchweiz
SitzHölstein
GründerPaul Cattin und Georges Christian
KategoriePremium
Preisklasseca. 1.500–3.500 €
UhrwerkeSellita-basiert & eigenes Calibre 400

Geschichte

Oris wurde 1904 von Paul Cattin und Georges Christian im schweizerischen Hölstein gegründet, wo die Marke bis heute ihren Sitz hat; der Name geht auf einen nahegelegenen Bach zurück. In den ersten Jahrzehnten war Oris ein großer Hersteller günstiger Uhren und Wecker und beschäftigte in der Region viele Menschen. Wie viele Schweizer Marken geriet Oris in der Quarzkrise der 1970er- und 1980er-Jahre unter Druck. 1982 kaufte sich das Management unter Ulrich Herzog aus dem damaligen Konzern heraus – seither ist Oris unabhängig und in Privatbesitz, was in der heutigen, stark von Konzernen geprägten Branche eine Besonderheit ist.

Nach dem Management-Buy-out konzentrierte sich Oris konsequent auf rein mechanische Uhren und verzichtete vollständig auf Quarz; das rote Schwungrad (der „rote Rotor“) wurde zum Markenzeichen. 2020 stellte Oris mit dem Calibre 400 ein eigenes Automatikwerk mit rund fünf Tagen Gangreserve und hoher Magnetfeldresistenz vor und baute damit die eigene Werkfertigung deutlich aus. Heute positioniert sich Oris als unabhängige Premium-Marke mit Fokus auf Taucher-, Flieger- und Vintage-Uhren.

Bekannt für

Oris ist bekannt für sportlich-klassische mechanische Uhren mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und für seine Unabhängigkeit. Die Design-DNA reicht von der modernen Taucheruhr Aquis über die retro-inspirierte Divers Sixty-Five bis zur Fliegeruhr Big Crown mit ihrer namensgebenden großen Krone und dem Zeigerdatum. Ein wiederkehrendes Signatur-Merkmal ist der rote Rotor, der durch viele Sichtböden zu sehen ist und für die Marke steht. Oris nutzt gern kräftige Farben, Bronze-Gehäuse und thematische Sondermodelle, etwa im Zeichen des Umwelt- und Meeresschutzes („Change for the Better“). Materialseitig setzt die Marke auf Edelstahl, Bronze, Keramiklünetten und Titan. Der Ruf ist gut: Oris gilt als bodenständige, sympathische Marke ohne übertriebenes Prestige-Gehabe, die ehrliche Uhren zu nachvollziehbaren Preisen baut. Komplikationen wie die „Pointer Date“-Zeigerdatumsanzeige oder ein patentierter Höhenmesser (ProPilot Altimeter) runden das eigenständige Profil ab.

Uhrwerke & Technik

Oris nutzt zwei Werkfamilien. Die Basis vieler Modelle bilden zugekaufte, veredelte Sellita-Werke (SW-Serie), die Oris unter eigenen Kaliberbezeichnungen (z. B. Oris 733) einsetzt – zuverlässige, gut verfügbare Schweizer Standardwerke. Das technische Aushängeschild ist das 2020 vorgestellte Calibre 400, ein komplett eigenes Automatikwerk mit rund fünf Tagen (120 Stunden) Gangreserve durch zwei Federhäuser, hoher Magnetfeldresistenz und einem empfohlenen Serviceintervall von zehn Jahren; darauf gibt Oris zehn Jahre Garantie. Inzwischen ist daraus eine ganze Werkfamilie geworden (u. a. das 401 mit Datum). Der Umstieg auf das eigene Kaliber hebt Preis und Anspruch spürbar an. Wichtig zu wissen: Oris baut ausschließlich mechanische Uhrwerke und hat Quarz vollständig aus dem Programm genommen.

Wichtige Modelle von Oris

  • Aquis — Die moderne Taucheruhren-Familie (300 m wasserdicht) mit Keramiklünette, ein sportlicher Alltagsallrounder. Mit Sellita-Werk grob ab 1.700 €, mit Calibre 400 spürbar darüber.
  • Divers Sixty-Five — Vintage-inspirierte Taucheruhr mit gewölbtem Glas und kompakteren Maßen, eine der beliebtesten Oris-Linien für den täglichen Gebrauch.
  • Big Crown Pointer Date — Klassiker mit großer Krone und Zeigerdatum, gestalterisch an frühe Fliegeruhren angelehnt und angenehm alltagstauglich dimensioniert.
  • ProPilot — Werkzeug-orientierte Fliegeruhren-Linie, teils mit GMT oder dem patentierten Höhenmesser (Altimeter).
  • Aquis Date Calibre 400 — Die Taucheruhr mit dem eigenen 5-Tage-Werk und zehn Jahren Garantie – das technisch ambitionierteste Alltagsmodell der Marke.

Oris kaufen: Worauf du achten solltest

Oris kauft man neu beim Fachhandel oder in Boutiquen; die Verfügbarkeit ist gut, Wartezeiten sind unüblich. Neupreise liegen grob zwischen rund 1.500 € für Sellita-Modelle und etwa 3.500 € oder mehr für Calibre-400-Uhren. Der Gebrauchtmarkt ist aktiv, und Oris gebraucht zu kaufen kann sich lohnen: Weil die Marke am Neupreis nicht besonders wertstabil ist, bekommt man gepflegte Modelle oft mit deutlichem Abschlag.

Genau hier liegt die ehrliche Wahrheit zur Wertstabilität – Oris ist keine Wertanlage, der Wiederverkaufswert liegt meist klar unter dem Neupreis. Achten sollte man auf den Zustand von Lünette und Glas, auf vollständige Papiere und darauf, ob ein Sellita- oder das teurere Calibre-400-Werk verbaut ist. Ein typischer Fallstrick ist es, für ein Sellita-Modell fast den Calibre-400-Preis zu zahlen. Wer das eigene Werk mit langer Gangreserve und zehn Jahren Garantie will, sollte gezielt nach Calibre-400-Modellen suchen.

Unser Fazit zu Oris

Oris lohnt sich für alle, die eine unabhängige Schweizer Marke mit ehrlicher Mechanik und eigenständigem Design schätzen, ohne Luxuspreise zu zahlen. Stärken sind die Unabhängigkeit, das sympathische Auftreten, die gute Verarbeitung und – bei den Calibre-400-Modellen – ein echtes Manufakturwerk mit langer Gangreserve und langer Garantie. Schwächen sind die mäßige Wertstabilität und die Tatsache, dass viele Modelle weiterhin auf Sellita-Standardwerken laufen, für die man vergleichsweise viel bezahlt. Die Preis-Leistung ist bei den Sellita-Uhren solide, beim Calibre 400 technisch überzeugend, aber nicht mehr günstig. Als Gesamtbewertung ist Oris eine sympathische, bodenständige Empfehlung im Premium-Segment: für Käufer, die Wert auf Charakter und Unabhängigkeit legen und die Uhr zum Tragen und nicht zum Spekulieren kaufen.

Häufige Fragen

Ist Oris eine gute Marke?

Ja. Oris ist eine unabhängige Schweizer Marke mit solider Verarbeitung und eigenständigem Design. Besonders die Calibre-400-Modelle mit eigenem Werk gelten als überzeugend.

Gehört Oris zu einem Konzern?

Nein. Oris ist seit dem Management-Buy-out 1982 unabhängig und in Privatbesitz – eine Seltenheit in der heutigen Uhrenbranche.

Was ist das Besondere am Oris Calibre 400?

Es ist ein eigenes Automatikwerk mit rund fünf Tagen Gangreserve, hoher Magnetfeldresistenz und zehn Jahren empfohlenem Serviceintervall sowie zehn Jahren Garantie.

Halten Oris-Uhren ihren Wert?

Nur bedingt. Der Wiederverkaufswert liegt meist unter dem Neupreis; Oris ist eine Uhr zum Tragen, keine Wertanlage. Gebraucht kauft man entsprechend günstiger.

Oris im Vergleich

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Die passende Uhr findest du über unsere Kaufberatung – und ob sich eine Uhr als Wertanlage lohnt, klärt der Ratgeber Uhren als Wertanlage.