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Maurice Lacroix

Schweiz · gegründet 1975 · Premium

◷ 5 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Maurice Lacroix entstand 1975 als eigene Uhrenmarke des Zürcher Handelshauses Desco von Schulthess. Die Uhren werden im jurassischen Saignelégier gefertigt. Bekannt wurde die Marke durch die komplizierte Masterpiece-Linie und die sportlich-elegante Aikon-Kollektion.

Steckbrief

Gegründet1975
LandSchweiz
SitzZürich
GründerDesco von Schulthess AG
KategoriePremium
Preisklasseca. 1.000–3.500 €
UhrwerkeSellita/ETA-basiert & ML-Manufakturkaliber

Geschichte

Maurice Lacroix entstand 1975 als eigene Uhrenmarke des Zürcher Handelshauses Desco von Schulthess, das zuvor bereits als Uhrenlieferant tätig war. Der Name selbst ist ein Kunstname und geht nicht auf eine reale Gründerperson zurück. 1989 übernahm Maurice Lacroix in Saignelégier im Schweizer Jura eine Werkstatt für Gehäuse- und Komponentenfertigung, wo bis heute produziert wird.

In den 1990er- und 2000er-Jahren machte sich die Marke vor allem mit der komplizierten Masterpiece-Linie einen Namen und zeigte, dass sie mehr als klassische Kleiduhren beherrscht. Den größten Wandel brachte 2016 die Neuauflage der Aikon: Aus einem Modell der 1990er-Jahre wurde eine sportlich-elegante Uhr mit integriertem Armband, die heute das Gesicht der Marke ist.

Maurice Lacroix gehört zur DKSH-Gruppe, der Nachfolgerin von Desco. In den vergangenen Jahren wurde die Marke wiederholt als verkaufsbereit gehandelt. Strategisch positioniert sie sich heute im zugänglichen Premiumsegment und spricht mit der Aikon gezielt ein jüngeres, designorientiertes Publikum an. Die Geschichte der Marke ist damit die eines vergleichsweise jungen Anbieters, der sich vom Hersteller klassischer Uhren zur Sportuhren-Marke gewandelt hat.

Bekannt für

Das Gesicht von Maurice Lacroix ist heute die Aikon mit ihrem markanten Merkmal: sechs Klammern (die sogenannten Krallen) auf der Lünette, die an ein Design der 1990er-Jahre anknüpfen. Als Sportuhr mit integriertem Armband bedient die Marke damit einen sehr gefragten Stil, allerdings zu deutlich niedrigeren Preisen als die bekannten Vorbilder aus dem Luxussegment.

Die zweite, ganz andere Seite der Marke ist die Masterpiece-Linie. Hier zeigt Maurice Lacroix eigenständige Uhrmacherei mit ungewöhnlichen Komplikationen – etwa der Roue Carrée mit quadratischen Zahnrädern, springenden oder mysteriösen Anzeigen und aufwendig skelettierten Werken.

Dazwischen liegen klassisch gehaltene Modelle mit klaren Zifferblättern und dezenter Formensprache. Die Design-DNA der Marke ist damit gespalten: zugängliche, modische Sportuhren auf der einen, ernsthafte Haute-Horlogerie-Experimente auf der anderen Seite. Diese Bandbreite ist Stärke und Schwäche zugleich, weil ein ganz eindeutiges Markenbild fehlt.

Uhrwerke & Technik

Bei den Uhrwerken muss man bei Maurice Lacroix genau hinsehen. Die meisten Aikon-, Pontos- und Eliros-Modelle nutzen zugekaufte Schweizer Basiswerke von Sellita oder ETA, die unter hauseigenen Kaliberbezeichnungen (etwa der ML-Serie) laufen. Das ist solide und alltagstauglich, aber keine echte Manufakturtechnik.

Daneben gibt es die hauseigenen Manufakturkaliber, die vor allem in der Masterpiece-Linie stecken. Hier hat Maurice Lacroix eigene Komplikationsmodule und Werke entwickelt, die uhrmacherisch eigenständig sind. Mit der Aikon hat die Marke zudem begonnen, zugekaufte Werke stärker zu veredeln und teils eigene Elemente einzubringen.

Unter dem Strich ist Maurice Lacroix eine Marke mit zwei Gesichtern: solide Standardtechnik in der Breite, echte Eigenentwicklung in der Spitze.

Wichtige Modelle von Maurice Lacroix

  • Aikon — Sportuhr mit integriertem Armband und den typischen sechs Krallen auf der Lünette. Als Automatik meist um 39 bis 42 Millimeter, dazu günstigere Quarz- und die nachhaltige Aikon-Tide-Variante. Das wichtigste Modell der Marke.
  • Pontos — Klassisch-sportliche Runduhr, unter anderem als Pontos S Chronograph und Taucher. Etwas erwachsener und zurückhaltender als die Aikon, im mittleren Preisbereich.
  • Masterpiece — Die Haute-Horlogerie-Linie mit außergewöhnlichen Komplikationen wie der Roue Carrée oder skelettierten Werken. Preislich klar das Oberhaus der Marke.
  • Eliros — Schlichte, dünne Einstiegslinie mit Quarz- oder Automatikwerk. Eine erschwingliche, elegante Alltagsuhr und oft der günstigste Zugang zur Marke.

Maurice Lacroix kaufen: Worauf du achten solltest

Maurice Lacroix bekommt man neu im Fachhandel und über den eigenen Online-Shop. Weil die Marke keine ausgeprägte Sammlernachfrage genießt, ist der Zweitmarkt für Käufer attraktiv: Gebrauchte Aikon- und Pontos-Modelle werden häufig mit deutlichem Abschlag zum Neupreis gehandelt.

Grob liegen Eliros-Modelle im unteren vierstelligen Bereich, die Aikon Automatik je nach Ausführung im mittleren vierstelligen Bereich und die Masterpiece-Uhren deutlich darüber. Beim Kauf lohnt der Blick auf das verbaute Uhrwerk: Bei vielen Modellen steckt ein Sellita- oder ETA-Basiswerk, was den Preis relativieren sollte.

Ehrlich zum Thema Wertstabilität: Maurice Lacroix hält seinen Wert schlechter als die großen Marken, ein Aikon-Kauf ist keine Geldanlage. Genau das macht gebrauchte Exemplare aber preislich interessant. Typischer Fallstrick sind Neupreise, die im Vergleich zur eingesetzten Technik hoch wirken – hier lohnt der Vergleich mit Wettbewerbern in derselben Preisklasse.

Unser Fazit zu Maurice Lacroix

Maurice Lacroix lohnt sich vor allem für Käufer, die den Stil einer Sportuhr mit integriertem Armband zu einem vergleichsweise moderaten Preis suchen und auf ein großes Markenprestige verzichten können. Die Aikon bietet viel Design und ordentliche Verarbeitung fürs Geld.

Die Stärke der Marke ist ihre Bandbreite, die von der bezahlbaren Eliros bis zur ernsthaften Masterpiece-Komplikation reicht. Die Schwäche ist das etwas unklare Markenprofil und die überschaubare Wertstabilität. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis kommt es stark auf das Modell an: Gebraucht oder im Angebot ist die Aikon attraktiv, zum vollen Listenpreis konkurriert sie mit stärker etablierten Marken.

Insgesamt eine eigenständige, sympathische Marke der zweiten Reihe – gut für Individualisten, weniger für Käufer, die Statuswert oder Wertsteigerung suchen.

Häufige Fragen

Ist Maurice Lacroix eine gute Marke?

Für ihre Preisklasse ja. Besonders die Aikon bietet viel Design und solide Technik fürs Geld. An Prestige und Wertstabilität reicht die Marke aber nicht an größere Namen heran.

Wo werden Maurice-Lacroix-Uhren gefertigt?

Die Fertigung sitzt im schweizerischen Saignelégier im Jura, wo die Marke unter anderem Gehäuse und Komponenten herstellt. Der Markensitz liegt in Zürich.

Hat Maurice Lacroix eigene Uhrwerke?

Teils. Viele Modelle nutzen Sellita- oder ETA-Basiswerke unter eigener Bezeichnung, während die Masterpiece-Linie echte Manufakturkaliber und eigene Komplikationen zeigt.

Halten Maurice-Lacroix-Uhren ihren Wert?

Eher nicht. Wie viele Marken im zugänglichen Premiumsegment verlieren die Uhren beim Wiederverkauf spürbar. Für Käufer sind gebrauchte Modelle dadurch aber günstig.

Maurice Lacroix im Vergleich

Wie schlägt sich Maurice Lacroix gegen andere Marken? Direkte Vergleiche:

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