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Breitling

Schweiz · gegründet 1884 · Premium

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Breitling wurde 1884 von Léon Breitling gegründet und ist besonders für Fliegerchronographen bekannt. Die 1952 vorgestellte Navitimer mit ihrem Rechenschieber gilt als eine der berühmtesten Pilotenuhren überhaupt. Seit 2017 wurde die Marke unter neuer Führung stärker auf einen vielseitigen, retro-orientierten Stil ausgerichtet.

Steckbrief

Gegründet1884
LandSchweiz
SitzGrenchen
GründerLéon Breitling
KategoriePremium
Preisklasseca. 3.500–10.000 €
UhrwerkeEigene Werke (u. a. Kaliber B01) & Zulieferer

Geschichte

Breitling wurde 1884 von Léon Breitling in Saint-Imier im Schweizer Jura gegründet und spezialisierte sich früh auf Chronographen und Zeitmessinstrumente. Ein wichtiger Meilenstein war 1934 die Einführung des zweiten, unabhängigen Drückers für Chronographen – bis heute Standard. 1952 folgte die Navitimer mit ihrem Rechenschieber, die zur Kultuhr unter Piloten wurde. In den 1960er-Jahren war Breitling an der Entwicklung eines der ersten automatischen Chronographenwerke beteiligt. Die Quarzkrise traf auch Breitling hart; 1979 übernahm Ernest Schneider die Marke und richtete sie neu aus.

Unter seiner Ägide und der seines Sohnes wurde Breitling für wuchtige, technisch orientierte Fliegerchronographen bekannt. 2017 übernahm die Private-Equity-Gesellschaft CVC Capital Partners die Mehrheit und installierte Georges Kern als CEO. Später stieg zusätzlich Partners Group als Miteigentümer ein. Unter der neuen Führung wurde die Marke stilistisch verschlankt, stärker auf ein retro-orientiertes, vielseitiges Design ausgerichtet und breiter aufgestellt. Der Sitz liegt heute in Grenchen. Breitling ist damit eine traditionsreiche, aber nicht familiengeführte Marke, deren Ausrichtung eng mit den Zielen ihrer Finanzinvestoren verbunden ist.

Bekannt für

Breitling ist vor allem für Fliegerchronographen mit starkem Instrumentencharakter bekannt. Das Aushängeschild ist die Navitimer mit ihrem charakteristischen Rechenschieber-Lünettenring, mit dem sich Umrechnungen für die Navigation durchführen lassen. Typisch sind gut ablesbare Zifferblätter, kräftige Indizes und robuste Gehäuse. Historisch stand die Marke für besonders große, wuchtige Uhren; seit dem Führungswechsel 2017 ist das Design deutlich dezenter und retro-orientierter geworden, etwa bei der Neuauflage der Navitimer oder der sportlich-eleganten Premier-Linie. Neben Fliegeruhren gehören die Taucheruhren-Reihe Superocean und der wuchtige Chronomat zum festen Repertoire. Als Material dominiert Edelstahl, ergänzt um Gold und leichte Werkstoffe bei einzelnen Modellen. Der Ruf der Marke ist der eines soliden Herstellers robuster Werkzeug- und Sportuhren mit klarer Luftfahrt-Historie. Das frühere Image als reine Marke für auffällige, sehr große Chronographen hat Breitling inzwischen erfolgreich erweitert.

Uhrwerke & Technik

Breitling verbaut eine Mischung aus eigenen Manufakturwerken und zugekauften Kalibern. Herzstück ist das 2009 vorgestellte Automatik-Chronographenwerk B01 mit Säulenrad und rund 70 Stunden Gangreserve, das in vielen Chronographen der Marke arbeitet. Daneben nutzt Breitling Basiswerke von Zulieferern wie ETA und Sellita, teils modifiziert, vor allem in Einstiegsmodellen und Dreizeigeruhren. Viele Uhren tragen das COSC-Chronometerzertifikat, das Breitling traditionell als Qualitätsmerkmal betont. In der Vergangenheit gab es zudem Kooperationen bei der Werksentwicklung, etwa mit Tudor, das im Gegenzug Zugang zum B01 erhielt. Insgesamt ist Breitling technisch solide aufgestellt: Das hauseigene B01 hebt die Chronographen von reinen Standardwerk-Uhren ab, während im unteren Preisbereich zugekaufte Uhrwerke die Regel bleiben.

Wichtige Modelle von Breitling

  • Navitimer — Der ikonische Fliegerchronograph mit Rechenschieber-Lünette, seit 1952 das Aushängeschild der Marke. Meist 41–46 mm, mit B01-Werk im oberen vierstelligen Bereich.
  • Chronomat — Ursprünglich für die Kunstflugstaffel Frecce Tricolori entwickelt, erkennbar am Rouleaux-Band und der Reiterlünette. Ein robuster Allrounder-Chronograph.
  • Superocean — Die Taucheruhren-Linie mit klarer Ablesbarkeit und hoher Wasserdichtigkeit. Reicht von sportlichen Automatikuhren bis zu vintage-orientierten Heritage-Modellen.
  • Premier — Eine klassisch-elegante Linie, die weniger sportlich auftritt und die stilistische Öffnung nach 2017 verkörpert.
  • Avenger — Besonders robuste, größere Flieger- und Militäruhren mit betontem Instrumentencharakter.
  • Top Time — Retro-orientierte Chronographen mit Bezug zu den 1960er-Jahren, preislich am unteren Ende der Marke.

Breitling kaufen: Worauf du achten solltest

Neu liegen die meisten Breitling-Modelle je nach Ausstattung zwischen rund 3.500 und 10.000 Euro; Chronographen mit dem hauseigenen B01-Werk bewegen sich im oberen Bereich. Wer eine Breitling kaufen möchte, findet auf dem Gebrauchtmarkt ein breites Angebot, da die Marke über Jahrzehnte in großen Stückzahlen produziert hat. Das drückt die Preise: Gebraucht sind gerade ältere, sehr große Modelle aus der Zeit vor 2017 oft günstig zu haben. Beim Kauf sollte man auf den Werkstyp achten – ein B01-Chronograph ist wertiger als eine Uhr mit zugekauftem Basiswerk. Wichtig sind außerdem Papiere, Servicehistorie und der Zustand von Lünette und Armband. Die Wertstabilität ist gemischt: Aktuelle, dezentere Navitimer- und Superocean-Modelle halten sich ordentlich, während viele Uhren nach dem Neukauf zunächst nachgeben. Als Wertanlage taugt Breitling nur eingeschränkt. Ein typischer Fallstrick ist das große Gehäuse älterer Modelle, das an schmalen Handgelenken schnell überdimensioniert wirkt.

Unser Fazit zu Breitling

Breitling lohnt sich für Käufer, die einen robusten, gut ablesbaren Chronographen mit echter Luftfahrt-Historie suchen und Wert auf ein hauseigenes Werk legen. Die Stärken sind das B01-Manufakturkaliber, die klare Markenidentität und die gelungene stilistische Modernisierung seit 2017. Als Schwäche gilt die uneinheitliche Wertstabilität und die Tatsache, dass günstigere Modelle auf zugekauften Werken basieren, ohne dies immer klar auszuweisen. Preislich bewegt sich Breitling im gehobenen Premium-Segment, unterhalb der klassischen Luxusmanufakturen, aber über Marken wie Longines oder Tissot. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei den B01-Chronographen ordentlich, bei Einstiegsmodellen weniger überzeugend. Unterm Strich eine solide, traditionsreiche Marke mit starkem Profil – eine gute Wahl für Chronographen-Fans, weniger für Käufer, die primär auf Wertsteigerung oder maximale Exklusivität setzen.

Häufige Fragen

Ist Breitling eine gute Marke?

Ja. Breitling bietet solide verarbeitete Chronographen mit langer Luftfahrt-Historie und einem eigenen Manufakturwerk (B01). Einstiegsmodelle nutzen allerdings zugekaufte Werke, und die Wertstabilität ist gemischt.

Wem gehört Breitling?

Breitling ist seit 2017 mehrheitlich im Besitz der Private-Equity-Gesellschaft CVC Capital Partners; Partners Group ist als Miteigentümer beteiligt. Die Marke ist also nicht familiengeführt, CEO ist Georges Kern.

Wo werden Breitling-Uhren gefertigt?

Breitling hat seinen Sitz und ein Werkezentrum in Grenchen in der Schweiz und ist eine Swiss-Made-Marke.

Halten Breitling-Uhren ihren Wert?

Nur teilweise. Aktuelle Navitimer- und Superocean-Modelle halten sich ordentlich, viele ältere und sehr große Modelle sind gebraucht dagegen günstig. Als reine Wertanlage ist Breitling nicht ideal.

Breitling im Vergleich

Wie schlägt sich Breitling gegen andere Marken? Direkte Vergleiche:

Die passende Uhr findest du über unsere Kaufberatung – und ob sich eine Uhr als Wertanlage lohnt, klärt der Ratgeber Uhren als Wertanlage.