Marke · Luxus

Blancpain

Schweiz · gegründet 1735 · Luxus

◷ 5 Min. Lesezeit · ✓ Von der Uhren-Experte-Redaktion geprüft · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Wie wir arbeiten

Blancpain führt seine Geschichte auf das Jahr 1735 in Villeret zurück und bezeichnet sich als älteste eingetragene Uhrenmarke der Welt. Das Haus stellt ausschließlich mechanische Uhren her und ist für die 1953 lancierte Taucheruhr Fifty Fathoms bekannt. Blancpain gehört heute zur Swatch Group.

Steckbrief

Gegründet1735
LandSchweiz
SitzLe Brassus
GründerJehan-Jacques Blancpain
KategorieLuxus
Preisklasseca. 10.000–40.000 €
UhrwerkeEigene Manufakturwerke

Geschichte

Blancpain führt seine Geschichte auf das Jahr 1735 zurück, als Jehan-Jacques Blancpain im jurassischen Villeret ein Uhrmacheratelier eintragen ließ. Damit gilt die Marke als älteste eingetragene Uhrenmarke der Welt. Über Generationen blieb der Betrieb in Familienhand, bevor er im 20. Jahrhundert mehrfach den Besitzer wechselte. Ein Meilenstein war 1953 die Fifty Fathoms, eine der ersten modernen Taucheruhren, die für Kampfschwimmer der französischen Marine entwickelt wurde. In der Quarzkrise der 1970er kam die Produktion praktisch zum Erliegen.

1983 belebten Jean-Claude Biver und Jacques Piguet den Namen neu und positionierten Blancpain bewusst als Manufaktur, die ausschließlich mechanische Uhren baut – ein Grundsatz, der bis heute gilt. Seit 1992 gehört Blancpain zur Swatch Group. Unter deren Dach entstand ein eigenes Werkezentrum, und die Marke rückte technisch wie preislich ins gehobene Luxussegment. 2023 sorgte die gemeinsam mit Swatch lancierte Bioceramic Scuba Fifty Fathoms für breite Aufmerksamkeit weit über die übliche Blancpain-Kundschaft hinaus. Heute umfasst das Sortiment neben der Fifty Fathoms klassische Linien wie Villeret sowie komplizierte Uhren mit Tourbillon und ewigem Kalender.

Bekannt für

Blancpain steht für klassische, zurückhaltende Gestaltung, die Tradition über modische Effekte stellt. Kennzeichnend sind die runden Gehäuse der Villeret-Linie mit doppelter Lünette, römischen Ziffern und gebläuten Zeigern – ein Formenkanon, der stark an die Uhrmacherei des 19. Jahrhunderts anknüpft. Auf der sportlichen Seite prägt die Fifty Fathoms mit ihrer griffigen, meist einseitig drehbaren Lünette und dem klaren Zifferblatt das Bild der Marke. Blancpain ist bekannt für aufwendige Komplikationen: Der Kalendermechanismus Quantième Complet mit Mondphase gehört ebenso zum Repertoire wie Tourbillons, Karussells, Schleppzeiger-Chronographen und Minutenrepetitionen. Verarbeitet werden überwiegend Edelmetalle und Edelstahl, häufig kombiniert mit fein dekorierten Werken, die durch einen Saphirglasboden sichtbar bleiben. Der Ruf der Marke ist der eines seriösen, technisch versierten Hauses ohne lautes Marketing. In der breiten Öffentlichkeit ist Blancpain weniger präsent als manche gleich teure Konkurrenz, unter Kennern aber fest etabliert.

Uhrwerke & Technik

Blancpain ist eine echte Manufaktur und entwickelt seine Uhrwerke im eigenen Haus; historisch ist die Marke eng mit dem Werkespezialisten Frédéric Piguet verbunden, der später vollständig integriert wurde. Ein bekanntes Uhrwerk ist das Automatikkaliber 1315 der Fifty Fathoms mit drei Federhäusern und rund fünf Tagen Gangreserve. Die klassischen Villeret-Modelle nutzen flache Automatikwerke, oft mit Mondphase und Vollkalender. Technisch setzt Blancpain unter anderem auf Siliziumspiralen zur besseren Ganggenauigkeit und auf serienmäßig hoch dekorierte Werke mit Genfer Streifen und gebläuten Schrauben. Auch besonders anspruchsvolle Konstruktionen wie das Karussell oder extrem flache Tourbillons stammen aus eigener Entwicklung. Zugekaufte Rohwerke spielen im aktuellen Programm keine Rolle – ein wesentlicher Unterschied zu vielen ähnlich positionierten Marken.

Wichtige Modelle von Blancpain

  • Fifty Fathoms — Die Taucheruhr-Ikone der Marke von 1953, heute meist mit 42–45 mm Gehäuse und Automatikwerk. Sie steht für die technische Tauchtradition Blancpains und liegt preislich im mittleren fünfstelligen Bereich.
  • Bathyscaphe — Die kompaktere, alltagstauglichere Schwester der Fifty Fathoms mit oft 38–43 mm. Verbindet Taucheruhren-DNA mit dezenterem Auftritt.
  • Villeret — Die klassisch-elegante Linie mit runden Gehäusen, dünner Bauhöhe und traditionellen Komplikationen wie Mondphase und Vollkalender. Sie verkörpert die Dresswatch-Seite der Marke.
  • Le Brassus — Die Heimat der aufwendigen Komplikationen, von Chronographen bis Karussell und Tourbillon. Preislich das obere Ende der Kollektion.
  • Air Command — Ein Fliegerchronograph mit Flyback-Funktion und Drehlünette, inspiriert von einem seltenen Blancpain-Modell der 1950er-Jahre.

Blancpain kaufen: Worauf du achten solltest

Neu bewegt sich Blancpain je nach Modell und Material meist im Bereich von rund 10.000 bis über 40.000 Euro; komplizierte Stücke liegen deutlich höher. Wer eine Blancpain kaufen möchte, findet gebraucht oft spürbar günstigere Einstiege, vor allem bei älteren Villeret-Modellen, die auf dem Zweitmarkt vergleichsweise moderat gehandelt werden. Gefragter und wertstabiler ist die Fifty Fathoms, insbesondere in Stahl. Beim Gebrauchtkauf sollte man auf vollständige Papiere, Servicehistorie und den Zustand von Lünette und Zifferblatt achten; ein anstehender Service kann bei einer Manufakturuhr schnell vierstellig werden. Ehrlich betrachtet ist Blancpain keine Marke, die man primär als Wertanlage kauft – anders als gefragte Stahl-Sportmodelle einzelner Wettbewerber verlieren viele Blancpain-Uhren nach dem Neukauf zunächst an Wert. Ein typischer Fallstrick ist die geringe Wiedererkennung: Die Marke ist weniger liquide, der Wiederverkauf kann also länger dauern. Für Käufer, die eine Blancpain aus Überzeugung tragen wollen, ist das nachrangig.

Unser Fazit zu Blancpain

Blancpain lohnt sich für Käufer, die traditionelle, rein mechanische Uhrmacherei schätzen und weniger Wert auf ein lautes Statussymbol legen. Die Stärken liegen in der Fertigungstiefe, der klassischen Gestaltung und einem breiten Komplikationsangebot bis hin zur Haute Horlogerie. Als Schwäche gilt die vergleichsweise geringe öffentliche Bekanntheit: Für den gezahlten Preis erhält man viel Technik, aber wenig Prestige-Effekt im Alltag. Preislich bewegt sich die Marke auf dem Niveau etablierter Manufakturen wie Jaeger-LeCoultre, ohne deren Wiedererkennung zu erreichen. Die Fifty Fathoms ist das mit Abstand gefragteste und alltagstauglichste Modell, während die klassischen Linien eher ein Nischenpublikum ansprechen. Unterm Strich eine technisch überzeugende, seriöse Luxusmarke – die richtige Wahl für Kenner, weniger für Käufer, die vor allem auf Wiederverkaufswert oder Markenwirkung achten.

Häufige Fragen

Ist Blancpain eine gute Marke?

Ja. Blancpain ist eine traditionsreiche Schweizer Manufaktur mit hoher Fertigungstiefe, die ausschließlich mechanische Uhren baut. Schwächer ist lediglich die öffentliche Bekanntheit im Vergleich zu ähnlich teuren Marken.

Wo werden Blancpain-Uhren gefertigt?

Blancpain fertigt in der Schweiz, mit Standorten in Le Brassus im Vallée de Joux und im Ursprungsort Villeret. Die Marke gehört zur Swatch Group.

Halten Blancpain-Uhren ihren Wert?

Nur bedingt. Die Fifty Fathoms in Stahl ist relativ wertstabil, viele klassische Modelle verlieren nach dem Neukauf jedoch deutlich. Als reine Wertanlage ist Blancpain nicht die erste Wahl.

Was ist das bekannteste Modell von Blancpain?

Die Fifty Fathoms von 1953, eine der ersten modernen Taucheruhren. Sie ist bis heute das ikonischste und gefragteste Modell der Marke.

Blancpain im Vergleich

Wie schlägt sich Blancpain gegen andere Marken? Direkte Vergleiche:

Die passende Uhr findest du über unsere Kaufberatung – und ob sich eine Uhr als Wertanlage lohnt, klärt der Ratgeber Uhren als Wertanlage.